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Der Israelit · 1898-07-18 · Heft 56 (18.7.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 56 (18.7.1898)
Date
1898-07-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MIX. Jahrgang. M 5«. Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von vr. ITcftmamt in M«tnz Montag, Ven 18. Juli 5658 (1898). «a< Biuci Mnvk abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate Juli und Aug-ust auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSfchalter des Wohnortes des BestellrrS oder bei dem betreffenden Land-- brieftrager aufgegeben wersen. Die Erpr-ilion öes „Israelit". Leitender 2111 i f e C. Aus Ungarn. Von Elias Fried mann, Religionslehrer, Huszt. L Das ungarische orthodoxe Judenthum steht vor der Lösung einer Frage, die an Wichtigkeit, Bedeutung und Schwierigkeit alle seit der Sanktionirung seines Organisationsstatuts, also alle, seit dem es auf gesetzlicher Basis besteht, aufgetauchten Fragen weit übertrifft. Und was dies sagen will, wird Derjenige, der die Gestaltung der inneren Verhältnisse des ungarischen Judenthums im allgemeinen zu beobachten Gelegenheit hatte, wohl begreifen. Das ungarische orthodoxe Judenthum* steht einem sehr gesährlichell, weil über alle Maßen schlauen Feinde gegenüber, der, gleich dem gewandten Schachspieler, der das „Schach und matt!" in der Stille vorbereitet und erst wenn - „Felder" ringsumher occupirt sind, Schach bietet die seinem Ziele in tiefer Verschwiegenheit die Wege ebnet und — sagen wir es nur offen heraus — er spielt geschickt, was der nur auf die Defensive sich beschränkenden Leitung der Orthodoxie immer genug zu thun gab. Diesmal droht jedoch der Orthodoxie ausnahmsweise nicht direkt von dieser Seite Gefahr: im Innern des eigenen Organismus selbst liegt diesmal die große Gefahr eines Sieges der Neologen, und leider steht das orthodoxe Judenthum dieser schweren Prüfung ganz rathlos gegenüber, in solchem Maße, daß zur Klärung der Lage sich gar keine Stimme vernehmen lasten will, überall tiefes Schweigen, ein recht unheimliches, dem „nahen Sturme" vorangehendes „banges Stöhnen", nur die Neologen rüsten und fast scheint es, daß nicht so sehr zum Kampfe, als zum Siege, der ihnen nicht bescheert sein möge. Der Boden der Orthodoxie ist unsere heilige Lehre. Entziehe man ihr diese — und ihr mit so vieler Mühe aufgeführtes Gebäude ist in Trümmer zerfallen. Die ungarische Gesetzgebung hat jüngst über die Bezüge der Seelsorger ein Gesetz geschaffen, das für das orthodoxe Judenthum, wenn es die Hände im Schoße haltend sich nicht rasch zur That aufraffen wird, die sichere Aussicht bietet, daß der orthodoxe Rabbiner der nicht gar fernen Zukunft die Entscheidung der au ihn zu stellmden religionssachlichen Fragen dem Lose überlassen wird, wie es unsere neologen Rabbiner schon lange zu thun genöthigt wären, wenn ihre Gläubigen nicht Feingefühl genug besäßen, ihren Rabbiner mit solch kleinlichen Dingen nicht zu belästigen. — Dieses Gesetz enthält namentlich die Bestimmung, daß der Staat das Honorar desjenigen Seelsorgers, der acht Klaffen einer Mittelschule absolvirt, aus 800 Gulden, desjenigen hingegen, der nur vier Mittelschulklaffen frequentirt hat, bis auf 400 Gulden ergänzen wird. Es ist nun gewiß, daß unsere Talmudschüler

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