Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1898-07-14 · Heft 55 (14.7.1898) · page 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 55 (14.7.1898)
Date
1898-07-14
Page
– (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448857-2448909--46360-2496771
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

um 591.80 Frcs. überschritten würden, so liegt es darin, dass ich zuviel auf die unbezahlte Thätigkeit unserer jungen Lehrlinge gerechnet hatte; späterhin, wenn die Zöglinge erst zahlreicher und besser mit der Gartenarbeit bekannt sein werden, werden wir Gemüse zu sehr geringen Kosten beschaffen können. Zur Zeit liegt es sowohl an dem schlechten Zustande der Wege, an den wenig günstigen Bedingungen der Eisenbahnen bezüglich des Gemüsetransports, an der verhältnissmässig grossen Entfernung der Verbrauchszentren, so wie an den wenig vorteilhaften Bedingungen, unter denen die Gemüse auf dem Markte von Tunis verkauft werden, dass wir nicht grosse Grundstücke zum Gemüsebau anpflanzen und dieselben zum Verkauf ziehen können. Die Summe von 1814 Frcs. 15 C. stellt zumeist den Werth der Gemüse und Früchte dar, die das Personal und die Schüler verzehrt haben, ausser einigen trockenen Gemüsen, Zwiebeln, Bohnen und einigen Früchten, wie Quitten, die wir an Ort und Stelle verkaufen, an Bewohner der Ortschaft, oder an einheimische Agenten, die sie auf eigene Rechnung und Gefahr nach dem Markte bringen. Grosse Culturen und verschiedene Versuche. Wir haben circa 50 Hektar in den verschiedensten Getreidearten bepflanzt und ausserdem zahlreiche Versuche mit bewässerbaren Culturen, wie Melonen, Futter, Mais, Karnermais, rothen Rüben, Kohlarten etc. gemacht Wir haben auch zweimal Futterrüben geerntet, zuerst im März, dann von Mai bis September. Kleine unterirdische Keller, die im ehemaligen Bordj angelegt sind, gestatten uns, diese Wurzeln während der heissesten Monate des Jahres, (Juni bis August) zu erhalten, und im August und September, zu einer Zeit, wo es gänzlich an Futterpflanzen fehlt, wurden sie verzehrt. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. DWP An alle meine geein ten Herren i’orrespomlenten die ebenso höfliche als dringende Bitte: 1. Hie ^pj-Gelder, ohne jede besondere Erinnerung, mindestens halbjährlich einzusenden. 2. Die Spenden-Liste von den brieflichen Mittheilurigen stets getrennt zu halten. 3. Die Spenden-Liste, mag sie selbst noch so bescheiden sein, nicht auf dem Abschnitt der Postanweisung, sondern auf einem Blatte Papier verzeichnet einzusenden. 4. Für die Spenden-Liste niemals die jüdische Kurrentschrift in Anwendung zu bringen, und falls die Spenden für verschiedene Rubriken und Zwecke bestimmt sind, sie auf ebenso vielen einzelnen Blättern zu verzeichnen. 5. Nur wo eine Spezialbescheinigung unbedingt nöthig, — beispielsweise zu Belegen bei Gemeindeakten u. dgl, mehr — eine solche zu verlangen, sonst jedoch davon gütigst absehen und das sofort, oder einige Tage nach der gemachten Geldsendung erhaltende neueste Spenden-Verzeicbniss als Empfangsbestätigung betrachten zu wollen. 6. Mit der Veröffentlichung der eingesandten Spenden stets einige Geduld ZU haben. Nicht bloss die alphabetische Reihenfolge, die, der leichteren Uebersicht wegen, bei den Ortsnamen eingehalten wird, sondern auch der Umstand, dass die „S p e n d en - Ver z e ich n i sse“ aus verschiedenen Gründen schon einige Wochen vor ihrem Erscheiuungsdatum gedruckt werden, ruft öfters eine Verspätung in der Veröffentlichung mancher Spenden hervor, die sich beim besten Willen selbst nicht umgehen lässt, unveröffentlicht bleibt aber selbst die geringfügigste Gabe nicht. Die gütige Beachtung dieser bescheidenen Bitte von Seiten meiner geehrten Herren Correspondenten würde mir viel unnöthige Mühe und Zeitverlust, ersparen, eine Rücksichtnahme, die gewiss jeder billig Denkende als eine vollkommen berechtigte und dringend gebotene bezeichnen wird. Jedem sie mir Gewährenden int Voraus schon den herzlichsten Dank dafür! A. P. in H. und sehr vielen Anderen. Von den gesammelten n^n-Geldern dürfen die Ihnen zugegangenen Drechslerarbeiten und andere „Geschenke“ nicht bezahlt werden! 8. F. in W. 10 M. am 10. und 20 M. am 22. M a i richtig erhalten. Es wäre mir angenehm, wenn ich Ihnen jede Sendung postlagernd unter irgend einer Chiffre bestätigen könnte, da die Emptangsanzeige durch den „Briefkasten“, aus mancherlei Gründen, etwas zu lange auf sich warten lassen muss. — Rabbiner G. in B. Meine dankende Erwiederung auf Ihr sehr Geehrtes vom 4. Mai d. .7. werden Sie hoffentlich erhalten haben. Frau J IB in Bf. Eine iTOn in Jerusalem, in der Ihr seliger Vater Mitglied war, ist mir unbekannt-, die erhaltenen 5 M. habe ich der Rubrik IV der „Spenden-Verzeichnisse“ zugewendet. Lehrer J. T. in ML und sehr vielen Anderen. Die 0 M. hätten eine weit bessere Verwendung gefunden, wenn sie der Rubrik IX der „Spenden-Verzeichnisse“ zugewiesen worden wären. Die Betreffenden haben im grössten Geschäftsstil eine Unzahl Exemplare von dem auch Ihnen zugegangenen gedruckten Schreiben versandt und grosse Summen Geldes damit erzielt, während viele Hunderte von Wittwen und Waisen in Jerusalem, die niemals noch einen Sekretär beschäftigt haben, am Huugertuche nagen. Dem aus vielen, sehr naheliegenden Gründen tiet beklagenswerthen Unfug geschäftsmässig betriebener Bettelei wird Seitens des jüdischen Publikums durch das generöse Honoriren der die Bettelbriefe begleitenden „G e s c h e n k e“ grosser Vorschub geleistet. Diese bedeutenden Summen könnten viel Segen stiften, wenn sie den Rubriken III—V, VIII, IX und XIII der „Spenden- V erzeichnis.se“ /«gewendet werden möchten. Die Spenden für p'TiN sollen ja in erster Reihe das Torallst udium daselbst, fördern, denn min FIDD pN DN; zu den sich ausschliesslich "rVPDy?’ mirP„ auf geweihtem Boden Widmenden gehören aber die die Post in Jerusalem und den anderen heiligen Städten jahraus jahrein Bereichernden zu allerletzt. — B. W. in K. und sehr vielen Anderen. Die Bemerkung: „Weitere Sendungen werden nicht, angenommen“ ist vollständig werthlos. Diejenigen, die dadurch abgeschreckt werden sollen, kümmern sich herzlich wenig darum. Sie setzen, aut das „jüdische Herz“ spekulirend, ihre Sendungen weiter fort, und die Spekulation erweist sich in den meisten Fällen als eine durchaus zutreffende. Berichtigung. In Nr. 064, Seite 104, Kolumne 2, Zeile 5 v. u im „Briefkasten“ muss es „die wohlwollende Aufnahme“ statt „der wohlwollenden Aufnahme“ heissen. Druck der Joh. Wirth’schen Hofbuchdruckerei Actien-Geaellscbaft, Mainz.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.