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Der Israelit · 1898-07-14 · Heft 55 (14.7.1898) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 55 (14.7.1898)
Date
1898-07-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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""T ' '—‘rrrffn—r" ti ' r i '■!5.«5* ' ’■ ••im-rj^flSSfWrflTSr'T-' 10H Man begreift, daß sie, die unter einer Regierung leben, die zwei Jahrhunderte zurück ist, den Aberglauben dieser Zeit traben. Vor einigen Jahren verbreitete sich bei ihnen das Gerücht, daß der Messias in Jerusalem erschienen sei, das genügte, daß diese Leute, deren Leben ein Qual ist, sich in Karawanen auf den Weg machten. Nach langer mühsamer Reise kamen sie an, und ibre Trauer bei der Enttäuschung läßt sich denken. Einmal in Jerusalem angekommen, konnten die yemenitischen Familien nicht mehr daran denken, in ihre Heimatb zurückzukehren. Die Aufmerksamkeit der Alliance und die Großmuth der Baronin Hirsch gaben ihnen Nahrung und Unterstützung, so daß sie ihr Handwerk dort ausüben und neue lernen konnten. Es ist erklärlich, daß ihr Zustand, so schlecht er auch ist, ihren in Jemen gebliebenen Genosienen noch beneidenswerth erschien. 8 Sana in Jemen. Das hier erscheinende arabische Amtsblatt „Sana" meldet: Der vom Sultan neuernannte Gouverneur unserer Provinz, H il m i B ey, der bisher amtlich in Damascus thätig war, ist hier eingetroffen und wurde von der gesammten Bevölkerung ohne Unterschied des Glaubens aufs Herzlichste begrüßt. Um seine Bestallungsfeier recht imponirend zu machen, wurde dieselbe nicht im Regierungspalaste, sondern unter dem freien Himmel, wobei die Sonne als Zeugin anwesend war, und zwar auf dem Hauptplatze der Stadt, vorgenommen. Zur Feier wurden auch die Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde geladen, die auch vollzählig erschienen und zwar unter der Führung ihres greisen Mari (Oberrabbiner.) Nach der Verlesung des kaiserlichen Menschurs (Bestallungs-Diplomes) und nachdem die Kanonen die üblichen Salven abgegeben, hielt der Gouverneur eine Ansprache an die Bevölkerung, in der er versprach, die strengste Gerechtigkeit üben, beiden hier bestehenden Confessionen (Mohamedaner und Inden), seine Fürsorge zuwenden und die Sicherheit im Lande aufrecht erhalten zu wollen. Der Gouverneur begrüßte hierauf einzeln die anwesenden weltlichen und geistlichen Notablen, reichte einem jeden derselben die Hand und versprach nochmals, ein unparteiischer Richter zu sein. S Pr e ch s a a l. (iyitr diesen Ifjcil übernimmt die Redalüon dem Vefevfrri'3 gegenüber mir eie PrejMsetzliche Verantwortung.) In Nummer 53 dieses geschätzten Blattes haben sich mehrere Hamburger Kurgäste veranlaßt gesüblt, ,,sowohl tm Interesse der Wahrheit wie zur Ehre des Hotel Fall auf Norderncn" die Reklametrommel zn rühren. Ob diese Parteinahnte im Interesse der Wahrheit geschehen ist und ob diese Herren das ESTIN J’S yivL? genügend gewürdigt haben, soll hier nicht untersucht werden. Wir eonstatiren nur, daß 1. Frau Eohn früher nie annoncirt hat, und daß erst, nachdem im vorigen, wie auch in diesem Jahre der Besitzer des Hotel Falk sein Hotel als einzig rituelles auf den Nordsecinseln zuerst angepriesen, die in ihrer Existenz bedrohte, alleinstehende Frau aus Nothwehr ihr Restaurant als citiziges streng-rituelles Restaurant ans Norderney bezeichnet hat. Wer will das der ratlosen, einfachen Frau verargen, wenn ein gewiegter Geschäftsmann durch die Ankü-idigung „einziges rituelles Hotel ans den Rordsecinseln" bei den Unterrichtelen vielleicht die Meinung Hervorrusen könnte, daß außer seinem Hotel überhaupt keine rituelle Küche vorhanden ist. Wer hat also mit „solcher alles Andere ausschließenden Empfehlung angefangen 3 Ist Frau Eohn diejenige, die rU’DQ SQJ wäre? 2. Die religiöse Lebenssührung der Frau Eohn liegt seit 30 Jahreil in Norderney für Jedermann osten zu rage. Aus jüdischcnl frommen Hause hervorgegangcn, hat sie einen tadellosen Lebenswandel geführt und befindet sich, in verhüllten Haaren, vom frühen Morgen bis zürn späten Abend in der Küche, ivo sie von jüdischen Verwandten unterstützt wird. Wir behaupten, eine solche Vertranensperson verdient eben so viel Zutrauen ivie ein bezahlter icui'. 3. Der Schachet der Frau Cohn ist ein Herr Gernsheimer ans Psmlgstadt, ein wahrhaft frommer Mann, in den 40er Jahren^ der im letzten Winter in Pfungstadt als Eailtor und L-chochet fungute und m?Sp üoit den Herren Rabbinen Dr. Löb '"i in Emden und Dr. Marx in Darmnadt, sowie von den seligen Rabbinen Dr. Lehmann y":, Mainz, Rabb. Fromm y":i, Frankfurt und mehreren anderen aufzcigcn kann Dieser Herr sorgt für -icto Milch, Butter, Senk, Wurst uud Fett und hak für die Beschaffung eines r\2W Ofens Sorge getragen- 4 Den Herren Hamburgern speziell diene zur Kenntniß, daß über allen Zweifel erhabene fromme Männer aus Hamburg seit Jahren bei Frau Eohn logierten und gespeist wurden. Mehrere langjährige Besucher des Bades Norderney. (Es mar das keinesfalls der richtige Weg, den Frau Eohn cingeschlagen hat, um ihr Interesse zu vertreten. Sah sic sich in letzterem geschädigt, so blieb ihr die Wahl sich emuu'ber auf gesetzlichem Wege oder durch die Veröffentlichung elncr Berichtigung Hilfe zu verschaffen So aber verfiel sie in denselben Fehler, den Herr Falk beging.) > ÄermischieL. Altona. Die hiesigen städtischen Kollegien haben beschlossen, den Zuschuß zu den Erhaltungskosten der hiesigen Israelitischen Gemcindefchule in Rücksicht auf die laut dein neuen Besoldungsgesetz uothwendige Erhöhung der Lehrergehältcr ans Mk. 4000 a. zu erhöhen. Briefkasten ver Expedition. S. H. in München: Betrag gelangte s. Zt. in unseren Besitz; jedoch sind die eingegangencn Beträge für Gr. noch nicht veröffentlicht. A. H, C. r Betrag von Mk. 6.05 dankend empfangen. Herrn Dr. Kr Ihr Abonnement ist bis I. August l. I. bezahlt. MV» Unserer heutigen Nummer liegt ein Prospectus der Firma A. I. Hofmann, hebr. Buchhand» lnng »n Frankfurt a. M, bei. Soolbad Marzburg, Park-Haus. Etablissement I. Ranges mit. Aufsicht Sr. Ehtw. des Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt. Jed. Samstag Gottesdienst i. Hause. - Pension von M «.50 an- '' . M. Hecht. -----

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