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Der Israelit · 1898-07-11 · Heft 54 (11.7.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 54 (11.7.1898)
Date
1898-07-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIX. J--rg-ng. M 54. Der Israelit. Em Gentrak-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. iTe^mnnn in Ütaini. Montag, den 11. Juli 5658 (1898)« Leitender Artikel. Die Thora, ein Lebensbaum. Von Rabbiner Dr. B. Friedmann, Grätz. (Schluß aus Nr. 51.) Vier Ausdrücke — so lesen wir im heiligen Soharbuche — hat die hebräische Sprache für den Begriff Mensch: v>'x ,12: ,d-jx „Aber" so fährt dasselbe fort, „21x2^22^ die treffendste B Zeichnung ist und bleibt der Ausdruck an». Denn es heißt in der Schöpfungsgeschichte mtoß ctxn nx e’p^x X131: Und Gott schuf 2ix in seinem Ebenbckoe." Dieser Ausspruch leuchtet uns im ersten Augenblicke nicht recht ein. Wir find vielmehr der Ansicht, daß die Ausdrücke tr'x und 12; mehr besagen als cnx. Ja dem Ausdrucke v"x, in der Bezeichnung 12; denken wir uns etwas Großes, Hervorragendes, Ausgezeichnetes, während wir mit dem Worte tnx blos den allgemeinen Menschenbegriff verbinden. Und dennoch müssen wir diesen Ausspruch nach reichlichem Nachdenken eben so wahr, als mit tiefem Sinne erfüllt finden- Wohl denken wir uns unter irx einen geistig hervorragenden Mann, da uns diese Bezeichnung an unseren unerreichbaren Moscheh erinnert, welchen unsere Thora wo srxn, nennt; wohl verbinden wir mit dem Aufdrucke 12; im Anktange an rm;, den Begriffe männlicher Kraft und Stärke: Beide aber umfassen noch nicht das ganze Menschenthum in seiner erhabenen Einfachheit und anziehenden Schönheit. Wir können uns nämlich sehr wohl geistige und körperliche Stärke, geistige und körperliche Größe denken, ohne jenes liefergreisende, warmberührende. menschenbeglückende Wesen, das wir edles Menschenthum nennen. Dieses edle Menschenthum, das den ganzen Menschen durchgeistigt und veredelt, weihet und heiligt, das sein Denken adelt und sein Empfinden läutert; dieses edle Menschenthum, welches die Grundlage aller geistigen Begabung, aller körperlichen Kraft und Stärke sein sollte und müßte, die Sprache unserer heiligen Thora umfaßt es mit dem Ausdruck snx. Während 12; die Stärke, 2n;x die Schwäche am Menschen, während v"x das geistig Hervorragende an ihm bezeichnet, umfaßt die Bezeichnung vnx den ganzen Menschen, der auch in seiner Schwäche und Hilfsbedürftigkeil durch sein frommes Gottvertrauen, durch sein tugendhaftes Leben und hingebungsvolles Ausblicken zu Gott, groß und stark ist; der in seiner Wahrheit und Reinheit, in seiner Liebe und Sanftmuth dem erhabenen Ebenbilde entspricht, dem er nachgebildet worden ist. cnxn ns w; 2'pbx atoo '2. Denn Gott hat den vix in Seinem Ebeubilde gemacht. Und fragen wir uns, was ist es, das den Menschen zum aix, zum würoigen Ebenbilde Gottes macht? So finden wir keine bessere Antwort als: nrnrr nsr: Das ist die Thora. Sie bildet und erzieht, sie reinigt und läutert, veredelt und verklärt ihn, sie verleihet ihm Kraft und Stärke, sie wacht über ihn und beschützt seine Seele vor dem Pesthauche der Sünde, vor dem moralischen Tode. Unsere Gegner, die groß im Haffe und stark in Unduldsamkeit sind, werfen uns Unduldsamkeit vor, beschimpfen unsere Thora und schmähen unseren Talmud und unsere heiligen Bücher als Quelle der Unduldsamkeit und Inhumanität. Und doch ist es unsere heilige Thora, die da lehrt: aix mw nxi. Das ist das Hochziel der Thora, sie bildet den Menschen und beschützt ihn vor moralischem Tode; und doch ist sie es, die da lehrt 2-;xn nx nv'v z'pbs 2^2 '2:

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