Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 51 (30.6.1898)
- Date
- 1898-06-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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xixix. 3-ir«<ms. Jti'.; 81, Der Israelit. Ein Henlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. ITelimamt in istaini Donnerstag, Ve« 30. Juni 5658 (1898), Leitenver Artikel. Die Thora, ein Lebensbaum. (Zu Paraschath Chukath.) Von Rabbiner Dr. B. Fried mann, G rä tz. Das Leben erhält seine ganze volle Bedeutung erst dann, wenn wir es uns im Gegensätze zum Tode denken. Wir treiben gedankenlos umher auf dem sturmbewegten Meere des Lebens, ohne tiefer von dessen Werth ergriffen zu sein, und erst dann erfassen wir seine volle Bedeutung, wenn es sich freundlich vom düsteren Hintergründe der Todesschatten abhebt. Wenn wir das brechende Auge eines Vaters sehen, der den langen, schweren Abschied von den theueren Kindern nimmt; wenn uns der herzerschütternde Seufzer des sterbenden Gatten ergreift, der sterbend noch den zärtlichen Blick an der treuen Lebensgefährtin haften läßt; wenn uns das Wehklagen verlassener Waisen erschüttert, welche die treuen Pfleger ihrer zarten Kindheit, die zuverlässigsten Rathgeber und Führer verloren — dann erst verstehen, begreifen, würdigen wir die Segnungen des Lebens, dann erst werden wir so recht inne, welch' eine FreudensüÜe das Wort Leben in sich birgt. Und gilt dasselbe nicht auch vom sittlichen Leben, dem Leben der Seele und des Geistes? Ja, erst dann offenbart sich uns der ganze Werth dieses Lebens, wen/r wir es im Gegensätze zum moralischen Tode betrachten. Diesen Gedanken spricht die Paraschah Chukath mit den Worten aus: dtx mim nxt «so* ^.*7X3 *ib»k bai ^nxn!?k xan ba bnita nur '2. Wollt ihr c>'v' rwav den Segen der Thora, des sittlichen Lebens Quellen kennen lernen, so betrachtet den Menschen, der moralisch stirbt, sehet, wie er alles verunreinigt, das mit ihm in Berührung kommt. Die Thora ist Leben und Reinheit; die Sünde bedeutet Tod und Unreinheit. Wir leben ein Leben der Reinheit und Klarheit, des Herzens Lauterkeit und der höchsten Menschenwürde, wenn wir im Geiste der Thora leben; der Tod nimmt allmählich von uns Besitz, verunreinigt Herz und Gemüth und besteckt unsere Gedanken und Gefühle, so wir uns der Sünde in die Arme werfen, ja, Thora bedeutet Leben, wie Sünde Tod bedeutet. Als einst ein Heide die Widersprüche des Gebotes vom Parah Adumah fragend hervorhob, da erklärte Rabbi Jochanan ben Sackai seinen Schülern dieses Gebot mit den Worten: xovv non nb v2"n ’iroa mu ’nppn npn irnpn nox xbx pnoo ouan x*?i rrnm npn nxi aman »mna bv Tay1? ’xen nnx x. „Fürwahr! Nicht der Leichnam ist es, der verunreinigt, und nicht das Wasser ist es, das reinigt, sondern es ist das Wort Gottes, das reinigend und belebend wirkt." Willst Du, o Mensch, nicht eine „moralische Leiche" sein, dann darfst du meine Satzungen nicht außer Acht lassen, denn sie sind es, die dir Leben senden, ein Leben des Geistes und der Seele. Das ist die eigentliche Bestimmung der Thora, npn nxT rmnn, daß sie Leben spendet, daß sie den moralischen Tod der Sünde besiegt, daß sie reinigt und belebt. Wie aber die Sünde ihr tödtliches Gift nicht mit einem Male verspritzt, sondern es auf die sieben Jahreswochen des Menschenalters, auf die sieben Entwicklungsstufen des menschlichen Daseins vertheilt L'v' nyatp mob’ und wie nur die Gotteslehre es ist, die von diesem Tode rettet, rrnnn nm; all das, was in unserem Schriftverse btos angedeutet ist, bringen unsere Weisen in folgendem herrlichen Bilde zum vollen Ausdrucke: Die Sünde, sagen sie, führe sieben Namen, n i*np n-npn. Der Heilige, gepriesen sei Sein Name, nannte sie böse, denn Er sprach: nan 'v wyjä n vinn ab. Der Trieb des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an. — bny wip wo, Moscheh