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Der Israelit · 1898-06-23 · Heft 49 (23.6.1898) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 49 (23.6.1898)
Date
1898-06-23
Page
– (sequence 27)
Language
German
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besserungen in grösserem Umfange, als wir vorausgesetzt, anzuleilien. Namentlich sind grössere Zeichnungen — bis auf eine von 1000 Mark und einiger von 500—100 Mark — im ganzen Jahre 1896 nicht erfolgt. Zu Anfang des Jahres 1897 wurden uns von zwei Freunden je 2500 Mark mit der Bestimmung überwiesen, dafür während einer beschränkten Zeit einen Zögling kostenlos zu erziehen; Stiftungen solcher Art möchten wir gern recht viele übernehmen. Auch die uns seit Langem zugesagten 10,000 Mark von der Grossloge der Bene-Brüh gelangten in diesem Jahre zur Auszahlung, und zwar in Form eines zinsfreien Darlehns, kündbar bei etwaiger Auflösung unserer Anstalt, oder im Falle letztere ihrem Zwecke, nämlich der Erziehung jüdischer Kinder, entzogen würde. Die gezeichneten Jahresbeiträge entstammten in ihren Hauptsummen den drei Gemeinden: Frankfurt a. M., Hannover und Leipzig. (Fortsetzung folgt.) ***-- Die Meierei-Schule von Djedeida. -—f - Aus dem Jahresberichte der Alliance fsraclite Universelle pro 1895 war zu ersehen, dass das Central-Comitö in der Nähe von Tunis, in Djedeida, einen grossen Besitz von 1500 Hektaren erworben hatte, um daselbst eine Meierei-Schule für die israelitischen Kinder in Tunesien und ganz Nord-Afrika zu gründen. Das Gut, welches zur Zeit des Ankaufs in vollem Betrieb stand, enthält 20 Hektaren Weinland, 110 Hektaren Olivenbäume, etwa 7000 Bäume und 4 Hektaren Obstgärten; das Uebrige besteht aus Wiesen, Getreidefeldern und Futteranpflanzungen. Die Alliance hat den Besitz im April 1895 angetreten, und das Ergebniss des Jahres 1895 hatte dem Central- Comitö bereits den Beweis geliefert, dass die Abschätzung der Erträgnisse zur Zeit des Ankaufs nicht übertrieben waren. Wie weiterhin unten zu ersehen sein wird, war das Ackerbau- Jahr 1895/96 für Tunesien nicht günstig, in gewissen Regionen sogar unheilvoll. Die Erträge des Dominiums von Djedeida hatten gleichfalls unter den beklagenswerthen klimatischen Bedingungen zu leiden, indessen die Art der Culturen, die Sorgfalt, die darauf verwendet wurde, die intelligente Thätigkeit des Direktors Avigdor und seines jungen Stabes, der ihn so muthig unterstützt, haben die Folgen der bösen Witterung wesentlich gemildert. Was noch anspornender wirkt und der weisen und väterlichen Leitung des Herrn Avigdor alle Ehre macht, ist, dass kein einziger der zur Zeit der Eröffnung aufgenommenen Zöglinge seinen Beruf aufgegeben hat, und dass sie allesammt, nach den Ferien von 1896, die sie in ihren Familien verbrachten, nach der Anstalt zurückkehrten, glücklich, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können. Wie die Ackerbauschule zu Jaffa, so hat auch die Meierei - Schule von Djedeida die Hilfe der Jewish-Colonisation -Association zu verzeichnen, was sie in den Stand setzen wird, die Zahl der Zöglinge allmählich zu vergrössern und verschiedene Zweige des Betriebs zu entwickeln. Die im Jahre 1896 errichteten Bauten sind mit Rücksicht auf eine mögliche Vergrösserung gedacht worden, und ein Projekt ist in Vorbereitung, das die Zahl der jungen Leute, die dort ihre landwirtschaftliche Erziehung gemessen sollen, auf 120 oder 150 zu bringen gestattet. Da das Dominium von Djedeida aus nahezu 1000 Hektaren von bebaubarem Land besteht, glaubt das Central-Comitö, dass es ihm späterhin möglich sein wird, einige seiner Zöglinge daselbst zu installiren. Man wird gewiss mit Interesse einige Auszüge aus dem Berichte lesen, den Herr Avigdor über das Ackerbau- Jahr von 1895/96 an das Central-Comitö richtete. Im Laufe des eben verflossenen Jahres hatte ich mehrmals die Ehre, dem Central-Comitö bekannt zu geben, dass das Jahr 1895/96 für den tunesischen Ackerbau und namentlich für unsere Besitzung ein unglückliches war. Keiner von all' den Zwischenfällen, die die Bemühungen des Landwirts zu nichte machen, ist uns erspart geblieben; fast vollständiges Fehlen der Regengüsse während des Winters, im Sommer sengende Hitze, Winde aus der Wüste, Gewitter mit Hagel, Alles hat sich vereint, um unsere Kulturen nahezu zugrunde zu richten. Die Weingärten, welche schon sehr unter der seltenen Trockenheit des Winters gelitten hatten, wurden in der Blütezeit vom brennenden Sirocco zum grössten Theile versengt. Niemals zeigte sich die Natur dem Ackerbau so ungünstig; das Getreide hat nichts ergeben, nicht einmal die Bebauungskosten gedeckt. (Fortsetzung folgt.

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