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Der Israelit · 1898-06-23 · Heft 49 (23.6.1898) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 49 (23.6.1898)
Date
1898-06-23
Page
– (sequence 25)
Language
German
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109 Nachrichten aus Palästina. Der Handel mit Palästina. Der britische Konsul zu Jerusalem theilt mit, dass im vorletzten Jahre der Handel mit Palästina gegen das Vorjahr einen erheblichen Zuwachs aufwies. Die Einfuhr und Ausfuhr zusammen stieg 1896 auf 629,537 Lstrl., und betrug um 70,000 Lstrl. mehr als im Jahre 1895. Den dritten Theil der gesammten Ausfuhr bildet Seife, nächstdem kommen der Wichtigkeit nach Orangen, Sesam, Bohnen, Häute und Mais. Unter den Importen stehen obenan Baumwollwaaren, die ungefähr ein Viertel derselben betragen, dann Zucker, Petroleum, Holz, Mehl, Kaffee, feine Tuche und Reis. Nach Grossbritannien gingen Exporte für 55,000 Lstrl., und wurden von dort für 27,000 Lstrl. Waare eingeführt. Die britische Einfuhr neigt der Abnahme zu, doch sind die Zahlen nicht zuverlässig, da sich nicht genau feststellen lässt, in welchem Umfange die Einfuhr aus Egypten und anderen türkischen Häfen wirklich britischen Ursprungs ist. Die Einfuhr aus Frankreich nimmt ebenfalls ab, während die deutsche zunimmt. Unser Gewährsmann sagt, dass letztere Erscheinung namentlich dem deutschen Gebrauche, Geschäftsreisende auszusenden und Waaren auszustellen, zu verdanken ist. Letztes Jahr wurde Palästina bereits von 29 deutschen, 18 österreichischen, 13 französischen und 4 englischen Geschäftsreisenden besucht. Die in Palästina gesuchtesten Waaren sind dieselben, wie in den wichtigeren Seehäfen und Städten der Türkei, nämlich Baumwollwaaren, Reis, Kohle, Eisen, Konserven, Kurz- und Galanteriewaaren. Der Weinbau in den deutschen und israelitischen Kolonien Palästinas nimmt an Quantität und Qualität der Produktion zu. Die Bahnzüge zwischen Jaffa und Jerusalem laufen regelmässig und pünktlich. Jaffa. Bekanntlich führt seit einigen Jahren eine schmalspurige Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem, und vermittelt besonders den Fremden- und Pilgerverkehr nach der heiligen Stadt. Zwar geht täglich ein Güterzug von Jerusalem nach hier und umgekehrt, doch werden noch immer die meisten Lasten auf dem viel billigeren Wege der Kameelkaravanen befördert. Um den Personenverkehr, der sich ebenfalls zum grossen Theile noch der Eisenbahn entzieht, die freilich in jeder Beziehung noch viel zu wünschen übrig lässt, diesem Verkehrsinstitut mehr zuzuführen, sind jetzt für weniger bemittelte Eingeborene, die sonst die Privatwagen vorziehen, billige Retourbillets von hier nach Jerusalem mit dreitägiger Giltigkeitsdauer eingeführt. Unten folgt ein kleiner Plan über die Entfernungen und Preise. Ein dreitägiges Rückfahrtbillet kostet zwischen Jaffa und Jerusalem in der Regel 95 Regierungspiaster, und wird nur für I. Klasse ausgegeben. Ausserdem giebt es solche Rückfahrtkarten nach R a m 1 e h und S y d d a für 11 bezw. 10 Piaster in II. Klasse. Für die jüdischen Kolonien kommen drei Stationen in Betracht, und zwar Rami eh als Bahnhof für Katra (Gederah) und Wadi-Hanen, während die von der Bahn beinahe berührte Kolonie Ekron zu weit von einer Station liegt, um direkten Vortheil von diesem Verkehrsmittel zu haben. Dagegen ist die beste Verbindung mit der erst seit anderthalb Jahren bestehenden Kolonie El- Kästine (Beör-Tobiäh) über Sedsched, von welcher Station das Dorf etwa 2 bis 3 Stunden mit verhältnissmässig gutem Fahrwege entfernt ist. Endlich liegt die kleine neue Ansiedelung Artuh (Har-Töbh), die frühere Missionsstation, kaum mehr als zehn Minuten von dem Bahnhofe Der-Ab an. Sehr wichtig wäre es, bei etwaiger Anlage von neuen Ansiedelungen, die Nähe der Eisenbahnstationen zu berücksichtigen, da nicht nur die Bahn davon einen Vortheil ziehen würde, sondern eine gute Verbindung mit dem einzigen, von regelmässigen Dampferlinien frequentirten Seehafen, wegen des Absatzes der Erzeugnisse, eine der wichtigsten Lebensadern der gesammten Kolonisation schon jetzt ist, und bei weiterer Entwickelung noch mehr werden dürfte. Kilometer Station I. Kl. II. Kl Treis in Lasier*) — Jaffa. — — 20 Sydda . 16,10 6- 23 Ramleh. 18,30 7,— 40 Sedsched . 32,20 12,— 51 Dä-Abän. 41,20 15,- 76 Bittir. 61,30 22- 87 Jerusalem .... 70,20 25,— — Jerusalem .... — — 11 Bittir. 9,— 3,— 37 Dä-Abän . 30,- 11- 47 Sedsched . 39,- 14,- 64 Ramleh. 52,30 19,— 68 Sydda . 55,30 20,- 87 Jaffa. 70,20 25- *) Ein Piaster 16 Pfennig.

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