Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 48 (20.6.1898)
- Date
- 1898-06-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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881 zeugend und begeisternd tief und unvergeßlich in das Herz der Andächtigen eindringend. Mehr aber als durch seine Reden predigte er durch das lebendige Beispiel. Ihm war keine nuto zu beschwerlich, keine zu geringfügig! Wie leuchtete sein treues Auge vor Freude, wenn er eine Pflicht erfüllen konnte. Fehlten den Armen Kleider, seine besten waren für sie gut genug; fehlte es ihnen an Brod, er gab das seine vom Tisch hinweg! Und lebte er auch mit seiner Familie in bescheidenen Verhält niffen, für die Armen hatte er stets eine freigiebige Hand. Er spendete ihnen über seine Kräfte und verstand es, edle Freunde, hochherzige Bekannte für seine Armen zu interessieren. So mancher Kranke hatte ihm die Wiederherstellung seiner Gesundheit zu verdanken, mancher im Geschäft zilrückgekommene die Wiedererstarkung desselben; viele Waisenkinder ihre Erziehung und Ausbildung; Wittwen ein weniger sorgenvolles Leben. Wie er es aber verstand, Trostlose durch seine herzlichen Worte aufzurichten, Gebrochene durch warmen Zuspruch mit ihrem Schicksale auszusöhnen, Trauernde zu trösten, jedem jxe,' imb isds entgegenzukommen, wie er Kranke, — selbst solche die als ansteckend von anderen gemieden wurden, aufsuchte — sich für sie verwendete, für sie sorgte, davon wissen Tausende zu erzählen! Und dabei blieb ihm die Hauptbeschäftigung sein Thorastudium, worin er wie wenige — sei es in rvx'j» oder niB’in — Meister war. Wer hätte ihn je — in Homburg oder später in Frankfurt — unbeschäftigt angetroffen? Entweder saß er über seinen Seforim oder er erledigte Liebeswerke rrei npnst! In Homburg hatte er immer Bachurim um sich, deren Ausbildung er sich als heilige Aufgabe angelegen sein ließ. Sein selbstloses Wirken fand die größte Anerkennung seitens seines Landesfürsten, des sel. Landgrafen Ferdinand, der dem jüd. Geistlichen seines Fürstenthums eine ganz seltene Verehrung entgegenbrachte und demselben er viele Zeichen besonderen Wohlwollens gab. Rabbiner Fromm hatte so 24 Jahre als treuester Führer Lehrer seiner Gemeinde vorgestanden, als ihn der große den men für nw cnpjr nso ny ^3 erhalten möge, Herr Baron W. C. von Rothschild an seine Seite berief und selbst wie kein zweiter erfüllt von heiliger Begeisterung für die nun und ihre höchsten Ideale, denl pnst den Boden gewährte zur heiligen, reinen Thätigkeit für n-nay min und n*oj. Und welche Thätigkeit hat dann Rabbiner Fromm *h in Frankfurt entfaltet. Mit wunderbarer Kraft, für die es keine Müdigkeit gab, hat er dem Thorastudium unablässig obgelegen, lernend und lehrend, bis in seine letzten Tage hinein mit Geistes- > kraft'/eines Jünglings ein wahrer onn npw wb, wandelnd auf dem fr», auf den der on, R. Nathan Wolf und der ibb ins ihn in seiner Jugend geführt hatten. Und welche Glückssonne strahlte an seinem Himmel voll Glanz und Wärme dadurch, daß der edle »nw, Herr Baron von Rothschild, ihm durch freundlichstes Entgegenkommen es ermöglichte, die Sache aller Armen und Gedrückten bei ihm zu vertreten, dadurch, daß der Herr Baron '"j voll einziger nxi' und unerschöpflicher Güte allem, was der '21 pnat ihm vortrug, immer mit reichspendender Hand und mit nie müde werdendem Sinn seine Zustimmung gewährte. Wer hat sich wohl umsonst an ihn gewendet? Wie hat er sich da stets bestrebt, für o'»3n nnAn zu sorgen, verschämten Armen, Familien Decennien hindurch zu Brod, Fleisch, Kleidern u. dergl. zu verhelfen, armen Schülern, jüd. Schulen namhafte Summen zuzuführen. Sejner ganz besonderer Fürsorge hatte sich die isr. Präparanden (Talmud Thora)- Schule zu Höchberg zu erfreuen, dessen Kuratorium er als bewährtes Mitglied angehörte. Es verging wohl selten eine Mahlzeit, an der nicht Arme an seinem Tische theilnahmen; Rabbiner F romm's Zart sinn, Güte und Milde kannten keine Grenzen, spotten aller Schilderung. Und dabei war dieser bnr die verkörperte Bescheidenheit. Selbst seine nächste Umgebung erfuhr nur selten, wenn er Großes bewirkte; ja er wies unwillig jeden Dank zurück, man war überzeugt, daß man ihm einen Gefallen erweise, indem man seine Güte in Anspruch nahm. Unvergessen sind seine früheren Vorträge im v"n npv-Verein, unvergessen wohl auch sein nBon um den riesengroßen ersten Rabbiner der isr. Religionsgesellschaft Samson Raphael Hirsch ^pvn den er im Auftrag der Verwaltung der genannten Vereinigung hielt. Sehr oft hat er auch durch sein vermittelndes Wort, durch seinen Rath, um den ihn zuweilen maßgebende Persönlichkeiten baten. Großes bewirkt, und gar manche segensreiche Institution ist seinem stets bewährten Eingreifen mitzuverdanken. Daß er auch in Frankfurt von allen, die ihn näher kannten, verehrt und gewürdigt wurde; daß es ihm auch hier gelang, auf gar viele den besten Einfluß auszuüben, braucht dieses erst erwähnt zu werden? Und was er seiner Familie gewesen! Wie ihn die innigste Liebe mit seiner vor 5 Jahren ihm ny vorausgegangenen edlen Gattin verbunden; wie die Gatten sich gegenseitig verehrten, sich eins wußten für alles Edle und Fromme, alles Gute und Rechte; wie sie wetteiferten, sich gegenseitig zu beglücken, zu erfreuen, das vermögen Worte nicht anzudeuten! Als ihm die Edle entrissen worden, ertrug er wohl in frommer Ergebenheit diesen schwersten Schlag seines Lebens, aber verwinden konnte er ihn nie, die Wände klaffte und blutete, bis mwi owiwn