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Der Israelit · 1898-06-16 · Heft 47 (16.6.1898) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 47 (16.6.1898)
Date
1898-06-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXIX Jahrgang. Erste Beilage ju M 47 des „Jsnwltt“. leitender Artikel. Die Nabrang des gesunden i kranten Magens- Zur Verhütung uml Linderung von Magenkrankheiten. Mit b somlerer Berücksichtigung der jüd. Speiaegesetze. Von I>r. P. Münz, pract. Arzf, Nürnberg. II. (Fort,setzuug.) Die li€‘hre von der Ernährung. Alle Aeusserungen der Lebensthätigkeit, mögen sie körperlicher oder geistiger Natur sein, sind an eine Reihe von complicirten Vorgängen geknüpft, welche sich im Innern des Körpers abspielen. Diese Vorgänge bestehen in gewissen Zersetzungs- und Verbrennungsprocessen, die ihrerseits einen unaufhörlichen Stoftverbrauch bedingen. Um diesen Stotfverbrauch zu decken, ihn zu ergänzen oder zu ersetzen, dazu dient die Nahrung, die aus verschiedenen Produkten des Thier- oder Pflanzenreichs zusammengesetzt ist. welche je nach ihrer Abstammung als animalische oder vegetabilische Nahrungsmittel bezeichnet werden Die Nahrungsmittel ihrerseits sind, wie uns die Pb ende lehrt, nicht so ganz einfache Gebilde, sie stellen vielmehr Verbindungen aus verschiedenen chemischen Stoffen dar. Kin Theil dieser Stoffe nimmt an der Ernährung, an dem Aufbau des Körpers keinen Antheil und wird aus demselben als belanglos wieder ausgeschieden; ein anderer Theil gellt in die Körpersäfte über und dient dazu, den Verbrauch des Körpers an stofflichen Bestandtheilen zu verhüten oder zu ergänzen und so den Lebensprocess weiter zu unterhalten; er ist dazu berufen, die Zellen-, die Gewebs- und Organsäfte, kurz den ganzen Körper aufzubauen und zusamnienznsetzen. Diese für die Erhaltung des Körpers so wichtigen Bestandteile in den Nahrungsmitteln sind Wasser, Eiweiss, Fett, einige mineralische Salze sowie die Kohlehydrate mit ihren Repräsentanten Mehl , Stärke, Zucker und werden als Nährstoffe bezeichnet. Zu den lebenserhaltenden Stoffen gehört in erster Reihe auch der Sauerstoff“, welcher sich weniger in den Nahrungsmitteln selbst als vielmehr in der I Duft vorfindet und durch den Akt des Athmens in den menschlichen Organismus übergeht, in das Blut, in die Muskeln und andere Gewebe, wo er dazu dient, den Verbrennungsprocess zu unterhalten. Der Gehaltdes Körpers an den genannten Bestandtheilen ist grossen Schwankungen unterworfen und richtet sich nach den jeweiligen Ernährimgsverhältnissen. Durchschnittlich besteht der Körper des Erwachsenen zu 2/3 seines Gewichtes aus Wasser; sein Gesammtbestand an mineralischen Salzen lässt sich auf etwa fünf Procent veranschlagen. Neben Wasser nehmen die Eiweissstoffe die quantitativ hervorragendste Stelle ein, sie betragen etwa 16 Procent des Körpergewichtes. Der Fettgehalt ist von der grösseren oder geringeren Entwickelung des Fettpolsters abhängig und schwankt zwischen 9 und 20 Procent. Die Kohlehydrate finden sich, weil sie im Laufe des Lebensprocesses zerfallen und eine Umsetzung erfahren, nur in ganz geringen Mengen im Körper aufgespeichert. Allerdings ist die Bedeutung, die jedem dieser Stoffe in dem Haushalte des Organismus zukommt, von verschiedener Art. Während das 'Wasser und die mineralischen Salze an dem inneren Lebensproces.se selbst, an den Stoffwechselumsätzen und der Wärmebildung keinen . Antheil nehmen und nur als Baumaterial beim Aufbau der körperlichen Gewebe mitwirken, so fällt den anderen Nährstoffen ausser dieser Rolle auch noch die Bedeutung zu, als die eigentliche Quelle der Wärme- und Kraftproduktion zu dienen. Gerade dieser letzteren Eigenschaft der Nährstoffe wird heutzutage eine so hohe Bedeutung beigemessen, dass von verschiedener Seite versucht wurde, den Werth der Nahrungsstoffe. einzig und allein nach ihrer Fähigkeit, Wärme zu erzeugen, nach ihrem Brennwert he — Calorie — zu bestimmen. Aber auch in dieser Beziehung sind gewisse Werth unterschiede unter den Nährstoffen nicht zu verkennen. Die Eiweissstoffe, zu denen auch der Leiin, eine gelatineartige, eiweissähnliche Verbindung, gehört, gelten als die hauptsächlichsten Gewebebildner des Körpers, und mit ihrer in der Nahrung aufgenommenen Menge hängt in erster Reihe die Grösse und Stärke der Verbrennungsvorgänge und des dadurch bedingten Lebensprocesses zusammen: sie bilden darum den wichtigsten Bestand theil der Nahrungsmittel. Die Fette und die Kohle-

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