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Der Israelit · 1898-06-13 · Heft 46 (13.6.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 46 (13.6.1898)
Date
1898-06-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXlJC. Hihrgartg. M 46. Der Israelit. Ein AenLrak-Hrgan für das orthodore Audenthum Begründet von Dr. ITeJjmanw in Ittiiin} montan, de« 13. Juni 565« (18SS). Leitender Artikel. Gl« Kich, das nidgts für ««feie Kinder lfl. * Mainz, 9. Juni. Wenn uns ein Gebetbuch vorgelegt wird, in welchem diejenigen Stellen der Gebete fehlen, die sich auf unsere Erwählung von allen Völkern, auf den Messias, auf den Opferdienst im heiligen Tempel, auf die Erfüllung der Mizwot Zizis und Tephilin beziehen, so werden wir ein solches Machwerk weit von uns weisen und ergrimmt sein auf denjenigen, der unsere heiligen Gebete verstümmelt hat, um dem Volke den Glauben an die heiligsten Grundsätze unserer heiligen Religion zu rauben. Es gehört kein Scharfsinn und auch keine große Gelehrsamkeit dazu, das Verwerfliche eines solchen Buches zu erkennen, und auch den einfachen Mann wird man nicht erst aufmerksam machen müssen, daß es sündhaft ist, ein solches Buch beim Gebete zu gebrauchen. Die Gebete sind allen wohlbekannt und geläufig, das Fehlende wird sogleich bemerkt und vermißt. Bei den meisten anderen literarischen Erscheinungen auf religiösem Gebiet ist es merkwürdigerweise ganz anders. Wenn da der Autor nicht mit lauter Stimme stolz seinen Unglauben erklärt, wie es in der Zeit des reformistischen Uebermuths der Fall war, dann muß man trotz einer Fülle von systematischen Auslassungen nnb Entstellungen den Leuten erst einen hochpeinlichen^ Beweis bringen, daß sie ein Werk vor sich Habens das sagen wir, nicht besser ist, als eine Vogelstein'sche Tephila. Vor uns liegt die biblische Geschichte von S. Müller, Hauptlehrer in Müllheim in Baden, welche den geschmackvollen Titel „Ein Buch für unsere Kinder" führt, welchen wir von den Märchenbüchern unserer Kleinen aus kennen. Das Buch ist nach den modernsten pädagogischen Systemen gearbeitet und ohne genauere Prüfung wegen seiner in's Auge fallenden äußerlichen Vorzüge vielfach auch von uns befreundeter Seite zum Gebrauch für die jüdische Schule warm empfohlen worden. Wir haben diese vielgerühmte biblische Geschichte durchgelesen und sie mit tiefem Bedauern für die unschuldigen Kinder, welchen hier die Grundlage des Glaubens schon in frühester Jugend erschüttert wird, aus der Hand gelegt. Alle Stellen dieses Buches, die wir zu tadeln haben, können wir nicht anführen. Die ganze Anlage entspricht den Anschauungen der Männer, die bis auf den heutigen Tag das Judenthum durch ihre Reformen zu untergraben suchen. Sehen wir uns einmal in dem Buche um. Wie zum Beispiel will der Verfasser Freude und Stolz über die Offenbarung der Thora in das Herz der Schüler senken? „Auch wußten die Israeliten noch nicht, wie sich brave Manschen gegen Gott und gegen ihre Mitmenschen verhalten sollen. In Aegypten hatten sie das als Sklaven nicht lernen können, deßhalb wollte Gott dem Volke heilige Gesetze geben." Wir glauben, daß Gott durch die Offenbarung seines Willens uns vor allen Völkern ausgezeichnet hat. Der Verfasser sagt den Kindern, daß wir als Sklavenvoll weniger gut als die andern Menschen gewesen seien und deßhalb eine Offenbarung desjenigen, was die Anderen schon wußten, uns nothwendig gewesen wäre. In Consequenz dieser Darstellung wird dann iokii ns 'in npr einfach übersetzt. „Sage dem Volke" und nach 'b 27i"ni der Schluß des Verses bsz psn b2 'b *2 D’oyn einfach ausgelassen, während sonst die betreffenden Verse wörtlich wiedergegeben werden. Das geschieht wohl damit die Kinder ja nicht auf den Gedanken kommen, daß Israel durch die Offenbarung der Thora einen Vorzug vor anderen Völkern erfahren habe. Mit der Darstellung, das Volk soll sich zu einem F e st e

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