Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 45 (8.6.1898)
- Date
- 1898-06-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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WMWDNWMWWWWWWWWWMWMff^^^ kBVVAZ: -VF. ,W 833 Zeitungsnachrichtett und Correfpoudeuzen. Deutschland. Berlin. Der Verband für jüdische Wohlthätigkeitspslege versendet jetzt den Bericht über die Thätigkeit der Centralstelle für die Wohlthätigkeitsanstalten in der jüdischen Gemeinde. Derselbe umfaßt die Zeit vom Mai 1896 bis April 1898. Zur Zeit gehören zum Verbände bezw. zur Centralstelle 36 verschiedene Vereine, Korporationen, Landsmannschaften, Stiftungen usw. an, u. a. so ziemlich sämmtliche Wohlthätigkeits-Jnstitutionen der jüdischen Gemeinde. Außerdem nimmt die jüdische Gemeinde, das Aeltesten-Kollegium der Kaufmannschaft und die städtische Stiftungs-Deputation die Dienste der Centralstelle in Anspruch. Die Zahl der zur Erledigung gelangten Geschäfte ist eine außerordentlich große, bekanntlich sind es in erster Reihe Anfragen und Berichte, welche die Wirksamkeit der Organisation absorbieren. Im Ganzen sind 16323 Anfragen und 19160 Berichte bei der Centralstelle eingeliefert. König, i. Odenwald. Unser Lehrer Herr Israel Ehr mann feierte am 1. Juni a. e. sein LöjährigeS Dienstjubiläum als Lehrrr und Cantor der hiesigen isr. Gemeinde, woselbst er ununterbrochen segensreich zur Zufriedenheit seiner Gemeinde wirkte. Ein Schüler vom ihm ist Sr. Ehrw. Herr Dr. Mannheimer, Landesrabbiner in Oldenburg; mehrere isr. Lehrer haben bei dem Jubilar den Grundstein zum nim-Srudium gelegt und sammtliche Schüler und Schülerinnen wurden zur Frömmigkeit von ihm angehalten. Möge es dem braven strenggläubigen Jubilar vergönnt sein, noch viele Jahre segensreich in seiner Gemeinde zur Freude seiner Gemeindemitglieder im Amte weiter wirken zu können. Das gebe Gott! » Schweiz. Basel, 2. Juni. Am letzten Sonntag fand hier ein stürmische und der Tagesordnung, sowie ihres Ausgangs wegett wichtige Gemeinde-Versammlung statt. Es handelte sich um eine Revision der Statuten, die von einer Commission ausgearbeitet war und vom Vorstande, der sie angenommen hatte, der Gemeinde-Versammlung vorgelegt wurde. Ju den neuen Statuten waren einige nicht unwesentliche Aenderungen enthalten, das besondere Interesse aber eoncentrierte sich^vornehmlich auf einen Paragraphen, der, wie man von gegnerischer Seite behauptete, die Rechte der Gemeinde Mitglieder beschneiden sollte. Es bandelt sich um Folgendes: In der hiesigen Gemeinde besteht die Bestimmung, die Ihren werthen Lesern seltsam erscheinen wird, weil sie, außer in der Schweiz, wohl in der ganzen Welt nicht vorkommt, daß der Rabbiner und der Oberkantor nach Ablauf ihrer Amts-Periode, also nach 3 resp. nach 6 Jahren, sich einer geheimen Wiederwahl durch die ganze Gemeinde unterziehen müssen. Daß dieser Zustand auf die Dauer nicht haltbar ist, leuchtet jedem Verständigen ein. Wie kann der Rabbiner irgend welche Autorität ausüben, wenn über sein Wohl und Wehe alle drei Jahre jedes Genleinde-Mitglied sein Urtheil abgiebt. Wie kann er als der religiöse Führer der Gemeinde, wie es seine Aufgabe ist, die Forderungen des Gottesgesctzes, unbekümmert um Freund und Feind, vertreten und ihnen zum Siege verhelfen, wenn jeder religiöse Erfolg ihm im Lager der religiös anders Gesinnten so und so viele „Rein"-Stimmen verschafft, die am er, am Tag der Urnen-Abstimmung, seine Existenz bedrohend Ist eine derartige Statuten-Bestimmung nicht geeignet, den Rabbiner zum Heuchler und zum Schmeichler zu machen oder ihn dahin zu bringen, daß er um seiner Würde und Selbstachtung willen auf seine Stellung verzichtet? Aus diesen Erwägungen hatte der Vorstand in die neuen Statuten die Bestimmung ausgenommen, daß der Rabbiner und Oberkantor sich nur dann einer Wiederwahl unterziehen müßten, wenn der Gemeinde-Mitglieder vor Ablauf der Kündigungs- Frist ein diesbezügliches Begehren stelle. Die General-Versammlung, die über den Statuten-Entwurf zu beschließen hatte, war trotz der Wichtigkeit der Tagesordnung kaum von der Hälfte der Mitglieder besucht. Rach mehrstündiger Diskussion wurden die neuen Statuten en bloc mit 85 gegen 39 Stimmen verworfen. Der Gesam mt-Vorstand hat nunmehr seine Demission gegeben! — Dem Gemeinde-Präsidenten, Herrn I. Dreh sus-Strauß, gebührt der herzliche Dank aller Einsichtigen. Unbekümmert darum, ob er seine Popularität vermindere, nicht nach dem Beifall der großen Menge jagend, hat er gethan und vor der Gemeinde vertreten, was er als recht erkannt hat und von dessen Nichtigkeit sich in späteren Zeiten vielleicht einmal die ganze Gemeinde überzeugen wird. Australien. '< Sydney. Eine hiesige katholische Zeitung die „Katholic Preß" hatte aus Anlaß des Falles Buschoff die heftigsten und schmutzigsten Angriffe gegen die Juden gebracht. Als der Rabbiner Harris sich daraufhin an den Cardinal Moran, den höchsten katholischen Geistlichen in Australien wendete, erhielt er die Antwort, daß dieser in keiner Beziehung zu dem betreffenden Blatte stände, aber desien Angriffe aus die Juden sehr bedauere. Tie Juden kenne und schätze er als sehr achtungSwerthe Mitbürger.