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Der Israelit · 1898-06-02 · Heft 43 (2.6.1898) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 43 (2.6.1898)
Date
1898-06-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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794 nehmen jede Zukunft absprachen. Es sind schwere Sünden beim Bau dieser Linie begangen worden; er wollten zu viele bei dieser Gelegenheit verdienen, und so ist der Bau viel zu theuer geworden. Der heutige Verkehr auf dieser Bahn ist ja nicht übermäßig groß, immerhin findet der eine Zug, der täglich in jeder Richtung abgelasien wird, genügend Benutzung, und an hohen Festtagen, sowie an Markttagen müssen schon jetzt Exlrazüge eingeschoben werden. Es sind durchaus nicht allein die Fremden, welche die Bahn benutzen, sondern auch die Eingeborenen haben es verhältnißmäßig schnell verstanden, sich de» neuen Verkehrsmttlels zu bedienen. Früher war e» kaum möglich, an einem Tage von Jaffa nach Jerusalem zu gelangen. In der Regel wurde in Ramla übernachtet, von wo dann noch 8 Stunden Weges bis Jerusalem waren. Heute erreicht man die heilige Stadt in weniger als 4 Stunden. Unterwegs hält der Zug an sieben Stationen, und es scheint sich auch zwischen diesen ein lebhafter Lokalverkehr der Landesbewohner zu entwickeln. Diese benutzten fast ausschließlich die zweite Klasse, während die erste von den europäischen Reisenden, die fast ausnahmslos die ganze Strecke von der Küste bis zur Hauptstadt fahren, belegt wird. Sehr unangenehm werden die Reisenden berührt, daß sie, an der „Station Jerusalem" angekommen, von Jerusalem selbst noch recht weit entfernt sind, und immer noch ein artige- Stück Weges zurückzulegen haben, bis sie den Fuß in die heilige Stadt setzen können. Sehr schlechte Erfahrungen hat eine englische Gesellschait gemacht, die Damaecus und Hauran direkt mit der See verbinden wollte. Denn nachdem 10 Kilometer vollendet waren, gingen die Mittel aus, und heute liegt alles brach, und die Araber benutzen die Schwellen für ihre Häuser.? Jerusalem. Der Correspondent der „Jewish World" hat die Apotheke u> d das Spital der Mission besucht und jenes ohne Beschäftigung und dieses leer gefunden. Das ist ein erfreuliches Zeichen, daß der Cherem der Rabbiner und die Arbeit der B'ne Zion nicht umsonst gewesen ist. Die Seelenfäugerei in Jerusalem scheint also für einige Zeit lahmgelegt zu sein. vermischtes. Berlin. Die verwittwete Frau Geh. Kommerzienrath Schwabach hat zu Ehren ihres am 23. Februar d. I. verstorbenen Ehegatten, des Geh. Konnnerzienraths Schwabach, die Summe von 100000 Mark zur Vertheilung an verschämte Bedürftige ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisse» dem Magistrat überwiesen. Hiernach sind alle die Personen ausgeschlossen, die bisher von den Armenkommissionen einmalig oder fortlaufend unterstützt worden sind. Die Vertheilung kann erst erfolgen, wenn die landesherrliche Genehmigung zur Annahme der Zuwendung ertheilt ist, was einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird. Posen, 30. Mai. Unsere Gemeinde wurde beute in große Trauer versetzt. Der Sohn unseres ehrwürdigen Rabbiners Herrn Dr. Feilchenfeld *"j, Herr Rabbinats-Candidat Dr Ludwig Feilchenfeld, starb heute nach kurzem Krankenlager plötzlich im Alter von 26 Jahren. Die ganze Gemeinde und Stadt ist in großer Betrübniß. Die Beerdigung fand am Dienstag Abend 71/2 Uhr statt. n"2SJn. Budapest (Ein Hundertjähriger.) In Waitzen wurde, wie man schreibt, ein Greis zu Grabe getragen, der ein volles Jahrhundert unter den Menschen gewandelt und der trotz des bescheidenen Wirkungskreises, der ihm beschieden gewesen, ungemein viel Gutes stiftete. Der alte Daniel Deutsch mar der erste Jude gewesen, der in Waitzen die Erlaubniß erhalten hatte, sich dort ein ständiges Heim zu gründen. Seit dieser Zeit lebte Deutsch bis zu seinem kürzlich erfolgten Tode in einem und demselben Hause, an der Seite seiner greisen, jetzt 86jährigen Gattin, die er jetzt, nach 66jähriger glücklicher Ehe als Wittwe zurückließ. Vor siebzehn Jahren suchte Deutsch den Augenarzt Professor Schuleck auf mit der Bitte, eine Angenoperation an ihm vorzunehmen. Der Professor bemerkte gutmüthig, daß es schade sei, wegen der paar Monate einen chirurgischen Eingriff vorzunehmen. Deutsch bestand aber auf der Operation und aus den paar Monaten wurden noch viele Jahre, die der wackere Alte in ungetrübtem Familienglück verlebte. Außer seiner Wittwe betrauern sechs Kinder, dreizehn Enkel und sechzehn Urenkel den Tod des Wackeren, dem die gesammte Intelligenz dcr Stadt Waitzen das letzte Geleite gab. Deutsch erreichte ein Alter von genau 100 Jahren. Briefkasten der Expedition. Herrn A Nordmann Goetschel, Freiburg: Betrag dankend empfangen. S. K: M. 5.—dankend empfangen._ HUT Wir machen hiermit unsere geehrten Leser ans den in unserer heutigen Nummer beigelegten Prospectus der Firma R von HünerSdorff Nachs-, Stuttgart, ausmerksam. Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, aus Gegenseitigkeit gegr. 1830 (alte Leipziger). Es sind vom 1.Januar bis Ende Febr. 1898 1032 Versicherungen über 8 011200 Mk. beantragt worden, als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 133 Mitglieder, die mit 683 550 Mk. versichert waren. Dcr Versicherungsbestand stellte sich Ende Febr 1898 aus 69 600 Personen mit 517 Millionen Mk. Versicherungssumme, das Vermögen auf 160 Millionen Mk. Für fällig gewordene Versicherungssummen sind bis jetzt ausgezahlt 108 Millionen Mk., a s Dividenden an die Versickelten gewährt 54 Millionen Mk; Dividendcnreserven in Höhe von 25 Millionen Mk. liegen zur weiteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitiqkeitsanstalt ist. fließen alle Ueberschüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre wie bereits seit einem Jahrzehnt, 42 <7» der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem 1*/, °/0 der Summe der gezahlten Zusatzprämien._ Soolbad Harzburg-, Park-Haus. Etablissement I. Rangcs mit. Aufsicht Sr. Ehitv. de» Rabb. Dr. Auerbach, Halbelstadr.J^d. Samstag Gottesdienst t Hnnse Pension von M. 0.5V an. SI, Hecht.

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