Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 74 (20.9.1898)
- Date
- 1898-09-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1392 besuchen wird. Jede Familie erhält zunächst Unterstützung und zwar besteht dieselbe aus sechs Personen, 12 M. pro Woche, besteht sie aus drei Personen L M. per Woche. Der unverheirathete Kolonist erhält 6 M. pro Woche. Zum Ankauf des Futters wird für je ein paar Ochsen zwei M. pro Woche bezahlt. Die Häuser sind bereits gebaut; und zwar enthält jedes derselben drei Zimmer 16 Fuß lang und 14 Fußbreit. Jedes Haus kostet 1100 M. Auch 15 Gärten, jeder einen halben Dunam groß, sind bereits eingerichtet und 24 Fruchtbäume in jeden derselben gepflanzt. Der Rest des Terrains wird in den ersten Jahren gemeisam bearbeitet und im nächsten Jahr getheilt werden. Gegenwärtig sind 800 Dunam Land mit Wicke besät, und ein großer Transport Rindvieh und Geflügel ist bereits unterwegs. Von den Kolonisten waren einige schon in Rußland Ackerbauer, einer war Kolonist in Argentinien, die Meisten sind Schneider, Schuster und Tischler. Wir wollen hoffen, daß die Kolonisten den vollen Erfolg erreichen, den sie sich versprechen. Holland.? Amsterdam. Die Theilnahme der Juden an den Rationalfeftlichkeiten, die zu Ehren der Krönung der jungen Königin von Holland stattfanden, war eine außerordentlich große; sie kann aber nicht groß genug sein, wenn man die Wohlthaten würdigt, die die Juden von der oranischen Herrscherfamilie zu einer Zeit erhielten, als sie im ganzen Europa verfolgt wurden. Seidem haben sie immer eine günstige Position in den Niederlanden gehabt und auch in der Gegenwart ist dieser Staat eine der wenigen Länder geblieben, die als sichere Zufluchtsstätte der Juden aus der Hochfluth des Antisemitismus hervorragen. Bei der großen Festlichkeit in der Amsterdamer Kirche zur Einsetzung der Königin war unter den geladenen Ehrengästen auch der Oberrabbiner von Amsterdam, Dr. I. K. Dünner. Selbstverständlich fand in allen Synagogen des Königreichs Festgottesdienst statt und besonders die Amsterdamer Synagogen waren prächtig geschmückt, allen voran die alte portugiesische Synagoge, in der große Schätze von Gold und Silber verwendet waren. Auch das Ghetto von Amsterdam, die Joden Breestraat ist mit ebenso großem Geschmacke, wie mit reichen Mitteln decorirt worden. Besonders in den Abendstunden, in denen diese Straße die ganze Woche lang illuminirt war, zog sie die Aufmerksamkeit aller Fremden und selbst vieler Amsterdamer aus sich. Unter den spalierbitdenden Körperschaften befand sich auch der jüdische Handwerkerverein. Natürlich ist auch ein wahrer Ordensregen auf unsere Glaubensgenossen niedergegangen; so erhielt Dr. B. Ritter, der Oberrabbiner von Rotterdam die Ritterschaft des Ordens vom Niederländischen Löwen, Rabbiner Jacob A. WiemkeS Ehumaeöcro die Ritterschaft des Oranisch-Nassauischen Ordens. Ferner wurden noch 17 Glaubensgenossen mit diesem Orden in verschiedenen Klassen bedacht. Schließlich noch einige Histörchen. Ein reicher hiesiger Fabrikant setzte für alle jüdischen Mädchen, die am 7. September geboren wurden, ein Geschenk in Form einer silbernen Schmuckkette aus. Er hatte achtmal Veranlassung dieses Geschenk abzugeben. Man erzählt sich, daß die Königin Wilhelmine es mit den Juden besonders wohl meine. Vor einigen Jahren nrachte sie einen Ausflug durch die Stadt und wurde überall mit lautem Jubel begrüßt. Sie wurde plötzlich jedoch etwas unwohl und schlief ein. Als der Wagen durch das Judenviertel kam, hatte sich die Nachricht davon blitzschnell verbreitet und die Juden bildeten Spalier, alle entblößten Hauptes, aber in größter Ruhe, uni das Königskind nicht zu erwecken. Der jungen Fürstin wurde später dieser Zug von liebevoller Rücksicht seitens ihrer jüdischen Unterthanen mitgetheilt und sie hat ihnen dies Benehmen sehr hoch angerechnet. Indien. V Bombay. Durch das erneute Auftreten der Pest sind die Juden in Indien zum Theil in sehr große Noth gerathen. Nicht allein, daß Pest und Hungersnoth mancher Familie den Ernährer raubten, andere durch lange Krankheiten schwächten, hat die durch diese Plagen hervorgerufene Stockung der Geschäfte viel größeren, weit umsasienderen Schaden gethan und sehr viele jüdische Familien broolos gemacht. Die Hilfsfonds haben sich ganz ungenügend gezeigt, sogar die reichliche Spende der Baronin Hirsch, die 8000 M. gesandt hat, kam den Armen nicht zu Gute, denn aus unverständlichen Gründen ist diese Summe nicht zur Vertheilung gelangt. Nun haben die ärmsten jüdischen Familien in Bombay sich mit einer Petition an die Baronin gewandt, die Vertheilung ihrer großmüthigen Spende endlich veranlassen zu wollen. loaesiau 10 Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzirte Preise, während der Inventur-Liquidation. Muster auf Verlangen franco ins Hans. 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