Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 74 (20.9.1898)
- Date
- 1898-09-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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X£XIX. Jahrgang. M t4. Der Israelit. Ein Aenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum Begründet von 0r ITefjmmtW in Mtttnr Dienftag, den 2 0. September 5659 (1898). Da mit dem 1. Dct. 1898 ein neues Quartal beginnt, so ertauben wir uns, die gectjvtcu Abonnertten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1898 eingetragen unter Nr. 3684. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Poftguittnng) erhalteil unser Blatt bis Ende September gratis._ Leitender Artikel. .□niMn nv mny Gedanken über den fttnft HirAKMMWkn am UerfahnnnsstW?) Voll Rabbi Jacob (Ettlinger Hx llcbcraff im Leben hält die geistige mit der körperlichen Natur gleiche Schritte, und nur dadurch wird es ermöglicht uns zur Wahrnehmung unserer geistigen Entwicklung und TtMigkeit einen Weg zu bahnen, da wir solche nicht sinnlich wahrzunehmen vermögen. Kann man nur stufenweise von einem niedern Standpunkte der Erde zu einem höheren gelangen, muß man, um die innern Gemächer eines Palastes zu erreichen, erst die äußeren durchwandern, so findet auch in der geistigen Natur nur ein stufenweises Emporsteigen statt, so kann ruau auch in ihr iUlr von äußeren, leichter zugänglichen Erscheinungen zilr inneren, tiefer liegenden Erkenntniß gelangen. Dieses ward non unfern Alten erkannt. Sie wußten, daß die Menschheit hienieden, mehr oder minder, auf der Kindheitsstufe stehe. Durch Bilder muß das Kind herangelockt werden, um die ersten Elemente *) Die mmelheille Zustimmung, deren sich im vergangenen Jahre der Abdruck der „Vier Ströme ans Eden" von Rabbi I. Ettlinger erfreute, veranlaßt nnö, auch in diesem Jahre von dem gleichen Verfasser eine Abhandlung wiederzugeben. Red. d- Ior. der Sprache in sich aufzunehmen; durch Bilder auch müssen den großen Kindern der Erde diejenigen Begriffe veranschaulicht werden, die sie in ihrer Abgezogenheit nicht zu verstehen, nicht zu erfassen vermögen. Daraus entstand die Bildersprache der heiligen Schrift, deren besonders die Propheten sich bedienten,- um ihren Worten Anklang, ihren Belehrungen bei dem Volke Eingang zu verschaffen. Daraus entstanden die bildlichen Erzählungen, die sich so vielseitig und zerstreut in den Büchern unserer Weisen finden, darauf berechnet, das horchende Ohr zu fesseln, damit es mit der Schale den kräftigen, moralischen Kern auch aufnehme, darauf berechnet, daß diese äußere Umhüllung ungeweihten Augen das innere Heiligthum zu verbergen. Aber selbst in höherer Sphäre noch müssen und dürfen wir eine solche bildliche Darftellungsweise suchen, selbst in der erhabenen Sphäre der göttlichen Gesetzgebung, in welcher die Gesetze Bilder und Erinnerungszeichen beseligender Begriffe sind; nur sind die Bilder hier sicherer, getreuer, untrüglicher in ihrer Aehnlichkcit, als diejenigen es sind, die Menschenhand zeichnet, Menschengeift erfindet. Sie sind nach der Wirklichkeit durch sie selbst gezeichnet, und hierdurch in geistiger Sphäre das, was unserer allerneusteu Zeil als neue Erfindung im Gebiete der Kunst zum Ruhme gereicht — sie sind Lichtbilder. Die Strahlen der hocherhabenen göttlichen Weisheitssonne hat sie gezeichnet mit unverlöschlichen Zügen aus den Tafeln des Bundes. Und sind sie auch in lveit verkleinertem Maßftabe als ihre Wirklichkeit, der sie abstrahlen, sichtbar, und werden sie auch, wie jedes Bild, nur von der einen Oberfläche von uns wahr-