Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 41-42 (26.5.1898)
- Date
- 1898-05-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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HXH Jahrgang. M 41 & 4» Der Israelit. Ein Hentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthurn. Begründet von Dr Ifefjtmattu in Haini Donnerstag, de« 2 6 Mai 58S8 f18S8). -mrr&f* Des heil. Schowuohfestes wegen geben wir heute eine Doppelnummer. Die nächste Nummer erscheint Donnerstag, den 2. Juni._ gar Eine Mnvlr abonntrt man Sei allen Postaustalteu für den Monat Juni auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSschalter de» Wohnorte» des Besteller» oder bet dem betreffenden Landbriesträger aufgegeben werden. Are Erpedilion des „Israelit". Leitender Artikel. Zum Schowuoßfeste. Von »r. Gustav Wachenheimer. Wenn wir die großen, mittelalterlichen Baukunstwerke in der ganzen Eigenart ihre» gothischen Stile» bewundern, so ist es uns, als wenn aus jedem Stein und jeder Säule, ver Geist jener längst entschwundenen Zeiten sich beredt mit uns verständigte. Beim Anblick der unverwüstlichen Bauten des alten Rom und Athen schweift der forschende Menschengeist noch weiter in die Vergangenheit zurück. Wer erst die einst verschüttete und jetzt wieder durch Ausgrabungen ans Tageslicht geförderte Römerstadt Pompeji durchwandert, dem tritt noch viel anschaulicher das ganze Frohleben vor die Seele, das dort einst in Straßen und Lustgärten geherrscht, durch die grimmige Tücke eines feuerspeienden Berges aber aus einmal verstummt ist. Für uns Israeliten gibt es Baukunstwerke, die uns noch viel weiter, aber auch in viel innigerem Interesse in die graue Vorzeit zurückgeleilen, weil sie dereinst gestanden an der Wiege unseres Volkes und seiner Geschichte, — wir meinen die alten Pyramiden Egypten» — oder weil sie uns Zeuge sind von der einstigen Macht und Pracht des jüdischen Volkes und Staates, — dann meinen wir die '2ipv bno, die als Ruine dastehende Westwand des heiligen Tempels zu Jerusalem. Doch zwischen den Pyramiden und der Tempelruine, da steht das erhabenste Denkmal der jüdischen Geschichte nicht von Menschenhand gefügt, sondern von Gottes Kraft gewirkt und durch seine Herrlichkeit geheiligt, — der (Sinai* berg, der Zeuge der göttlichen Offenbarung. I. •umin jno jor Alljährlich am Schowuoßfeste, da pilgert alle», was wahrhaft Israel sich nennen mag, im Geiste wiederum zu diesem Gottesberg, um als geeinte» Haus Jakob ihn wiederum in weitem Kreise zu umschließen. Und wie damals Blitze zuckten, Donner grollten, die Erde und der Berg erbebte, also soll auch heute noch Gottesbegeisterung durchzucken die Reihen, Donner?wucht erschüttern die Herzen und der Erdensohn erbeben vor der Größe und Gewalt des Gottesgeistes, der von Neuem herabsteigt, sich kund zu thun seinem Volke als Einer und Einziger im Himmel und auf Erden. Von neuem fühlt Israel sich dann wieder eingesegnet zu einem wrp D'jro rpbtso, zu einem Reiche von Priestern, einem heiligen Volke, zu streiten für die Reinheit seiner Gottesidee und — wenpi vin m — den 1 Berg der Gottesoffenbarung, zu umzäumen, zu schir-