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Der Israelit · 1898-05-18 · Heft 39 (18.5.1898) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 39 (18.5.1898)
Date
1898-05-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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‘i ^T*" ,. .•*, rfjr-'Xi- .“••• 782 dieser weitverzweigten Familie eindringen, wir können dreist behaupten: das treffliche Buch hält mehr, als es auf seinem Titel verspricht. — Einen Beitrag zur Geschichte der Exegese liefert Dr. Benzion Keller mann in seiner Diflertation „Der Midrasch zum 1. Buche Samuelis und seine Spuren bei den Kirchen weisen und in der orientalischen Sage." (Frankfurt a. M. 1896. I. Kauffmann.) Daß man nicht die Bearbeitung des ganzen Midrasch zum Buche Samuel erwarten darf, verbietet schon die geringe Ausdehnung, die eine Diflertation gestattet, und so dürfen wir auch nicht eine Aufsuchung der Spuren bei allen Kirchenvätern erwarten; in der Thal sind es auch nur Hieronymus, Pf. Hieronymus und der syrische Ephraem, die uns hier begegnen. Ebenso überschreitet auch der Hinweis auf die „orientalische Sage" das thatsächliche Verhältniß. Es hätte der Abhandlung nicht zum Schaden gereicht, wenn der Titel etwas weniger anspruchslos gewesen wäre. Denn die Arbeit zeigt von vielem Fleiß und guter Kenntniß der Quellen. Es soll darum den Werth der Arbeit nicht herabsetzen, wenn wir einiges beanstanden. Vollständig mißverstanden scheint II, 8. (S. 36 f.) zu sein. Wenn die Vulgata das pry 82' (nicht mit „Recedant vetera de ore vest-ra“ übersetzt, so hat das garnichts mit „der Verwandlung des räumlichen Fortrückens des Wortes pny in ein zeitliches" zu thun, sondern die Vulgata nimmt einfach das hebräische pny in der Bedeutung, die vas Wort im Chaldäischen hat und übersetzt wörtlich: „alt." Solche wörtliche Uebersetzungen, die durch Unverständniß die Uebersetzung unverständlich machen, sind in der Vulgata nicht selten. Daß der Midrasch das Wort pny „offenbar" durch „Fortrücken" im Sinne von N-INN pnyi erklärt, ist sicher, den der Midrasch weift selbst auf dieses Beispiel hin. In der Uebersetzung der Beigabe ist aber das Interessante und des Hervorhebens werth, daß sie es verstanden hat, das scheinbar fehlende vu nicht ergänzen zu müflen. Mißverstanden ist ebenfalls die S. 4t citirte Midraschstelle : marnwi cjnn nynB» 'in orta nsntp. Daß mmtwi „sie verlor" bedeute, ist eine Vermuthung, die durch nichts begründet ist. Raschi erklärt dieses Wort nv 12S» rmp „sie sah sich belohnt", und so ist auch diese Stelle zu erklären, da, wo sie aus Penina bezogen wird; in Rabba Genesis C. 72 (nicht 73), wo der Vers auf Lea gedeutet wird, möchte ich aus Hinblick des Vorgangs, daß Lea sich von Nahel um einen Blumenstrauß die Rechte auf Jakob zeitweilig erkaufte, übersetzen, „die Gesättigte, d. h. die Kinderreiche erwarb sich den Preis", nämlich den Besitz des Mannes; in der That wird auch dort die Betrachtung an den Vers piai angeknüpft. Die Peschito, die jedenfalls nw* gelesen hat, hat aber nichts mit unserer Midraschstelle etwas zu schaffen, die sich auf den ersten Theil des Verses bezieht, während jenes die Uebersetzung des zweiten Halbverses ist. Nicht auf Korach, sondern auf die Anhänger KorachS wird der Vers: „Gott tobtet u. s. w." gedeutet. — D i e biblische Geschichte für israelitische Schulen erzählt von Ludwi.g Stern (Frankfurt a. M. 1898. I. Kauffmann) ist jetzt in der elften Auflage erschienen, ein Beweis, welcher Beliebtheit sich dieses vorzügliche Schulbuch erfreut. Man brauchte den Intentionen des verstorbenen Verfassers durch große Aenderungen nicht zu nahe treten, denn es ist als gut aus dessen Händeu hervorgegangen. Nichtsdestoweniger hat eine genaue Durchsicht ergeben, daß hie und da zu Gunsten einer einheitlichen Nomenclatur eine Aenderung vorgenommen werden mußte, wie auch in stilistischer Beziehung kleine Umstellungen sich als nöthig erwiesen, Korrekturen, die sicherlich im Sinne des Verfassers liegen und an Entwurf und Ausführung des Buches nichts ändern. Einer weiteren Empfehlung bedarf dieses Buch, das sich bis jetzt seinen Weg gebahnt, nicht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. ~i Berlin. Die Londoner Judenmission hat im Jahre 1897 schlechte Geschäfte in Berlin gemacht. Trotz 740 Hausbesuchen, 73 Versammlungen und der Vertheilung von 7100 Drucksachen hat sie keine einzige Seele zu erobern vermocht. Schade um das schöne Geld. Die Dibre Emeth, auch ein Organ der Judeniuission wettern scharf gegen den Zionismus, weil er die Juden noch hartnäckiger gegen die „Heilslehren des Christenthums" macht. „Das Eintreten für eine jüdische Nation christlichen Glaubens sei eine schwere Enttäuschung gewesen." Wir hoffen, die Mission soll noch viele solcher Enttäuschungen erleben. > Vermischtes. < Jrrowrazlaw. Die Heymann Mamroth'schen Eheleute feierten am Lchabbos Nosch Ehodesch Jjar das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Heymann Mamroth (Großviehhändler) ist einer unserer' gcachtcsteu Mitbürger in hiesiger Stadt und umliegendem Kreis. Zu diesem herrliche» Feste sind auch die Kinder des Herr M. ans Forst in der Lausitz und Kottbus hergekommcn, welche ihren Eltern großartige Geschenke luitbrachten. Herr Ortsrabbiuer Dr. Kohn hielt in der Wohnung des Herrn M. eine Rede, m welchem er auf die Hochachtung, Redlichkeit und Frömmigkeit des Jubelpaares hinwies.

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