Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 39 (18.5.1898)
- Date
- 1898-05-18
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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726 Versammlung ab. Dem seitens des Vorstandes erstatteten Berichte ist zu entnehmen, daß bas abgelaufene Vereinsjahr erfreulicherweise weitere stetige Fortschritte in der Entwickelung des Vereins brachte: die Zahl der Mitglieder wie der Mieiher von Betplätzen in der Vereins-Synagoge hat sich neuerdings vermehrt und die Einnahmen aus Spenden beim Aufrufen 2C. weisen mit 3662/25 M. die höchste, seit Bestehen des Vereins erreichte Summe aus; ein erfreuliches Zeichen von der trotz der ungünstigen wirthschaftlichen Erwerbsverhältnisse stets unverminderten Begeisterung und Opferfreudigkeil der Mitglieder. Durch die außerordentliche Generalversammlung vom 12. Dezember 1d'!)7 wurde die Anstellung einer neuen, weiteren Lehrkraft für den Talmud-Tbora-Unterricht in dem Beth-Hamidrasch des Vereines behufs Ent' lastung des unendlich thätigen, aber schon längst überbürdeten Herrn Dr. Ehrentreu prinzipiell zun: Beschlusie erhoben. Durch die Ausführung destelben wird hoffentlich dem von Jahr zu Jahr sich immer dringlicher gestaltenden Bedürfniß nach Mehrung der Unterrichtsgelegenheit für die Heranwachsenden Knaben und Mädchen in ausreichendem Maße genügt werden. In warmen Worren wird in dem Berichte des Hinscheidens des ehrwürdigen Seniors, Herrn Moses Ettenheimer bn, der im Oktober v. I. in die Ewigkeit eingegangen, gedacht. Anläßlich der Genesung des verdienten Chordirigenten, Herrn Di', med. August Feuchtwanger, von schwerer Krankheit haben einzelne Mitglieder des Vereins eine Schenkung im Gesammtbetrage von 1050 M. zur Schaffung eines Beamten-Unterstützungs-Fonds dem Vereine überwiesen. O e st e r r.- U n g a r. M o i/a r ch i e. Wien. (I ü v i s ch e s Muse u in.) sV o r* tragsabend Sonnenthal - Glücksman n. j Die Vorträge, welche in dieser Saison von der „G esellschaft für Sammlung und C o n s e r v i r u n g von Kunst- und historischen Denkmälern des Jude nth ums" veranstaltet wurden, fanden ihren wirkungsvollen Abschluß mit dem Doppelvortrage, der am 3. d. M. im kleinen Musikvereinssaale vor einem distinguirten Publikum über das Thema „Die Lyrik eines modernen Hiob" ftattfand. Der Schriftsteller Herr Heinrich G l ü cks m a n n hat das Verdienst, dem früh verstorbenen Poeten S. A. Weiß, den er an diesem Abend in lichtvoller Weise charakterisirte, eine geistige Auferstehung bereitet zu haben. Meister Sonnenthal, der Vicepräsident der Gesellschaft, erweckte die laute Begeisterung der Hörer, durch die nur ihm eigene herzinnige Art der Wieoergabe der besten Schöpfungen des Dichters, von welchem namentlich „Die wilde Nose", „Kaiser Karl V." und „An den Wässern Babels" stürmischen Beifall fanden. Man wurde nicht müde Sonnenthals Auslese in weihevoller Olimmung zu lauschen und Bewunderung zu zollen. Die höchst dankenswerthe Aufgabe, welche sich das Curatorium der Gesellschaft gestellt hat, hervorragende jüdische Gelehrte und Künstler zu diesen Vorträgen heranzuziehen und deren Arbeiten in geistig anregender Weise weiteren Kreisen zugänglich zu machen, fand die beredteste Anerkennung dadurch, daß es gelungen ist, die lebhafte Theilnahme des Publikums für dieselbe mach zu rufen und das Jntereffe durch sämmtliche Vorträge zu erhalten, so daß mir der Hoffnung Raum geben, daß diese Vorträge in der nächsten Saison ihre Fortsetzung finden werden. Vermischtes. Altena (Westfal.) Die hiesige Gemeinde, deren Synagoge, wie bereits gemeldet, polizeilich geschlossen ist, wurde von dem Geheimen Commcrzienrath Selve, früher hier wohnhaft. z. Z, in Horness a..Rh. ansässig, mit einem hochherzigen Geschenk bedacht, indem ihr seitens desselben M. 500. zum Baue eines neuen Gotteshauses zugingen. In einem Begleitschreiben hebt der edle Spender anerkennend hervor, daß auch die wohlhabenden Mitglieder der jüdischen Gemeinde Altenas nicht auf den Unterschied der jüdischen Konfession gesehen haben, wenn es galt, die Roth unter den hiesigen Mitbürgern zu lindern Zum Schlüsse spricht der Gtschenkgeber den Wnnscb aus, die Große der ferner zu erwartenden Beiträge mögen den eines Gotteshauses ermöglichen, welches der Stadt Altena zur Biel de gereicht. — Möge doch dieser Wunsch vor allem bei niiferen Glaubensgenossen recht fvrtftu-icn Wiedel ball finden! Paris lieber cm Rachspiel der Wahlen innclhalb der medizinischen Fakultät der llniversität Ranen belichtet der ..Temps'. Professor Baraban hatte erfolglos als Antisemit für die Kammer kandidirr. Daraus richtete der berühmte Mediziner Bernheim eine Klage an bcn Rektor, weil Bmall an durch die Aufstellung seiner antisemilischen Kandidatur seine jüdischen Kollegen beleidigt habe. Bor einigen Tagen verhandelte der Senat darüber Dekan Krantz, obwohl nicht Gesinnungsgenosse Barabans, bestrittt der Fakultät das Recht, einzugrcifcn. Der Senat erklärte sich schließlich für inkom» pctcnt. Die Studenten demonstrirten gegen Baraban im Hörsaal. Drnckfehlerverichtigung. In unserer jüngsten Rumnier befand sich die Bemerkung, daß der Sterbetag des Verfassers des „Nachlath Schiwo" am 6. Jjar 4541 gewesen sei. Die Bahlen siild, wie der Leser wohl bemerkt haben wird, während des Druckes umstellt worden, es sollte 5441 heißen. Briefkasten der Expedition. H S. in Gr. B : Mk 12.- f. A 2618 dankend erhalten. Dl K in O : Betrag von fl 1 haben dankend erhalten. Die Nr 26 des Israelit wird von uns zurückgekauft Z. B. Lv G. in A.: Mk. 32.— dankend erhallen. Soolbad Harzburg, Park-Haus. Etablissement I. Ranges unt. Aussicht Sr. Ehuv. des Rabb. Dr. Auerbach, Halbe stadt. Jed. Samstag Gottesdienst i. Hanse. - ., . Pension von M. 6.5V an- . . . 91. Hecht. 2316)