Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 37 (12.5.1898)
- Date
- 1898-05-12
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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als göttliche Gnadenbeweise anzuerkennen und als solche im Dienste und zur Verherrlichung und Bethätigung unserer nannpn nrax zu verwerlhen. um zu zeigen, daß ein freier, hochangesehener jüdischer Staatsbürger auch ein guter, seinem Glauben treu bleibender '"w sein kann, werden sie jetzt noch als Product der französischen Revolution, des Decrets, welches auf Antrag Mirabeaus itnd des Abb4 Gregoire proclamirt wurde, als Werk des fortschreitenden Zeitgeistes, der Civilisation des französischen Volkes betrachtet, woran die 'n nn;a*n keinen Antheil habe und wird gänzlich außer Acht gelassen: xS *n cs aptr XL' "v sS ax .ia rna bvy X L' i*ra n;r< pdip, „Vergeblich ist der Künstler Arbeit, will Gott nicht selbst das Haus bauen, vergeblich ist aller Wächter Fleiß, wenn Gott nicht selbst die Stadt bewacht/' Daß ein großer Theil der französischen Juden so denkt, handelt und lebt, hat der Abgeordnete Joseph Reinach in Paris, im verflossenen Jahr, Anfangs September in einer großen öffentlichen Versammlung, die gelegentlich des in Bafel stattgefnndenen Zionisten Congresses abgehalten wurde, klar und deutlich ausgesprochen und den Eongreß eine Falle genannt, welche der Antisemitismus den naiven Gemüthern gelegt habe (was grundfalsch ist), bestritten, daß es noch eine reine israelitische Rasse gebe, deren Angehörigen sich unter einen Hut bringen ließen. Die französischen Juden, sagte Reinach, bilden ebcnsowellig ein für sich dastehendes Volk, als die französischen Protestanten oder die Freidenker. Franzosen, so ries Reinach mit Pathos aus, Franzosen sind wir und Franzosen werden wir bleiben. „Alle unsere Bestrebungen, unsere ganze Geistesthätigkeit, unsere ganze Liebe, unser bester Blutstropfen, gehöre Frankreich allein." Ob Reinach heute noch, nach mancherlei Erfahrungen und nach Verlust seines Mandats, so sprechen würde, ist sehr fraglich. An denjenigen aber, deren Beruf barin besteht ncPP: n-aPP zu lernen und zu lehren, denen die heilige Aufgabe obliegt cnb nrrrrr “trx mpsrcr: rx* na iaP' -irx -pnn ns, an den Rabbinen Frankreichs liegt es, ihren ihnen anvertrauten Gemeinden den trp^x yass zu zeigen. Wenn auch nicht Alle, so werden doch hoffentlich Einzelne darauf achten und einander zurufen: 'n Px nanw wb. R u ß l a n d. 1'. Lipowez (Gouv. Kiew). (Ein Verstorbener als Deserteur.) Die Nachlässigkeit, mit welcher die von der Regierung angeftellten Rabbiner die Geburts- und Todesfälle ihrer Glaubensgenossen in die Gemeindebücher einzutragen, oder richtiger, nicht einzutragen pflegen, hat oft unangenehme Folgen. Im Jahre 1883 verstarb in Lipowez an der damals herrschenden Cholera ein junger Jude, Nuchim O., ohne daß dieser Sterbefall in das jüd. Gemeindebuch eingetragen wurde. Im Jahre 1885 war der Verstorbene militärpflichtig, und da dessen Vater über einen Todtenschein seines Sohnes nicht verfügte, ersuchte er die Militärbehörde, den Tod seines Sohnes durch polizeiliche Nachforschungen feststellen zu lassen. Die Einberufungskommission ging jedoch hierauf nicht ein und verurtheilte den Vater für die „Desertion" des Sohnes zu einer Geldstrafe von 300 Rubel, die ihm jedoch auf Grund des Manifestes vom 14. Mai 1896 vorläufig erlassen wurde, d. h. unter der Bedingung, daß der „Deserteur" sich vor Ablauf eines Jahres, also spätestens am 14. Mai 1897, einstelle. Da das natürlich nicht stattftnden konnte, so ist der Vater kürzlich, den „Od. Row." zufolge endgiltig zur Zahlung der 300 Rubel verurtheilt worden. X Moskau. Zur Judensrage schreiben die „Birsh. Wed.": Das Komitee der Gesellschaft zu Verbreitung der Aufklärung unter den Juden Rußlands, hat beim Ministerium der Volksaufklärung ein Gesuch eingereicht, die Errichtung eines gut organisirten theologischen Instituts zur Vorbereitung von Rabbinern, Predigern und Lehrern zu genehmigen. Dem Gesuch ist ein umfangreiches motivirendes Memorandum beigelegt, in dem auf die Nothwendigkeit der Errichtung eines solchen Instituts, nach dem Muster ähnlicher Anstalten im Auslande, hingewiefen wird. Vermischtes. Paris. Ein antisemitisch«^ Duell, dessen Ursache ein Schmähartikcl der „Libre Parole" gegen den Direktor des „Voltaire" war, wurde dieser Tage in der Nähe von Paris zwischen dein Beleidiger A. Monniot und dem Beleidigten L. Klotz ansgesochten. ES währte sünsunddreißig Minuten und endete im siebenten Gange mit einer nicht uiibedenklichen Verletzung Monniots. Kielec. Ueber die Heldcnthat eines Israeliten berichtet die „Lodz. Ztg." ans Ssuchednjew Folgendes: Als Gesprächsthema dient hier der Jude Send-l Mühlstein, der. sein eigenes Leben riskirend, die elfjährige Tochter eines Geudarmerie-Unterofficiers der Station Ssuchednjew, Anastasia Schuljajew, vor dem Ertrinken in einem Teiche rettete. Das junge Mädchen war aus dem Wege von der Station Ssuchednjew nach dem Torfe gleichen Namens, aus dem auf dieser Strecke liegenden Teiche durchs Eis gebrochen und dem Ertrinken nahe, da der Teich an dieser Stelle eine Tiefe von mehr als zwei Arschin hotte. Von den am User des Teiches versammelten Personen eilte nur allein der ge nannte Israelit der Ertrinkenden zu Hilfe: er durchbrach das Eis, tauchte ins Wasser und brachte das kaum noch Lebenszeichen aufweisende Mädchen in Sicherheit, welches unter ärzlichem Beistand erst nach langen Bemühungen wieder zum Bewußtsein gebracht wurde. Da diese edle Handlungsweise des erwähnten Israeliten van zahlreichen Zeugen bestätigt wird, so hat die zuständige Behörde um die Verleihung der Rettungsmedaille für Sende! Mühlstein