Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 31 (21.4.1898)
- Date
- 1898-04-21
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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86 Die Ackerbanschule zu Jaffa in den Jahren 1895—1896. (III. Fortsetzung. *) .... il- Hebräisch und jüdische Geschichte. Diese beiden Fächer, die früher bei uns viel zu wünschen übrig Hessen, werden seit 2 Jahren sehr gut unterrichtet. Unsere Schüler machen darin wirkliche Fortschritte. Das haben wir der guten Methode und der Pädagogik unseres ausgezeichneten Lehrers Herrn Hochberg, der diese Gegenstände unterrichtet, zu verdanken. Es wird so viel gelehrt, als für die Bildung eines Ackerbauers nöthig ist. Was jüdische Geschichte anlangt, so werden wir das von dem Sekretariat aufgestellte Programm befolgen. Geographie. Früher lehrten wir allgemeine Geschichte in unserer Anstalt, aber bei dem überreichen Lehrstoff haben wir dies fallen lassen müssen. Wir beauftragten den französischen Lehrer, bisweilen ausserhalb des regelmässigen Unterrichts in familiärer Unterhaltung den Schülern von den hauptsächlichsten Ereignissen der Weltgeschichte zu erzählen. Im Uebrigen kann man beim Geographie-Unterricht vor dem Studium jedes Landes einen kurzen Abriss seiner Geschichte geben. Der Geographie-Unterricht ist beibehalten worden. Er schliesst sich indirekt an den Ackerbau - Unterricht an. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die Flora und Fauna wechseln nach dem Klima, dem Orte und dem Lande. Landwirtschaftliche Geographie treiben, heisst nun: jedes Land mit seinen Produkten studiren. Da alle unsere Schüler mindestens vier Jahre die Elementarschule besucht haben müssen, so haben sie zumeist ausgedehnte Kenntnisse in der Geographie und wissen sogar etwas Geschichte. Mathematik (Arithmetik, Geometrie, Grundbegriffe der Algebra). Wir wollen nicht viel Mathematik in unserer Anstalt unterrichten. Wir lehren nur das Notwendige, damit unsere Schüler darin nicht ganz unwissend sind. Messungsunterricht, Kartenzeichnen, Nivelliren, Zeichnen. Wir haben sicher nicht die Absicht, unsere Schüler zu Vermessungs-Ingenieuren auszubilden, aber es ist gut, wenn sie von all' diesen Fächern einen Begriff haben. *) 8. Nr. 656. Physik und Chemie. Um den Lehrplan nicht zu belasten, haben wir den Unterricht in diesen beiden Wissenschaften auf das Allernothwendigste beschränkt. Sie vollständig zu vernachlässigen, ist unmöglich. Der Physik- Unterricht giebt gleichzeitig die Grundbegriffe der Meteorologie, die für einen guten Ackerbauer uuumgänglich nöthig sind. Zu einersoliden Ausbildung würde jedoch gehören, dass man künftig vor dem Unterrichte in der Physik etwas Mechanik treibt, und am Ende der Chemie etwas biologische und 1 and wir thsehaftliche Chemie lehrt. Zoologie und Seidenzucht. Diese beiden Gegenstände sind von sehr grosser Wichtigkeit und können desshalb nicht vernachlässigt werden. Uebrigens erregen sie gerade das grösste Interesse der Schüler. Botanik. Man könnte nie genug Botanik pflegen. Sie bildet die Grundlage einer guten landwirtschaftlichen Bildung. Herr Bergmann leitet den Unterricht mit grosser Sorgfalt. Gartenbau (Gemüsebau, Pflanzenzüchtung, Obstu. Ziergartenkultur). In den warmen Ländern, wo die Banmkultnr vor allem Anderen gepflegt werden muss, hat das Studium dieser Gegenstände wirkliche Bedeutung. Es ist hierfür ein Spezialist nöthig. Wir haben das Glück, in Herrn Bergmann einen ausgezeichneten Lehrer zu besitzen, der auf der Gartenbauschule in Versailles diese Materie gründlich studirt hat. Eigentlicher Ackerbau. Ich brauche nicht zu betonen, wie wichtig dieses Fach ist, ohne welches eine gediegene technische Bildung undenkbar ist. Man kann diesen Gegenstand nicht gründlich genug vortragen. Es wäre schwierig, unsere Schüler in der landwirtschaftlichen Geologie, Mineralogie und Mechanik noch besonders zu unterweisen. Dessnalb lasse ich hier als Einleitung einen kurzen Abriss der beiden ersten Wissenschaften geben und in der Mitte ein Kapitel einschieben, in welchem die gebräuchlichsten Instrumente erklärt werden. Rebenkultur und Weinbau. Wo man Wein baut und fabrizirt, muss man die Schüler auch in Kebenkultur und Weinfabrikation unterrichten. Der Weinbau und die ganze Weinfabrikation haben am ganzen Mittelmeergestade