Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 73 (13.9.1898)
- Date
- 1898-09-13
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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halten Sie treu und ungefährdet zu dem alten Königsstamme und fliehen Sie die falschen Propheten. Schließlich bitte ich, sagen Sie Ihrer lieben Gemeinde, ich sei und bleibe Ihr gegenüber immer der Alte und wünsche Ihnen Allen Gottes reichlichen Segen und fröhliches Gedeihen. B a r a n o w i tz, 25. Januar 1864. D u r a n t. Soll ich diesem Brief noch etwas hinzufügen? Es würde den hohen Werth nur beeinträchtigen. Ich will nur noch bemerken, daß die Versammlung beschloß, dem Sohn des Verblichenen, Herrn Baron v. Durant auf Baranowitz, ein Ehrerbietungstelegramm zu übersenden, auf welches derselbe sogleich telegraphisch dankte. Darauf sprachen noch die Herren Katz und Dr. Silberberg. Letzterer toastete in einer schönen, Begeisterung erweckenden Ansprache auf Herrn Dr. Cohn. Zum Schluß des Mahles brachte noch Herr Bender einen Toast auf den Vorsitzenden der Synagogengemeinde Herrn Prager aus. Er schilderte darin, wie Herr Prager, trotz der vielen Hinderniffe, die ihm von verschiedener Seite in den Weg gelegt wurden, unentwegt seinem Ziele zugesteuert sei, und wie er das Begonnene so herrlich zum Abschluß gebracht habe. Ein Theaterstück, zwei reizende — von Herrn Katz inscenirte — lebende Bilder, sowie das sich anschließende Concert, hielt die Festgenossen bis zum frühen Morgen in fröhlichster Stiinmung beisammen Frankreich. K. Paris, 9. Sept. Das Comite tle Bieufaisann; hat seinen alljährigen Rechenschaftsbericht hcrausgegeben, und wir entnehmen demselben die interessantesten Daten darüber, was die große Pariser Gemeinde in ihrer Gesammtheit während des Jahres auf dem Gebiete der Wohlthätigkeit geleistet hat. Da ist es denn zunächst als eine traurige Thatsache zu verzeichnen, daß das Komitee in der Gemeinde von 50 000 Juden nur 900 Mitglieder hat. Infolgedessen leidet die Institution an einent chronischen Defizit, und man kann sagen, daß dasselbe regelmäßig nur durch das Eingreifen eines generösen Wohlthäters einigermaßen vermindert wird. Im Jahre 1897 hat die Verwaltung übernommen 19 948 Personen, welche die wöchentlichen Unterstützungen empfangen haben, 315 Rekviivatesccnlcn, 167 bcttlägerigc Frauen, 2840 Personen, welche Medikamente verlangten, 618 Personen, welche in ihre Heimath zurückkehren wollten. In den wöchentlichen Sitzungen wurden llntcrstützungen verliehen an 2482 Personen in außerordentlichen Fällen, an 1848 Personen zu Miethsunterstützungen, an 6 Blinde, an 50 Arbeitslose, um ihnen zur Arbeit zu verhelfen. Regelmäßige Hilfeleistung gewährte das Komitee 472 eingeschriebenen Armen, 157 unterstützungsbedürftigen Familien und 56 verlassenen Kindern. Man kann in diese Zahl wohl auch noch die 2628 Familien oder Personen zählen, welche alljährlich Mazzoth erhalten, die 2400 Kinder unserer Schulen, welchen das Komitee Kleidungsstücke gibt und während des Winters warmes Essen, ferner die vielen Studenten, Arbeiter, Handwerker aller Konfessionen, an welche in den beiden Volksküchen mehr als 500 OOO Portionen verabreicht wurden, so erhält man ungefähr ein Bild von der Thätigkeit des Komitees, von dem Umfang seiner Aufgaben und Ausgaben. Die Hilfeleistung für die eingeschriebenen Armen erforderte 45 690 Frcs. in diesem Jahre, die Pflege der Waisen und verlassenen Kinder 68 768 Frcs., die Miethsunterstützungen 24984 Frcs-, die außerordentlichen Ausgaben 44 645 Frcs., die Ausgaben für Medikamente u. s. w. 15 133 Frcs., die Unterstützung von entlassenen Strafgefangenen 10 671 Frcs. Im Ganzen betrugen die Ausgaben für 1897 491 171 Frcs. gegen 475 249 Frcs Einnahme. Der Ausfall wäre ein noch empfindlicherer ohne das Geschenk von 15 000 Frcs-, welche ein anonymer Wohlthäter gespendet hat. Mit Recht weist der Artikel im „Arcliives Israfelite“, dem wir diese Daten entnehmen, auf das Budget der Berliner Gemeinden hin, in dem das Kapitel Wohlthäthigkeit ganz andere Zahlen aufzuweisen hat. Literarische Notiz. Littcrarischer Palästina-Almanach für das Jahr 5659—1898 99, herausgegeben von A. M. Luncz. 4. Jahrgang. Jerusalem 1898. Verlag des Herausgebers. Preis 1 M. Dieser in den weitesten Kreisen wohlbekannte und gern gesehene Palästina-Almanach bietet in seinem 4. Jahrgang eine Fülle des Wissenswerthen und Belehrenden über die hl. Stadt und das hl. Land, daß die Verbreitung desselben keiner besonderen Empfehlung bedarfvermischtes. BreSlau. Die „Breslauer Zeitung" briugi folgende Nachricht, die für den Fall, daß sie auf Wahrheit beruht, jedenfalls höchst bedeutsam ist. Hinsichtlich des jüdischen Religionsunterrichtes hat einer der höchsten Beamten des preußischen Kultusministeriums einer Abordnung 09 die Zusicherung ertheilt, daß das Ministerium möglichst aus seinem Dispositenfonds denjenigen Gemeinden, die mindestens zwölf schulpflichtige Kinder zählen, aber weder ans eignen Mitteln noch aus denen der städtischen Gemeinden einen staatlich geprüften Religionslehrer unterhalten können, einen Zuschuß gewähren werde. Rr.