Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 73 (13.9.1898)
- Date
- 1898-09-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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anwesend mim r,x r^pbpo nzrts*. Ein ungeheures Gefolge mit zahlreichen Wagen und zu Fuß bewegte sich in langsamem Trauerschritt an der Synagoge Bernftraße vorbei, nach dem Langenfelder rrcprr rra, woselbst angekommen der Schwiegersohn Herr Provinzialrabbiner Dr. C a h n aus Fulda die Trauerrede hielt, ein der von Herzen kam und zu Herzen ging. Obgleich die Vorredner im Trauerhause ihm kaum etwas zu erwähnen übrig gelaffen hatten, wußte der Redner doch, weil ja zur Familie gehörend, aus dem innersten Heiligthum manchen Schatz hervorzuheben und auch manche nach außen weniger gekannte Herzenstugend der Verblichenen zu rühmen und den Hinterbliebenen zur Nachahmung zu empfehlen. Paffende ^«-Stellen vervollständigten noch den mit rhetorischer Würde gehaltenen Nekrolog. Dann betrat die rrcn r;’:p“S er:, denen sich auch Frau RabbinatSaffeffor Munk aus Altona angeschloffen hatte, das vmx, um als letzte Gabe Sn*?' px icy der Verstorbenen, die selbst ein eifriges Mitglied der i-n-n gewesen, auf den Weg der Ewigkeit milzugeben 'vy ^v-rx ive. An die Seite des sel. Oberrabbiners bettete man seine rr;n und so ruhen sie denn zusammen ungestört "y - ':bx; xz' und der Ruf erschallt -vy irpn. Cs war inzwischen spät geworden, man mußte sich beeilen rmr zu machen und nn:v zu beten. Dann noch sprach Herr Oberrabbiner Dr. Lern er—Altona in seiner kurzgefaßten kernigen Art schöne Worte des Trostes an die Hinterbliebenen mit dem Texte cx: nx: Yitrx nx ’nnx nx ’nsnx *cyn iöx’ nox. Wenn der Diener, da seine Zeit zu Ende geht, spricht: ich liebe meinen Herrn rrspn, meine Frau bxiL" nv:2 und meine Kinder 7w»n, ich möchte nicht frei '2>vn ausgehen mron p ’rsn nry; ps, dann bx vnx nr:m epton wer von einer solchen Gesinnung getragen, der wird eingehen zur ewigen Seligkeit; noch in spätesten Zeilen wird man der Heimgegangenen gedenken und ihrer guten Thaten als nachahmungswerth rühmend erwähnen pratrzn x*:d bp nm nyon, er schloß seine Trostrede wie die Trauer feier mit dem Verse vbi nju*> rran. H. B. > DermischteL. Berlin (Mehr Selbstachtung.') Inden Berliner Tagesze tungen stand dieser Tage das folgende Inserat 311 lesen.' „Gesucht gutes christliches,, aber nicht antisemitisches Töchierpensionat, welches auch jüdische Mädchen von 17 I. zu geistiger und wirthschaftlicher Föderung aufnimmt." ES braucht nicht erst barauf hingelviesen zu werden, daß der Fassung dieses Inserats eine geirisse Absichtlilkeit zu Grunde liegt. Die Inserenten sind Inden, wollen aber ausdrücklich ein christliches Pensionat für ihre Töchter haben. Uns erscheint das Inserat unwürdig. Wie wollen die Juden die Achtung christlicher Kreise gewinnen, wenn sie sich nicht selbst genug achten" Prag. Aus Anlaß des 50jährigen Regierullgsjubi: länms deS Kaisers hat der Großindustrielle Herr Emil Ritter von Kubinzkp einen Betrag von 200,000 Kronen öftere 31 prozentiger Investitionsrente zur Gründung eines Fondes für Altersunterstützung seiner erwerbsunfähigen Arbeiter oder deren Wittwen gewidmet. Feuilleton. Verkauft. Eine Erzählung aus Ungarn, ö) Von Samnel B. Rosnev. So verging eine dumpfe, endlos scheinende Nacht; mürrisch, düster brach der Morgen an. Ueber dem Schnee braute trüber Nebel, aus welchem das Geäst der Bäume, von weißem Reif überzogen, verschwommen hinausragte. Der Morgen brachte keine Befferung. Das Kind erwachte für kurze Zeit, zumeist vom Husten geweckt, um bald wieder in ein unruhiges, letargischcs Schlummern zu verfallen. Die helle Gluth der Wangen war einer liefen Bläffe gewichen. Die Gesichtsmuskeln waren straff gespannt und von einem schmerzlichen Zucken bewegt. Nachdem er am Krankenbett unter Thränen sein Morgengebet verrichtet hatte, ließ Rüben zwei arme Greise der Gemeinde holen und schickte sie auf den „guten Ort", um auf den Gräbern der entschlafenen Theuern, Gebete für die Rettung seines Kindes zu verrichten. Er appelierte von den Lebenden an die Todten. An die Armen der Gemeinde wurden namhafte milde Gaben herumgeschickt. — Die Greise gingen und kamen wieder, die beschenkten Armen ergingen sich in Segnungen und frommen Wünschen — aber in der düstern Stube dauerte der Todeskampf des armen Wesens unverändert fort. Es gab kein Erbarmen, weder im Himmel noch auf der Erde! Es kamen wieder Bekannte und Freundinnen, die eine und andere versuchte wieder zu trösten, aber das geschah in Worten, welchen man die Gezwungenheit anmerkte und die Blicke, die sich auf das kranke Kind richteten, hüllten sich unwillkürlich in Gram und Kummer. Anstatt ihm Erleichterung zu verschaffen, steigerten heute die Besucher die Leiden Rubens, denn er glaubte in jedem Gesichte das Todesurtheil seines Kindes zu lesen. Mit leiser Stimme sprachen die Frauen von dem armen kranken Kinde, wie es so herrlich schöll, süß und verständig gewesen . . . Rüben, der stumm dabei saß, sielen diese Worte wie glühende Pechtropfen auf die Seele. Wozu erwähnten sie das Alles, da es doch bald damit für immer aus sein sollte! Ost tauchte in seinem gemarterten Geist der Gedanke auf, wenn es doch