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Der Israelit · 1898-04-18 · Heft 29-30 (18.4.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 29-30 (18.4.1898)
Date
1898-04-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIX. Jahrgang. Jfä AM K SV. Ein Der Israelit Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. f^nmnn in Mstnz SRtntag, tun 18. April 5658 (1898)« SS. Bmct Math abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate Uai und Juni auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSschalter des Wohnortes deS Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Expedition des „Israelit". Leitender Artikel. Die erfte Urrfammluno drs Vereins MUersttzemg gesell KtellenlojigllM MM NOL7). Frankfurt a. M., 1.7. April. Der provisorische Ausschuß des in der Ueberschrift genannten Vereins, hatte auf heute Abend 6 V* Uhr in den großen Saal des Kaufmännischen Vereins eine Versammlung eingeladen, um über die bisher gethanen Schritte Bericht zu erstatten und um zu berathen, was zur weiteren Förderung der Sache geschehen könne. Lange vor der festgesetzten Stunde war der Saal bereits von Interessenten gefüllt und zu Beginn der Versammlung konnten wir einige hundert Gäste zählen, Gehülfen sowohl wie Prinzipale. Nachdem der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Louis Feist, (Firma Beer, Sondheimer u. Co.) die Versammlung eröffnet und auf die Wichtigkeit urw Heiligkeit der Dache, die hier vertreten werden sollte, in begeisterten Worten aufmerksam gemacht hatte, ertheilte er dem Referenten, Herrn Moritz A. Löb, zur Berichterstattung das Wort. Dieser gab nun in ebenso glänzender, wie klarer Rede einen knappen geschichtlichen Ueberblick über die Kämpfe, welche die beiden innerhalb des Judenthums bestehenden religiösen Richtungen während der letzten Jahrzehnte mit einander ausgefochten und wie diese zu einem glänzenden Sieg der Orthodoxie über die Reform geführt haben. Aber man sei versucht, diesen Sieg als einen nur theorethischen anzusehen, wenn man sich vor Augen führe, welchen Gefahren das orthodoxe Judenthum in der Praxis ausgesetzt sei. Da sei vor allen Dingen das Gesetz der Sonntagsruhe. Wir.-seien gewiß die Letzten, die den christlichen Collegen die geringe, ihnen vom Gesetze gewährte Ruhe mißgönnen, aber wie schwer sei es für uns, nachdem wir 25 Stunden der absoluten Sabbatruhe genossen, noch einmal einen Tag feiern zu müssen, da sei denn so mancher, dessen Ueberzeugung noch nicht so gefestigt sei, oder der sonstwie nicht widerstandskräftig, in Gefahr, für das wahre Iudenthum verloren zu gehen. Redner weist darauf hin, daß der Kaufmannstand der einzige sei, in welchem die große Masse der deutschen Juden heute noch eine Unterkunft fänden, das Handwerk sei dem Untergang geweiht, die Staatskarriere sei unseren Glaubensgenossen verschlossen und eine Aendcrung der Verhältnisse sei bei der gegenwärtigen Strömung ausgeschlossen. Wenn dann in dem uns allein übrig gebliebenen Kaufmannsftande die Möglichkeit des Sabbathaltens so außerordentlich erschwert sei, dann müsse man sich zu der traurigen Gewißheit bekennen, daß die gesetzestreue Judenheit Deutschlands sich auf einer schiefen Ebene befinde. Was aber sollen wir angesichts solch beklagenswerther Zustände beginnen? Sie werden jedenfalls zwischen der bestehenden Gefahr und den von uns vorgeschlagenen Mitteln einen ungeheuren Abstand entdecken. Wir müssen indeß zu den Mitteln greifen, die die moderne Zeit uns bietet. Die Idee der Versicherung gegen

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