Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 27-28 (5.4.1898)
- Date
- 1898-04-05
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448884--45791-2496102- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
536 der gerade aus dem Corridor hereinkam. „Aleksa?" Der ist vor einer halben Stunde verschwunden, als hätte ihn die Erde verschlungen. Ist das ein Schurke! Jetzt begreif' ich's. Bisher pflegte er wenigstens hier nichts zu berühren." „So, jetzt ist alles Elchen vergebens," behaupteten alle einstimmig. Jetzt erst begriff ich ganz, welches Unglück mich ereilt hatte. Ich brach in krampfhaftes, unstillbares Weinen aus und konnte mich nicht beruhigen. „Ich will schnell laufen, vielleicht sind' ich ihn noch irgendwo," bot Berzie, der Fuhrmann, seine Dienste an. Mein Leid ging im offenbar sehr zu Herzen. „Paß' indessen auf meinen Knaben auf/' sagte er zu meinem Vater unb rannte hinaus. Das ganze Bad wurde mehrere male durchstöbert; man suchte überall, sogar im Keffel und im Ofen. Man schüttelte alles dürre Gesträuch und Holz durch, das in den^Vorstuben herum lag, einige Leute stiegen nochmals in die Mikwe hinunter. Alles war vergebens. Endlich kam Berzie zurück. Er war ganz schaumbedeckt und athmete schwer. Aber er hatte leere Hände. Ich wollte nicht mehr heimgehen, sondern wankte jammernd von einem Winkel in den andern. Mein Vater stand reglos, leichenblaß da und betrachtete mich mit schmerzerfüllten Augen. Der Abend war schon herabgesunken, als wir das leer und unheimlich gewordene Bad verließen. Draußen herrschte eine liebliche, sanfte Ruhe, obgleich die Luft kühl war. Mehr noch, als der Schmerz über meinen Verlust, peinigte mich ein stechendes Gefühl der Beschämung. Ich schluchzte leise, während ich mit meinen nackten Füßen, die erst aus dem warmen Bad kamen, über die feuchtkalte Erde schritt, und zitterte vor Kälte am ganzen Körper. Mein Vater nahm mich auf die Arme, drückte mich an's Herz und suchte mich zu beruhigen. „Weine nicht, mein armes Kind, weine nicht. Es war Gottes Wille. Du hast Dich zu sehr gefreut. Man darf sich nicht allzuviel der Freude hingeben . . . ." Ringsum leuchteten in allen Häusern die festlichen Lichter. Alls dem Rande des hellblauen Himmels zog stolz und majestätisch der volle Mond empor. Mein Vater schritt leise daher, versunken in traurige Gedanken, die sich auf seinem sanften, müden Gesicht malten. Ich klammerte mich an seinen Hals und jammerte still vor mich hin .... Nnzeigen. Für den folgenden Thcil ist die Redactiou nicht verantwortlich. Koscheres Gelee md koschere Ckorolide, unter Aufsicht hergefiellt, empfiehlt (,34t Chocoladen-und Couser° veu-Fabrik »Taunus" W. Spie» & Cie.. Homburg v. d. Höhe. Lehrling-Stelle- Gesuch. Für ei, en jungen Mann, aus och bai er Familie, der das 15. Jahr zurückgelegt, die Real- Schule abfolvirl ui d feine einjährige Berechtigung hat. wird zum 15. April eine Stelle bei freier Slavon im Ho nie gesucht. Offerten unter B. 2262 an die Geschäftsstelle dss. Bl. eine tüchtige erfahr. Köchin in einem streng-, eligiösen Haushalt nach Frankfurt a. M. nach Ostern gesucht. Gest. Offerten u. 2275 an die GeschäftSstelle dfs. Blattes. J.KichterBai'tmann, Riederhöfe-Frankfnrt a. M. Telephon 1665. Telephon 1665. Lieferung aus den eigenen Stallungen r Milch, Kurmilch. Kefir (mouss Milchwein), Rahm, Schlagrahm, seinke Süßrahmtafelvutter. Camembert, Rahmkäse. Milchtrink- und Imbißstube aus dem Hose. Uv?«. J. G. Eberhard!, Speyer a. Rhein. Königl. Bayer. & Grossh. Bad. Hoflieferant. .§>5 £ 1 -- ◄ £ o 'S *■. .5 Gross-Handlung in Flussn. Seefischen. (710 c*3 ta!§■' er ** B Htyeinkachs-Aischerei. Prompte, billige und gute Bedienung. Export von ff. Stangen-Spargel & Pfälzer-Obst. Feinste» gemästetes iranz. Geflügel, als; Poularden, Kapaunen, Truthühner, Enten und Tauben. Studenten dev Archlteetuv die Mittel znv-Bestreitung der Studien leihweise gewähren? Die geliehene Summe würde amortifirt nach Vollendung derselben abgetragen werden.Der Vater des Petenten, jüdischer Beamter in fester Stellung, tritt a. Bürge für den Betrag ein, letzterer selbst würde nach Erreichung feines Zieles eventuell gerne bereit fein, durch Heirath ein Band an die Familie: seines^ Wohl thäters zu Knüpfen., Gest. Offerten unter „Architeetur H JE O 2864" an'Oie Geschäftsstelle dfs Blattes erb. «welcher Edeldenkende würde einem jung