Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 27-28 (5.4.1898)
- Date
- 1898-04-05
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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526 Mose», da» lehrt unsere Vergangenheit, unsere Geschichte. „Und sie (die Israeliten) thaten, was Böse ist in den Augen Gottes und der Herr gab sie in die Gewalt der Feinde." „Und sie kehrten wieder zu dem Ewigen und Gott schickte ihnen Rettung und Hilfe." Diese Worte wiederholen sich gar oft in unserer heiligen Schrift. Und aus dieser Lehre sollten wir un» unsere Rathschläge holen. Arbeiten wir nur immer fort an unserer Veredelung, an unserer Verbefferung, äffen wir nicht fremde Sitten, fremde Bräuche nach, suchen wir unsere Ehre in dem jüdischen Bewußtsein, unfern Stolz in der Erfüllung unserer gottespriesterlichen Pflichten, unsere Befriedigung in dem Studium unserer weltbeglückenden Lehre, und die Verheißung wird sich erfüllen: cr6> n vb2 „Gott streitet für Euch." Zettrmg-nachrrchteir und Eorrefporrdeirzen: Deutschland. Mainz. Dem Rechenschaftsbericht des Israelitischen Hilfs-Vereins zu Mainz über seine Wirksamkeit im Jahre 181)7 entnehmen wir: Wir können mit Freude konstatiren', daß die Zahl der Vereinsmitglieder sich im laufenden Jahre um 59 vermehrt hat. während leider durch Sterbfall und Wegzug acht ausgetreten sind. Die ganze Zahl beträgt am JahreSschluffe 660. In Folge deffen haben sich die Mitgliederbeiträge von M. 5184 auf M. 5956 gehoben. Aber auch die Lasten haben sich vermehrt und wir mußten, um die M. 6569,10 betragenden Ausgaben für Unterstützungen und Verwaltungskosten zu bestreiten, M. 616.10 aus unserem Zinsenerträgniß heranzuziehen. Die Hinterbliebenen des sei. Herrn David Elias Le v in g er haben dem Verein M. 2500 in 6 pCt. Preuß. ConsolS überwiesen mit der Auflage, alljährlich am Todestage des sel. Verblichenen die Summe von M. 75 an Arme ohne Unterschied der Confession zu vertheilen. Der Vorstand hat die Gabe dankend acceptirt. An Geschenken sind eingegangen: für den Verein-sonds M. 2560, für den Fonds zur Errichtung eines Pfründner« und Krankenhauses M. 50. Das separat verwaltete Vermögen für Pfründnerunb Krankenhaus-Fonds betrug am Jahresschluß M. 8955.77. Einen bedeutenden Schritt sind wir dem uns gesetzten Ziele — ein jüdisches Kranken- und Pfründnerhaus in Mainz zu errichten — näher gerückt, durch das großherzige Vermächtniß des im Laufe des Jahres 189/ verstorbenen Mitgliedes unsere» Vereins, des Herrn David Elias Levinger. Derselbe hat letziwillig ein Capital von M. 65000. — in 3 pEt. preuß. Staats-Obligationen zur Verfügung gestellt, um ein jüdisches Spital dahier zu errichten. Die Verwaltung dieser Summe wurde dem Vorsitzenden des Vereins und den beiden hiesigen Rabbinen unterstellt und sollen die Zinsen zum Capital geschlagen werden. Wenn jedoch nach fünf Jahren mit dem Bau der Anstalt nicht begonnen worden sein sollte, dann fällt diese Summe anderen milden Stiftungen zu. E» ist selbstverständlich, daß wir mit diesen Mitteln die Ausführung dieses erftrebenswerthen Zieles noch lange nicht bethätigen können und es muß energisch und thalkräftig darauf hingearbeitet werden, daß für diese Idee in der Gemeinde bei allen ihren Mitgliedern Propaganda gemacht wird. Herr Rabbiner Dr. B o n d i hat uns bereits zu diesem Zwecke von einem Ungenannten M. 1000. — übergeben. Wir nehmen hiermit Veranlaffung allen edlen Gebern, die unseren Verein mit Geschenken bedacht haben, unseren aufrichtigen herzlichen Dank zu sagen. England. X. London. Die zionistische Bewegung hat in den englischen jüdischen Gemeinden wenig Boden gefunden. Ihren Mittelpunkt findet sie bei den ganz armen, schwer arbeitenden Juden des Ostendes von London, die in England kein Paradies gefunden haben. Am letzten Samstag Abend hielten die Zionisten drei Versammlungen im Stadthause des Distrikts Holborn ab. Der Saal war mit der jüdischen Flagge „dunkelblau und weiß" geschmückt. An Begeisterung fehlte es den Verhandlungen nicht; ob die Logik im gleichen Maße zur Geltung kam, ist eine andere Sache. Jedenfalls waren die Anwesenden von der jüdischen „nationalen Idee" tief erfüllt. vermischtes. Gelsenkirchen. In hiesigen israelitischen Kreisen trägt man sich mit dem Plane, ein Asyl für kranke und altersschwache Juden ins Leben zu rufen und entfaltet man eine lebhafte Agitation zur Verwirklichung dieses menschenfreundlichen Gedankens. Am Sonntag soll eine israelitische Gemeindeversammlung den genannten Plan berathen und ein Vortrag über Art und Bestimmung eines solchen Asyls dieser Berathung die Grundlage geben. Lovsens. Der Israelitische Frauenverein feierte vor einigen Tagen sein 25 jähriges Bestehen.. Die Begründerin des Vereins, Frau Caspar Behr, schenkte aus Anlaß dieses Festes für die hiesige Synagoge zwei prächtige dreiarmige Leuchter. Festmahl, Festvorstellung hielten die fast vollständig erschienenen Mitglieder nebst vielen Gästen lange beisammen. Alexandrien. Nach dem von unserer Regierung Ende 1897 veranstalteten Eensus zählt jetzt Egypten 10 Millionen Einwohner, unter denen 25,200 Israeliten sind, von denen jedoch der größte Theil theils hier, theils in Kairo lebt. Kleine jüdische Gemeinden gibt es dann noch in Heluan, Port-Said, Suez, Jsmailiah (letztere drei Städte liegen am Suezkanale) Damenhous