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Der Israelit · 1898-04-05 · Heft 27-28 (5.4.1898) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 27-28 (5.4.1898)
Date
1898-04-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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518 de» jüdischen Namens nach außen die größte Gefahr? Oder, gilt ein einziges armes Menschenleben in der Wagschaale der himmlischen Weltverwaltung etwa mehr als eine ganze Gruppe reichbegüterter Männer, die so schön salbungsvoll von Nächstenliebe und Menschenfreundlichkeit zu faseln verstehen? Die Verwaltung des Krankenhauses kann indeffen unbekümmert um solche Lappalien getrost in ihrem Dienste der Humanität und Wohlthätigkeit fortfahren, aber auch über den durch eine harte Rüge gefährdeten Frieden nach innen und die Sorge für die Erhaltung des jüdischen Namens nach außen, mögen die guten Herren sich nur keine graue Haare wachsen lasten. Denn diejenigen Leute, welche diese Jnstitionen zu verbestern bestrebt sind und in diesem Sinne die fortdauernden mißlichen Umtriebe des isr. Krankenhauses nicht billigen, werden wohl mindestens eben soviel für den Frieden nach innen und die Erhaltung des jüdischen Namens nach außen beitragen, wie Diejenigen, die das Licht der Oeffentlichkeit scheuend ihren leidenschaftlichen Eigensinn unter dem Deckmantel der Wohlthätigkeit zu befriedigen suchen.! ’snx rcxrt Z Paris, 1. April. (Di e Unruhen in Algier.) Der Konseil Supöcieur de l’Algerie hielt gestern Abend eine außerordentliche Sitzung, um gegen die antisemitischen Straßenrummel und die Kundgebungen wider den Generalgouverneur Lepine des Entschiedensten zu protestieren und diesem die volle Sympathie auszudrücken. Auch der Gemeinderath von Algier faßte einen ähnlichen Beschluß. Der Maire von Algier ließ gestern früh das Gesetz von 1848 über die Straßenansammlungen anschlagen. Gegen zwei Uhr rotteten sich zahlreiche Gruppen zusammen, weßhalb die jüdischen Geschäftsleute sofort ihre Läden schloffen. Die Menge sammelte sich vor dem Justizpalaste an, um die Entscheidung der Anklagekammer in betreff des Freilastungsgesuches des Agitators Max RsgiS abzuwarten. Die ganze Garnison war auSgerückt. Als um fünf Uhr die Nachricht verbreitet wurde, daß das Gesuch Max RöqiS abschlägig beschieden worden war, ging der Lärm los und die Rufe: „Nieder mit den Juden! Nieder mit den Verkauften!" wurden laut. Die Truppen und die Gendarmen hatten die größte Mühe, die Manifestanten zurückzudrängen und die großen Plätze sreizuhalten, wo sie seit einigen Tagen lagen. Die Antisemiten hielten in der Vorstadt Bab-el-Ked ein Meeting unter dem Vorsitze der jüngeren Bruders Max Rögis, konnten aber ihre Kundgebungen auf der Straße nicht fortsetzen. Von den Truppen, die die Anstrengungen der Polizei kräftigst unterstützen, sind einige Offiziere und Soldaten durch Steinwürfe verwundet worden. Auf Verlangen des Maires von Algier sind zwei Kompagnien Tiraileurs und zwei Schwadronen afrikanischer Jäger aus Blidah nach Algier abgegangen. Das Zuchtpolizeigericht von Algier verurtheilte gestern mehrere der rabiatesten Manifestanten zu Gefängnisstrafen zwischen drei und sechs Monaten. Edouard D r u m o n t, der bekanntlich seine Abgeordnetenkandidatur in Algier durch Max Rögis vorbereiten ließ, reiste am 31. März in Begleitung des Agitators Jules Guerin dahin ab, um mit seinen dortigen Freunden Fühlung zu bekommen. Abgeordneter Samary, gegen den Drumont bekanntlich kandidirt, sucht sich die Gunst der antisemitischen Wähler dadurch zu erhalten, daß er den Justiz minister über die Verhaftung des Max Regis zu interpellieren gedenkt. Holland. B. Amsterdam, 26. März. Vor etwa zehn Tagen forderte Hanotaux den holländischen Gesandten in Paris, de Stuers, auf, den Gesandtschaftsadvokaten Israels, der im „Handclsblad" treffliche Berichte über die Dreyfus-Frage veröffentlicht hatte, im Interesse der guten Beziehungen beider Länder zu entlassen. Der Gesandte ersuchte Israels freundschaftlich um des Friedens willen seine Entlastung nachzusuchen; dieser bat sich Bedenkzeit aus und reiste nach dem Haag. Der Minister des Auswärtigen verhielt sich ablehnend gegen ihn. Nach Paris zurückgekehrt, fand Israels in seiner Wohnung die Entlastung vor._ > Vermischtes, < Guxhagen, den 19. Adar. Herr Daniel K a tz ist im Alter von 75 Jahren am mpsi tcniP fQtff gestorben. Was der Mann im Leben gewesen ist, bewies die große Theilnahme am Leichenbegängnisse, zu der sich eine große Zahl von Freunden und Bekannten aus Nah und Fern eingefunden hatte. An der Bahre im Trauerhause nahm das älteste Mitglied, Lehmann Speyer, ein 89jähriger Greis, im Namen der omro muri, dessen DJ")5 der Verblichene 38 Jahre gewesen ist, Abschied, und dankte für sein der rran dargebrachtes Interesse. Am Grabe sprach Herr Aron N e u h a u s, Lehrer in Hamburg, welcher ein getreues Lebensbild deS Dahingeschicdenen entrollte, indem er denselben als echten Jehudi, als ION rvO'DJ 7jn, der das Elend der Armen zu erleichtern bemüht gewesen, schilderte. Die Fahne des wahren und unverfälschten Judenthums, die der kalten Hano enlfallen, haben seine Kinder ausgenommen, und wissen dieselbe ganz im Sinne des sel. Vaters zu schützen gegen jede Entweihung, und ehren in dieser Weise das Andenken ihrer frommen Eltern. In Forbach (Elsaß) ist das Tauchbad (7NPO) reparalurbedürslrg, da cs nur mit Gefahr benutzt werden kann. Nächdnn die Vorstellungen eines Gemeindemitglied an den Gemeindevorstand fruchtlos blieben, wandte sich dasselbe yjittglieb diescrhalb an das isr. Consistorium Metz, blieb ober bis jetzt ohne Antwort. Wir zweifeln nich daran, daß diese jüdische Behörde diesem Mißstande bald Abhülfe schaffen wird. Saargemüttd, 3. April. Zum Rabbiner wurde Herr Dr. Netter aus Buchsweiler gewählt. Paris, 4..April. (Kammer.) Beauregard (Rechte) interpellirt über die kürzlich in Algier erfolgte Präyentivverhaftung des antis. Journalisten Max Rögis. Redner erhebt gegen

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