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Der Israelit · 1898-04-05 · Heft 27-28 (5.4.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 27-28 (5.4.1898)
Date
1898-04-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Um. Jahrgang. M «r & 98, Der Israelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. in Utain] Dienstag, de« 5. April 5658 (1898)« Des heil Pesachfestes wegen erscheint unsere nächste Nummer, wiederum eine Doppelnummer, Montag, den 18. April« Leitender Artikel. Kagaday schel Gefach. Zwölfte Serie. * Mainz, 4. April. HI. .KT! IHK Die Erzählung vom Auszug aus Egypten ist vollendet, die Dank-esänge und Jubelhymnen für unsere Erlösung aus Mizraim sind verklungen, den vierten Becher haben wir getrunken und damit den Seder beendet, die herrlichen und heiligen^Pflichten des Festabends nach vorgeschriebener Reihenfolge und Ordnung erfüllt. Eine hochheilige Pflicht, da« Genießen des Peßachopfers. konnten wir nicht vollziehen, da leider der Tempel immer noch nicht wieder erbaut ist u'nw onc nD*?wi. Nur durch unsere Lippen konnten wir das Festopfer ersetzen, indem wir seine Vorschriften besprachen und unserem Schmerze Ausdruck gaben, dieselben nicht erfüllen zu können. Das frohe Bewußtsein, das treu erfüllte Pflicht verleiht, kleidet sich am Schluffe des Seder in die Worte nov thd ^>vn wpm mvo dvv „Die Pflichten des Peßachfestes sind in richtiger Ordnung erfüllt, nach der Festvorfchrift, nach allen Rechten und Satzungen." Das Wort „Peßach" das zugleich das Fest und das Festopfer bezeichnet, erinnert uns daran, daß wir eine Pflicht nicht erfüllen konnten. Eines fehlt uns. Und sogleich folgt dar wehmüthige Gebet im« *hd^ uw wuwy1? rou p „Wie wir dar Glück hatten, den Seder zu halten, so mögen wir auch das Glück haben, das Peßachopfer darbringen zu können. O möge doch für deine so oft zertretene Pflanzung, o Gott, die Zeit jubelnder Erlösung kommen." — Wir könnten jetzt die Tafel verlassen, der Pflichtenkreis ist erfüllt. Doch ein wehmüthiger Gedanke war es, dem wir zuletzt Ausdruck verleihen. Sollen wir trauernd das höchste Freudenmahl des Jahres aufheben! Haben wir darum uns an die Wunderthaten Gottes für sein Volk erinnert, darum die Ueberzeugung von der Allmacht und Gnade de» Schöpfer» neugewonnen, um uns die Festesfreude durch unsere schwerste Sorge, unseren größten Kummer zu trüben? Rein und abermals nein! Als Rabbi Akiba einen Fuchs an der Stelle des Allerheiligsten laufen sah, konnte er lachen und sich freuen, weil er in der vollendeten Erfüllung der Strafprophezeiungen die sichere Gewähr für die Erfüllung all' der herrlichen Tröstungen der Propheten sah. Und uns sollte die wunderbare Rettung aus Egypten, die wir anl heutigen Abend im Geiste wieder miterlebten, uns sollte der Gedanke an diese alle Erwartungen unserer Väter in Egypten weit überragende Befreiung, nicht hinweghelfen über alles Trübe der Gegenwart und uns nicht Trost und Freude bringen im Hinblick auf die sicher eintretende Erlösung? Nein, so kleinmüthig, so ungläubig sind wir nicht! ktt ihx sv-ipn Ws nzw „Allmächtiger ist Er, Er wird sicher seinen Tempel bauen, alsobald und allzuschier in unseren Tagen schiere." Eine Nationalhymne erklingt, wie es herrlicher und schöner keine giebt. Gottes priesterliches Volk huldigt seinem himmlischen König. Der Weltenherrscher hat wegen der Sünden der Diener seinen Palast auf Erden zerstören lassen. — Wir haben unseren König im Siegeskranze erblickt und wir sind überzeugt, daß Er Seine Woh-

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