Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1898)
- Date
- 1898-03-31
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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c<-‘ v *V: -V--•• den mit Gartenarbeiten beschäftigt, an deren Stelle im Winter Handfertigkeitsunterricht tritt. Dem Unterricht an unserer Schule stellen sich insofern besondere Schwierigkeiten entgegen, als die Zöglinge verschiedenen Nationalitäten angehören, manche derselben auch bei gar keinen Vorkenntnissen erst im vorgeschrittenerem Kindesalter ein getreten sind. Daraus ist unserer Schule die Aufgabe erwachsen, der individuellen Behandlung eine erhöhte Sorgfalt zuzuwenden. Als besonders wirksam aber hat sich die von ihr getroffene Einrichtung erwiesen, dass auch in den zur Vorbereitung für den Schulunterricht festgesetzten Arbeitsstunden sich die Lehrer mit den Kindern privatim beschäftigen, und auf diesem Wege diejenigen, welche zurükgeblieben, aber wegen ihres Alters schneller zu förderen sind, vorwärts bringen. So wird es gelingen, die ans den besonderen Verhältnissen entsprungenen Ungleichheiten immer mehr zu beseitigen und dem Unterricht den gleichmäßigen Charakter zu wahren. Die Lehrlinge erhalten einen Fortbildungsunterricht, der sich im Winter auf Rechnen, deutsche Sprache, Gartenbaukunde, Naturkunde, Geographie und Religion erstreckt, und in zwei Abteilungen zu 9—11 Stunden erteilt wird; im Sommer wird der Unterricht auf 4 Stunden wöchentlich (Samstag und Sonntag) beschränkt. Zur Vergleichung bemerken wir hierzu, dass die Gärtnerlehrlinge in der Stadt Hannover verpflichtet sind, an wöchentlich 6 Stunden Fortbildungsunterricht Winter wie Sommer theilzunehmen. (Fortsetzung folgt.) Zur Kolonisationsgeschichte des Haurän-Landes. Von Rechtsanwalt A. Rosenberg. (V. Fortsetzung.*) Rüge man demnach zionistischerseits den jeweiligen türkischen Staats!eitern offen und frei unterbreiten, dass die jüdischen Kolonisatioiisunteinehmmigeit in Palästina den Zweck haben, dort eine gesunde, kräftige, prosperirende jüdische Landbevölkerung zu erzeugen, «lass das türkische Reich durch eine rationelle Einwandeniug von Juden ans dem Occut« nt io zivilisatorischer und progressiver Hinsicht nur gewinnen kann, dass es auch durch einen solchen frischen, neubelebenden Zuzug; politisch und volkswirihschaflich stark bekräftigt und gehoben werden muss, dass dafür von der Regierung nichts weiter verlangt wird, als ein gesicherter Reshtszustand nach modernstaatlichen Begriffen. Ist dieser einmal garantirt, dann würde nicht das Geringste im Wege liegen, alle diese Einwanderer ln türkische IJnterthanenschaft treten zu lassen, und der wahre türkische Patriot würde sich zu dieser Acqnisition herzlich beglückwünschen können. So lange aber diese natürlich nothwendige Gewähr aus irgend welchen engherzigen und kurzsichtigen Gründen nicht geleistet ist, bleibt eben nichts Anderes übrig, als es dem persönlichen Gutdünken eines jeden sich hier niederlassenden Volksgenossen zu überlassen, sich zu derjenigen Staatsangehörigkeit zu bekennen, unter welcher er sich am sichersten fühlen dürfte. — Das muss also zionistischerseits den in K o n s t a n t i n o p e 1 am *) S. Nr. 656. Regienmgsruder Stehenden deutlich und nachdrücklich erklärt werden. ln hiesigen jüdischen Kreisen, die in die einschlägigen Verhältnisse eingeweiht zu sein behaupten, erzählt man sieh zwar, an massgebender Stelle in K on s t an t i n o p e 1 verhalte man sich eigentlich der jüdischen Kolonisationssache gegenüber recht sympathisch; die wirkliche Ursache aber der von der Regierung gemachten Schwierigkeiten sei einerseits in den absichtlich gefälschten und übelwollenden Berichten der Lokalbeamten zu suchen, die nur aus dem bestehenden unsicheren und ungeregelten Rechtszustande Kapital zu schlagen erwarten; andererseits seien es gewisse christliche Grossmächte, die zu Lieh7 ihrer hier in stattlicher Anzahl stationirten, gewünschten Falls zur politischen Handhabe stets bereiten geistlichen Armee mit scheelen Blicken die jüdische Kolonisation verfolgen und sie zu hintertreiben suchen. Beides (und vom türkisch-patriotischen Standpunkte aus besonders Letzteres) wäre ein um so triftigerer'Grund für die Regierung, jener Kolonisation kräftigen Vorschub zu leisten. Wenn nun endlich einmal eine leistungsfähige Zentralstelle für eben derartige allgemeine zionistische Angelegenheiten in’s Lehen gerufen sein wird, so könnte'Jdiese durch eigene tüchtige, politisch und.'diplomatisch geschulte Sachwalter, die sie sich zu solchem Zwecke in Konst antinope 1 halten müsste, die besagten palästinischen Interessen in offizieller, würdiger, ehrenhafter, fähiger und energischer Weise an leitender Stelle vertreten und gegen