Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1898)
- Date
- 1898-03-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIX. Jahrgang. M »6. Der Israelit. Ein Aenlrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum Begründet von Dr. ITefcmauu in Ifttatuf. Do««erstag, de« 31 März S658 (18V8). Unsere nächste Nnminer, eine Doppelnummer, erscheint Dienstag, den 5. April. Inseraten Annahme bis Dienstag früh 8 Uhr_ Aus einer Reihe werthvoller Arbeiten, die wir erworben haben und die im Laufe des nächsten Quartals in diesen Blättern zum Abdruck gelangen, gestatten wir uns auf die beiden folgenden besonders aufmerksam zu machen: „Die Nahrung des gesunden und kranken Magens. Zur Verhütung und Linderung von Magenkrankheiten. Mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Speisegesetze. Von Dr. P. Münz, pract. Arzt, in Nürnberg;" ferner „Die Emanzipation der Juden in Hessen." Von I. Lebermann, Darmstadt." Die Namen der Herren Verfasser bürgen wohl, jeder für sein Fach, zur Genüge für die Gediegenheit ihrer Werke.Redaction des Israelit Leitender Artikel. Dn Utttln int KrWtiM gtgtn Sttlltnloflshtit (ras? '1O1M jn FlüBksmt a. M.*> Gedanken brauchen^Zeit zu ihrem Wachsthum und ihrer Reife gleich den Gebilden des physischen und sozialen Lebens. Auf einem Blatte, das in die Welt hinausfliegt, in einem Kreise plaudernder Freunde, wird ein Wort ausgesprochen, ein Gedanke angeregt — folgelos scheint er zu verwehen in dem vielgestaltigen Treiben des Tages, und doch, bei Dem, bei Jenem hat er eine gute Statt gesunden. Vielleicht hat er andere, verwandte Gedankengänge ausgelöst, mit denen er sich nun verbindet. Bereichert, von Irrigem befreit, taucht der Gedanke wieder an ganz andrer Stelle auf, um auf's neue zu verschwinden, und endlich, oft nach Jahren tritt als ein durch Vieler Zusammenwirken geschaffener Plan an- Licht der Sonne, was als Trieb, als Hoffnung still im Boden gekeimt hatte. *) Am 17. April soll eine große'.Propagandaversammlung, am 1. Mai die erste Hauptversammlung des Vereins ftattfinden. Wenn solch' wechselvolles Geschick ein Beweis für die Gesundheit, die Lebensfähigkeit, die innere Nothwendigkeit eines Jdeenkeimes ist, so dürfen wir den zuerst vor drei Jahren hier angeregten Gedanken, deffen Reife wir heute begrüßen, mehr als irgend einen gesund, lebensfähig und innerlich nothwendig nennen: den Gedanken, auf dem Wege gegenseitiger Versicherung einen Schutz gegen die durch die Sabbatfeier erhöhte Gefahr der Erwerblosigkeit und damit einen Schutz gegen die überhand nehmende Sabbatentweihung zu schaffen. Nicht von heute und gestern ist ja auch die Gefahr, der damit begegnet werden soll. Aber je erbitterter infolge der ganzen wirthschaftlichen Entwicklung das Ringen ums tägliche Brot sich gestaltet, je mehr durch dir für Andere vielleicht segensreiche gesetzliche Sonntagsruhe gerade den treuen Trägern des alten, reinen Sabbatgedankens der Konkurrenzkampf erschwert wird, desto mehr muß die Zahl der Gesetzestreuen zusammenschmelzen, denn nur „der Starke und Feste bleibt Gott". Selbst das nicht zu bezweifelnde Wiedererwachen jüdischen Geistes in Gemeinden, Schulen, auf den Kanzeln und Lehrstühlen, kann die Verluste, die das praktische Judenthum in dem für uns wichtigsten Berufskreise, dem Handels stände, fortwährend erleidet, nicht ausgleichen.