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Der Israelit · 1898-03-28 · Heft 25 (28.3.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 25 (28.3.1898)
Date
1898-03-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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UCX1X, Jahrgang. M »S Ein Der Israelit Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum Begründet von Dr. £ ermann in Bain} Montag, de« 28. März 5658 (1898). Aus einer Reihe werthvoller Arbeiten, die wir erworben haben und die im Laufe des nächsten Quartal; in diesen Blättern zum Abdruck gelangen, gestatten wir uns auf die beiden folgenden besonders aufmerksam zu machen: „Die Nahrung des gesunden und kranken Magens. Zur Verhütung undLinderung von Magenkrankheiten. Mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Speisegesetze. Von Dr. P. Münz, pract. Arzt, in Nürnberg;" ferner „Die Emanzipation der Juden in Hessen." Von I. Lebermann, Darmstadt." Die Namen der Herren Verfasser bürgen wohl, jeder für sein Fach, zur Genüge für die Gediegenheit ihrer Werke. Redaetion des Israelit Leitender Artikel. Die Wissenschaft kehrt um. * Mainz, den 35. März. Es weht Frühlingsluft. — Vielfach schon ist mit Genugthuüng festgestellt worden, daß die Werthschätzung des alten, unverfälschten Judenthums und seiner heiligen Gesetze auch in den Kreisen unserer, in Glaubenssachen uns mehr oder weniger entfremdeten jüdischen Brüder von Jahr zu Jahr größere Fortschritte macht. Wenn die bessere Anschauung auch bis jetzt leider noch wenig zu besserer That geführt hat, so ist doch Raum für die Hoffnung gewonnen, daß man auf der Basis des wiedergewonnenen Glaubens in nicht zu ferner Zeit niaew Häuser, denen in Wahrheit der Name israelitische Wohnungen gebührt, allenthalben wieder neu aufrichten wird. Auf eine Begleiterscheinung dieses wieder anbrechenden Morgens ist bis jetzt noch wenig aufmerksam gemacht worden. DiesogenanntejüdischeWiffenschaft,deren erste Vertreter in dem Zeitalter der Reform Steine und Steinchen sammelten, um den festen Bau des göttlichen Gesetzes, der im Talmud sichtbar wird, durch Wurfgeschosse und Wurfmaschinen erschüttern zu können, diese jüdische Geschichtsforschung und literarische Kritik, sie hält seit einiger Zeit zum großen Theil mit dem Einreißen inne und widmet sich positiver, nutzbringender Arbeit. Die federleichten, mächtigen Steinen ähnlich sehenden Dinge, gleichwie die papiernen Kugeln, welche gegen die mächtige Burg unserer heiligen Religion geschleudert wurden, vermochten natürlich in keiner Weise die ewigen Wahrheiten unseres schriftlichen und mündlichen Gesetzes zu erschüttern. Doch es gab leider Viele, die das Angriffsobjekt gar nicht vor Augen hatten, weil ihnen unser heiliges Schriftthum kaum mehrals demNamen nach bekannt war. Als diese die unzähligen Kugeln fliegen sahen, glaubten sie, das Gebäude, auf das insolcher Weise losgestürmt werde, müßte unfehlbar in Trümmer fallen. Die Bedauernswerthen, welchen das Kampfspiel des Scheinangriffs vorgeführt wurde, wie wurden sie um ihr Heiligstes betrogen, weil sie da» Gottesgesetz nicht genügend kannten, an dessen unlöslichem Gefüge die heftigsten Angriffe machtlos abprallen mußten! Wegen der großen Menge dieser Unkundigen freuen wir uns, daß weniger jüdische Federn sich in Bewegung setzen, um Thora und Talmud im falschen Lichte darzustellen, sehen wir e« gerne, daß selbst die Literaten aus dem uns feindlichen Lager sich damit genug sein lassen alljüdische werthvolle Manuscripte aus dem Staube der Bibliotheken auszugraben oder auch aus ihrem Grabesschlummer im Erdboden zu erwecken. Immer mehr bricht sich auch die Erkenntniß Bahn, daß viele Forscher der jüdischen Wissenschaft von Anfang und Mitte des Jahrhunderts schon darum falsche und irreführende Urtheile abgeben mußten, weil die Grundlagen der Forschung damals weder in ausreichendem Maße gefunden, noch genügend gesichtet waren. Die sogenannte jüdische Wissenschaft unserer Tage bemüht sich in erster Linie aus der Vervollkommnung der Verkehrsmittel Nutzen zu ziehen. Sie trägt von allen Ecken und Enden der Culturwelt Handschriften

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