Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1898)
- Date
- 1898-03-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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MWMWM 394 25 Stimmen vom Senat angenommen wurde, eine Form erhalten, die den Juden speziell nicht sehr gefährlich ist. Nach den neuen Bestimmungen muß jeder Einwanderer fünf Zeilen der amerikanischen Konstitution lesen, respektive schreiben können, aber es ist gleich in welcher Sprache, und es wird nicht viel Juden geben, die in keiner Sprache lesen oder schreiben können. Keine Anwendung soll die neue Bestimmung finden auf Wittwen, Minderjährige und Personen über 50 Jahr, die ihre Kinder aufsuchen. Trotz dieser Erleichterungen macht sich bereits eine sehr heftige Agitation gegen das vorgeschlagene Gesetz geltend, die hauptsächlich von den deutschen Vereinen getragen wird. Außerdem betheiligen sich an dieser Gegenagitation die römischen Katholiken. Diese letzteren haben auch den meisten Grund dazu, denn unzweifelhaft sind unter den Italienern und Polen die meisten Personen, welche weder lesen noch schreiben können. Unter diesen Umständen ist durchaus zweifelhaft, ob die Bill Lodge Gesetzeskraft erhalten wird.? Buenos-Ayres. Das offizielle Organ für Landwirth schreibt: „Die Kolonieen des Baron Hirsch in den Departements Urugucay und Villaguay haben 28,000 Hektar mit Weizen und Flachs besät, diejenigen in der Station Basovillbase noch weiter 5000 Hektar. Zum Theil hat die Ernte schon begonnen, 150 Schnitter sind gemiethet und eifrig am Werk, 74 Dreschmaschinen arbeiten schon und man muß sagen, daß diese Kolonien ein Element des Fortschrittes sind für die Provinz Exterios. „Nur die Viehhaltung ist nicht auf der Höhe, woran vielleicht die vorjährige Dürre Schuld ist." Leider sind trotz dieser guten Aussichten immer mehr von den Ansiedlern in den letzten Wochen nach Buenos-Ayres gekommen, um hier zu bleiben oder auszuwandern. Besonders viele kommen aus Mosesville und führen bittere Klage über die rohe Behandlung seitens des Administrators. Director Ceaze'S hat versprochen diese Angelegenheit zu untersuchen, doch hört man nichts von dem Resultat dieser Untersuchung, dagegen hat sich leider die hiesige TageSpreste dieser Sache bemächtigt und beutet sie weidlich aus. Palästina.? Jerusalem. Seit langem haben wir keinen so harten Winter gehabt, als in diesem Jahre. Man will behaupten, daß es seit einem halben Jahrhundert in Palästina nicht so viel Schnee und Eis gegeben hat. Selbst die sonst ziemlich warme Philisterebene war ganz mit Schnee bedeckt und in Jaffa ist Schnee gefallen, ein Vorkommen das geradezu unerhört ist. Frühmorgens ist der Thau fest gefroren. Noch schlimmer ist es freilich auf dem Gebirge Juda, wo zum Beispiel in Betlehem Ende Dezember daS Eis fünf Eentimeter dick »ar. Dabei ist der Regenfall gar nicht sehr reichlich und Jerusalem wird möglicherweise im Hochsommer sehr knapp mit Waffer versorgt sein. Die Touristen lasten sich erfreulicherweise auch durch das schlechte Wetter nicht abhalten und alle Hotels sind mit Reisenden überfüllt, nur jüdische Touristen sind eine außerordentliche Selltenheit. Der neue Pascha soll angeblich neue strenge Maßregeln gegen eine Masteneinwanderung von Juden angeordnet, auch den Beamten, die nicht die genügende Controlle ansgeübt haben, mit Strafen bedroht haben. Afrika.? Südafrika. In Johannisburg besteht ein Nazarethhaus, das heißt: eine Erziehungsanstalt für verlassene Kinder oder solche armer Eltern. Alle Kinder werden im christlichen Glauben erzogen, leider sind viele unter ihnen von jüdischen Eltern, ohne daß diese eine andere Erziehung erhalten, trotzdem die eifrigsten Förderer des Instituts und seine größten Geldgeber Juden sind. — In Kimberley hat ein Nichtjude Dr. Nuthaford Harris der jüdischen Hilfsgesellschaft ein Geschenk von 25 Guineen gemacht. Man muß sagen, daß die hiesige öffentliche Meinung die Verdienste der Juden rückhaltslos anerkennt und mit einer in heutiger Zeit doppelt erfreulichen Einmüthigkeit die Seuche des Antisemitismus verdammt. vermischtes. Wien. (Schicksal eines Antise m itcn hä uptli ngs.) Agramer Blätter melden, wie das „Nene Wiener Tagblatt" schreibt: Dieser Tage verlobte sich die Tochter eines der Führer der Antiscmitcnpartei in Agram, des Lai.dtagsabgeordneten Dr. Marian Derencsin, mit dem dortigen Zahnarzt Dr. Engen Rado-Nosenberg. Fräulein Lisette Derencsin trat ans diesem Anlasse znm Judenthum über und nahm den Nam-n Sarah an. Wien- (Ein interessanter Fund) Im zweiten Bezirke in der Großen L>chiffgasse wurde gelegentlich der Canalisirungsarbeiten ein Leichenstein gefunden, der — wie aus der hebräischen Inschrift heroorgeht — aus dem Anfang des siebzehnten Jahrhunderts stammt. Briefkasten der Expedition. S- H. in 0*.: Betrag von Mk. 5.— dankend empfangen. I. B. in Ich.: Mk 13.— haben erhalten und zu den bestimmten Zwecken verwendet. 6 Met. Frühjahrsu. Sommer- Stoff für M. 1.80 Pfg. -M Muster 6 Meter Wasch-stoff zum Kleid für M. 1.08 6 „ Sommer-Xouveaute „ „ „ 8.10 6 „ „ dop.br „ „ 2.70 6 „ Loden, vorzgL Qu., dop.br. ,, ,, 3.90 Mod. Kleideru. Blottsenstoffe in grifsster Auswahl versenden in einzelnen Metern franco ins Haus auf Verlangen franco ins Hans. Oettlnger u. Co., Frankfurt a. M. Versandthaus Modebilder gratis. Separat-Abtheilung \ Stoff z. g. Anzug M. 3.75 f. Herrenstoffe: / Cheviot „ „ „ 6.8