Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1898)
- Date
- 1898-03-10
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ackerbauschule zu Jaffa in den Jahren 1895—1896. (II. Fortsetzung.*) Man sollte eigentlich den Schuldirektoren im Interesse unseres Zweckes empfehlen, sich bei der Wahl der aufzunehmenden Schüler nicht von Motiven des Mitleids und des Gefühls leiten zu lassen. Sie sollten nur auf die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Bewerber Rücksicht nehmen, denn um in unserem Zweige etwas zu leisten, muss man körperlich und geistig gut veranlagt, hauptsächlich aber fleissig und geduldig sein. Wir haben jetzt die Zahl von 104 Schülern erreicht, und jetzt alle Plätze, über die wir in den Schlafsälen verfügten, besetzt. Früher war ich gegen die Vermehrung der Schülerzahl. Ich fürchtete, dass man dadurch die Einzelnen nicht so gut ausbilden können werde, aber ich muss gestehen, dass ich mich getäuscht habe. Bei guter Eintheilung der Arbeit und der theoretischen Studien können wir die Schülerzahl gefahrlos vermehren. Ferner müssen wir nun unsere Kulturen ausdehnen, um allen unseren Schülern Arbeit geben zu können. Wir müssen ferner die Araber, unsere Pächter entlassen und unser ganzes Besitzthum in Betrieb setzen. Arbeiter-Schüler. Wir haben in diesem Jahre keine neuen Arbeiter-Schüler ernannt, nur um die Neuorganisation durchzuführen, wonach 2 Versetzungen zu Arbeiter-Schülern, 23 Schülerversetzungen stattfinden sollen. Die Schüler der erstem Kategorie, sowohl die, welche schon abgegangen sind, als die, welche noch die Schule *) 8. Nr. 654. besuchen, sind besonders tüchtige junge Leute, die ihre praktischen und theoretischen Arbeiten mit Eifer betreiben. Unter ihnen haben wir eine Gruppe Vorzugsschüler, wie man sie selten auf einer Schule findet. Die verschiedenen Direktoren der Allianceschulen haben sie uns in 2 Abtheilungen hergeschickt und damit beide Male eine sehr glückliche Wahl getroffen. Unterricht. Während des vei flossenen Jahres haben wir in „M i k w e h - Ji s r a e 1“ ein genaues Programm für den Unterricht aufgestellt. Es ist gut, wenn Lehrer und Schüler vorher genau das zu erledigende Pensum kennen. Dem Sekretariat wurden verschiedene Entwürfe zugeschickt, und schliesslich einigte man sich auf ein endgiltiges Programm. Dies wird nur sehr wenig verändert zu werden brauchen, selbst bei der besonderen Abtheilung von jungen Leuten, die zur Vervollkommnung ihrer technischen Ausbildung nach Paris geschickt werden sollen. Dieses Programm umfasst folgende Unterrichtsgegenstände: Türkisch. Die türkische Sprache wird in unserer Anstalt noch nicht gut unterrichtet. Französisch. Die französische Sprache ist für das Verständniss des technischen Unterrichts nöthig. Wir machen die Beobachtung, je mehr ein Schüler allgemeine Bildung hat und diese Sprache kennt, desto bessere Fortschritte macht er in den anderen Unterrichtsgegenständen. (Fortsetzung folgt.) Zusammenstellung' der im Jahre 1897 vom Unterzeichneten gemachten Sendungen. In den Monaten Januar & Februar laut Specifikation in Nr. 622 4,586 Mk. 54 Pfg. „ ,, „ März & April ,. „ 628 3,841 „ 62 „ „ .. Mai L Juni „ .. „ 636 6,490 „ 57 „ ,. ,. „ Juli L August .. „ 639 5,249 25 „ .. Sept. & Oktober „ „ 646 . 4,639 „ 90 „ ,, „ „ Nov & Dezember „ „ 654 8,465 26 „ 0,*tüU „ Zus. 33,273 Mk. 14 Pffl. Die in früheren Jahren gemachten Sendungen betrugen .... 599,108 „ 79 „ Gesammtsumme: 632,381 Mk. 93 Pfg. Dürkheim a. d. H., P3E3 i"^, 9. Januar 1898. Dr. A. ialvendi, Bezirks-Kabbiner. Druck der Joh. Wirth’schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft, Mainz.