Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1898)
- Date
- 1898-03-10
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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Einnahmen im Jahre 1896. Ausgaben im Jahre 1896. Waisenhaus.Mk. 15914.69 Sehul-Konto.„ 9813.20 Verwaltung.. 765.75 Konto für entlassene Zöglinge . „ 50.— Kassen bestand am 31. Dez. 1896 „ 2414.22 Mk. 28957.86 Bilanz pro 31. Dezember 1896. Kassensaldo am I. Januar 1896 Mk. 1450.61 Aktiva: Jahresbeiträge. „ 3953.12 Effektenbestand. Mk. 107175.— Geschenke. „ 9012.07 Jerusalem-Haus-Konto . . . . 36395.39 Zinsen. „ 4270.97 Kassenbestand. 2414.22 Legate. „ 1600.— Mk. 145984.61 Eiserner Fonds. . 250.- Passiva: Fonds für entlassene Zöglinge „ 600.— Schul-Konto. „ 6822.34 J. A. Franklin-Fonds . . . . Mk. 15336.50 Verkaufte Effekten .... „ 998.75 L & B. Schwärz’sche Stiftung . 10000.- Mk. 2ö957.86 Legate-Konto. V 18550.— Eiserner Fonds-Konto Mädchenwaisenhaus-Konto Fonds für entlassene Zöglinge Kapital-Konto . 21080.— 107.31 2500.— 78410.80 Mk. 145984.61 -=H«<- Zur Kolonisationsgeschichte des Haurän-Landes. Von Rechtsanwalt A. Rosenberg. (IV. Fortsetzung.*) Das ist die allernächste Aufgabe, die sich die zionistische Gesammtbewegung heute zu stellen, und die sie auf dem möglich direktesten und schnellsten Wege zn lösen hat. Ihre berufenen Führer sollten sich jetzt zusammenthun. diese Frage gründlich und nach allen Seiten hin ventiliren, zu einem praktischen, sach- und zeitgemässen Beschlüsse zu gelangen suchen, und ihn mit allen zweckentsprechend zu Gebote stehenden Mitteln ohne unnütze Zeitversäunmiss zur Ausführung bringen. Wir erlauben uns auch, gleich hier die Gesichtspunkte noch ein wenig genauer anzudeuten, von denen unserer Ansicht nach die Berathungen über den beregten Gegenstand auszugehen hätten. Da das Kolonisationswerk eminent friedliche, kulturelle Ziele verfolgt, so braucht es gewiss nicht das Licht des Tages zu scheuen, sondern darf im Gegentheil mit vollem Rechte seine Ansprüche auf die Gunst und den Beistand aller ihm dienlich sein könnenden zivilisatorischen Faktoren der Jetztzeit laut und deutlich erheben. Die bisherige Politik der Bestechung käuflicher Beamter im türkischen Staatsdienste, um die hie und da vielleicht nur desswegen der Kolonisation bereiteten Schwierigkeiten zu beseitigen, mag wohl in gegebenen Nothfallen und in Ermangelung eben jener Vorsichtsmassregeln, von denen hier die Rede ist, viele Fatalitäten vermieden haben, zu einem feststehenden System aber darf sie nie und nimmer erhoben werden, sonst würde sie selber eine grössere Fatalität werden, als a^e durch sie gebannten zusamme i genommen, abgesehen davon, dass eine solche kostspielige, unwürdige und korrumpireude Politik früher oder später in ihrer eigenen Eäulniss zerfallen muss. Darum scheuen wir uns auch nicht, den Finger auf diesen wunden Fleck mit allem uns möglichen Nachdrucke zu legen. Wir dürfen in unseren Bestrebungen von der Bahn gesunder, in der Moral begründeter Rechtsprinzipien kein Haar breit ablenken, und wir werden so gewiss viel schneller zum Ziele gelangen als sonst. Es handelt sich hier faktisch und kurz gefasst einfach darum, ob Diejenigen unserer Volksgenossen, welche sich in Palästina als Ackerbauer, Handwerker oder industrielle dauernd niederlassen wollen, türkische Unterthanen werden, oder ihre aktuelle Angehörigkeit zu einem der europäischen Staaten beibehalten sollen. Die einzig vernünftige [Handlungsweise in diesem Punkte kann nur die sein, sich derjenigen Souveränität anzuvertrauen, die die besten Garantien für den Schutz an Leib und Gut bietet, und am nachdrücklichsten für die Wahrung legitimer persönlicher Interssen und einer friedlichen, gedeilichen Entfaltung individueller Kräfte einzutreten verspricht. (Fortsetzung folgt,) ') S. Nr. 650.