Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1898-02-23 · Heft 16 (23.2.1898) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 16 (23.2.1898)
Date
1898-02-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448857-2448873--45509-2495809
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

XXXIX. Jahrgang. Mette Beilage zu M 16 des „Israelit". Literarische Umschau. 8. Der vorjährige Niffan veranlaßte bei Gelegenheit des Ablaufs des großen Sounencvclus eine Fluth von Schriften verschiedener Güte über die nann ran. Von allen diesen Schriften möchte ich eine, die sich durch Scharfsinn und wissenschaftliche Gründlichkeit auszeichnet, Hervorheden, die des Talmudisten R. Jos. Heschel Schar ff in Frankfurt am Main: rraan omn av nann r.ans (Selbstverlag.) Zwei schwierige Hauptfragen sind es nämlich, die der Verfasser zu lösen versucht: die eine, daß unsere ganze Kalenderberechnung auf der Thekupha des R. Ada (bis auf einen kleinen Bruchtheil annähernd der Berechnung des Gregorianischen Kalenders gleichkommt) während der nann auf der Thek. Samuel (Julianischer Kalender) beruht, ein Widerspruch, der auch viele Autoritäten veranlaßte, die n'np wna nicht zu sagen. Ferner ist eS auffallend, daß im ganzen Talmud und in früheren talmudischen Schriften keine Spur der für uns so wichtigen Thek. des R. Ada scheinbar zu finden sei. Diese Frage zu lösen, hat sich der Vers, vorgesetzt und der Anfang des Werkes — es sind erst vier Lieferungen erschienen —, der uns ein ebenso reiches, wie überraschendes Material bringt, das auch auf manche schwierige Partieen der h. Schrift aufhellendes Licht wirft, läßt die Erwartung bei uns zur Sicherheit werden, daß der Vers, die Fragen lösen wird. Die Abhandlung ist aus dem hebr. Manuscript des Verfassers für die Veröffentlichung in's Deutsche übertragen. — In der zu Ehren Dr. Hildesheimer's im Jahre 1890 erschienen „Jubelschrift" machte Dr. D. Hoffmann einige Mittheilungen über eine „Mechilta zu Deuteronomium", einen aus der Schule des R. Jsmael hervorgegangenen halachischen Midrasch, der uns verloren gegangen, aber zum großen Theile aus einem Sanimelwerk, Midrasch hagadol, das sich handschriftlich in der Königl. Bibliothek zu Berlin und in der Bibliothek zu Oxford befindet, zu reconstruiren ist. Diese schwierige Arbeit ist wohl keiner wie Dr. Hoffmann geeigneter zu unternehmen, derselbe aber verzichtete darauf, als er erfuhr, daß Herr S. Schechter in London die Herausgabe des Midrasch hagadol beabsichtige, und begnügte sich damit, nur einige der von ihm der „Mechilta" angehörigen Stellen zu veröffentlichen. Nachdem aber sieben Jahre ins Land gegangen, ohne daß der Midrasch zur Veröffent lichung gelangt ist,glaubte er mit den übrigenMechiltatheilen, die er gesammelt, nicht weiter zurückhalten zn müssen u. legte sie dem diesjährigen Bericht des Berliner Rabbinerseminars als wissenschaftliche Zugabe unter dem Titel: „Neue Collectaneen aus einer Mechilta zu Deuteronomium" (im ^cipS 'vpb) bei. Ueber die Bedeutung der Aufdeckung aller Schriftwerke der halachischen Literatur braucht man kein Wort zu verlieren, wie wichtig aber das vorliegende Werk ist, erfahren wir erst recht deutlich aus den gelehrten Anmerkungen, mit denen der Verf. den Text begleitet; er wird uns hier zum wahren Führer, und sein ausgebreitetes Wissen, wie die Akribie seiner Forschungsweise, die wir jr an ihm gewohnt sind, verbreitet Heller Licht über das ganze Werk, und so gelangt seine Forschung zu überraschenden Aufschlüssen. Daß MaimonldeS den Midrasch hagadol, resp. die zur Mechilta gehörenden Stellen, bereit» geka.m», Hai der Verf. schon früher nachgewiesen, daß aber manche Schwierigkeiten im Jad hachasaka dadurch gelöst werden, daß Maimonides eben der Lesart des vorliegenden Werkes gefolgt ist, erfahren wir au» vielen Anmerkungen de» Verf. — S. 6 mxe scheint verschrieben für mpa; die Anm. kann uns für die des HerauSg. ncica nicht überzeugen. — S. lO zu "J'bve ^32: die Mechilta scheint hier das zu urgiren; e» war ein unerhoffter Fund, weil das Saatkorn nicht gemessen war. — Zu *rro rna das. ist außer Chagiga 9 b noch Ber. rab. 44, 21 (Wilnaer Ausg.) zu vergleichen. S. 3l Schlgw. c'nx '3 beanstandet der Herausgeber das Wort mma. Mit Hinblick auf Ehulin 109 b neinnc ba nao ra Hift’ nbxs? naa’ ns ':a: warn x i r»' kann man den Ausdruck mma wohl rechtfertigen — Einen glücklicher Fund hat Rabb. D r. Horovitz im Frankfurter Stadtarchiv gemacht, dar Original-Protokoll der Frankfurter Nabbinerversainmlung im Jahre 1(>Jc5. Diese Versammlung, zu der nicht allein Delezirte aus der Umgegend, fonde.n auch aus Köln und Westfalen erschienen waren, htt seiner Zeit viel Staub aufgewirbelt und Hätte fast eine Judenverfolgung nach sich gezogen. Die Zwistigkeiten zwischen den Zünften in Frankfurt uno dem Rathc der Stadt, die schon begonnen halten und später wit dem Fettmilchschen Aufstand endigten, hatten gleich bei ihrem Auftreten bei den Bürgern eine gereizte Stimmung gegen die Juden, die man vom Rath zum Nachtheil der Bürgerschaft begünstigt glaubte, hervorgerufen. Durch den falschen Angeber Kraus (S. Joseph Omiz, Abschn. Auslösung der Erstgeborenen und Auerbach, Brith Abraham S. 34 f.), der damals sein Unwesen trieb, war überhaupt die Stimmung gegen die Juden in der Rhein- und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.