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Der Israelit · 1898-09-08 · Heft 71 (8.9.1898) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 71 (8.9.1898)
Date
1898-09-08
Page
– (sequence 25)
Language
German
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XXXIX. Jahrgang Dritte Beilage zu M 71 des „Israelit'. ' i Leitender Artikel. I o)uviter ^ionifton Conai\'{,'. £ t c u o g r. C vigin al V t r i ch l f. b ,,J 3 r a c (i t". u. F. 5. Siptember. (Schluß aus dein Montagsbln tJ Zweiter Berhandlungstag, NachmittagSsitzung. «Nachteng.) Bei Beginn dcr ^iachmittag-ssilzung thciltc der Vorsitzende Dr. Nord au mit, das; insgesammt stFck Telegramme eingcgangen seien, u. A. von Eesarc Lolnbroso, welcher mit warmen Worten der Anerkennung für die zionistische Bewegtlng sein Fernbleiben entschuldigt. Das Wort erhält Herr Nabb. Joseph Sonin o (Neapel) welcher in längerer italienischer Nede in allgemeinen Betrachtungen über die zionistische Bclvegnng sich ergeht und seine Ausführungen in folgenden Vorschlägen znsammensaüt: 1. Der (5ongres; möge beschließen, das zionistische Prograiilm in seiner Totalität mit der größtmöglichsten Deffentlichkeit zil verbreiten. 2. Das Programm selbst möge Erklärungen enthalten, welche geeignet seien, die Gemüther Aller zil beruhigen und das Mißtrauen, welches für den Augenblick noch bestehe, zu zerstreuen. st. Es möge in allen in Betracht kommenden Sprachen gedruckt werden, und seine Bekanntmachung in allen Bet- und Lehrhäusern besorgt werden. 4. Schließlich sollen unter den Glaubensgenossen aller Nationalitäten, zionistische Zeitungen zu billigen Preisen verbreitet werden. Nach der mit Beifall aufgcnommeneu, allerdings von den Wenigsten verstandenen Nede des Rabbiners Sonino wurde aus den Antrag von Herrn Bambus hin die Rede des Herrn Dr. Mandelstanim (Vormittag) einstimmig genehmigt und beschlossen, in keine weitere Debatte darüber cinzutreten. Es folgte hieraus das sehr ausführliche und sich in die Einzelheiten statistischer Angaben verlierende Res erat D r. M o tz k i n s über „d e n g e g e n - tv artige n Z n st a n d P a l ä st i u a s." Seine Ausführungen sind in Kürze ettva folgende : äicdner erklär! zuerst, daß er nicht über Die Kolonisation reden werde, da ihn dies;u weit führe, sondern daß er das, was er aus zuverlässigen Mittheilungen geschöpft und selber beobachtet habe, lvahrheitsgetrent berichten lvcrdc. Doch würden seine Angaben nicht erschöviend: dazu bedürfe es eines gcnancrn ^tnornins der Verhältnisse in Palästina. Am besten lvird sich da;n eine Svezinl-Kommlssion eignen, welche dann an Hand der Thatsachen baxauf antiMovteu kann, ob das Land geeignet ist, Millionen von Inden Aufnahme zu gewähren. 'Weil sich i»i Laufe der letzleit Fahre das Interesse der enroväi'chcn Staaken ltiib Kircheit ntächtiger dem Lande zngcwandt hat, seitdem Palästina dasKampfobjekt der verschiedenen Geicllfchoftcn ttnd .Kirchen geworden ist, ist Palästina in verschiedenen Beziehungen von enropäischen Verhältnissen bceinsluszr worden, allerdings itur in dcr Horm und nicht im Wesen. Palästina äst ras Land dcr Gegensätze. Fruchtbarste Gegenden wechseln mit öden Landstrichen ab. Wo sich Araber niedergelassen haben, da ist das Land verödet. Wo jüdische lind deutsche Kolonisten die Bebauung in Angrin genommen haben, herrscht die üppigste Fruchtbarkeit. Svricn besitzt 29-- Millionen t^inwohner, db. 9—10 ans den qkm. gegen 90 in Deutschland. In schlimmer Vage sind die Fuden/tic das Vaud bewohnen. Sie müssen leben. Aber wovond Pon der Bettelei. Tie Verachtung, tnil der tnan deßhalb von diesen „Schnorrern" spricht, ist allgemein. Allein - lind dcr dliedner fügt hier genaue statistische Taten znm Beweist seiner Behauptungen bei — die Unterstützung, die den Juden von Enrova alls Zit Theil lvird, genügt bei den Allermeisten nicht einmal, den äußersten Hunger zu stiOen, geschweige, daß sic damit ein anständiges Leven fristen fönuten- ES ist deßhalb gar nicht möglich, daß die Leute nuv voa der Bettelei leben und wirklich stellt sich bei näherer Untersuchung heraus, daß 49 vEtvon der Hände 'Arbeit leben: dazu kommen noch viele Kleinkrämer und Haunrcr, sie nnierzichen sich um geringen Lohn den schwersten Arbeiten. Sie wohnen in dumpfen, wüsten Löchern, in denen man kaum einen Augenblick verweilen kamt. Ter Kampf nms Dasein bat sie vielfach abgestumpft lind niedere Lcidenschaßen in ihtten erweckt. Die Abhilfsmr'tel, die bisher angewandt rvnrden, kanntea die liebet* stände nicht beseitigen, da sie den Stempel der Woblthätig feit an sich tragen, nicht die ökonomischen Grundübel cito fernen. Es wohnen in Fernsalcm 28,994, in ganz Palästina ."4,90o Inden. Die Armnth an anderen Orten ist fast noch größer als in Fernsalem unb doch sind die Familien bereit dem Rufe nach 'Arbeit Folge 311 leisten. Sie nehmen in den neuen Fabriken um weniges Geld die angestrengteste Arbeit auf sich. Es ist dringend nothwendig, zuerst im Lande seihst für die Eingebornen Kolonien zu errichten- Wo solche schon bestehen, machen sie uns einen güitstigcn Eindruck, und bilbc;i den grellsten Gegensatz zn den nrabischeir Dörfern. Redner führt die verschiedenen Gründnngsgesellschaflen an, schildert ihre Organisation und die Erfolge, die sie erzielen. Jedoch zeigt sich die materielle Seite tit mit so günstigem Lichte. Biele Familien müsseit schon seit 19 Jahren durch Subventionen unterstützt lvcrden. ES lvird hauptsächlich Weinbau und Banmzuchr bcOieben- Jedoch ist der 'Absatz voit Wein ein nur geringer, int letzten Jahre wurde nur 2«) pCt. des (Ertrages verkauft und es droht ia Zukunft große Gefahr, wenn da teilte Abhilfe geschaffen wird. Die Besitzverhälmisse sind sehr u rschieden. Die, welche von etitcv gelvissen Gleichheit unter deir Kolonisten getrännu haben, sehen sich sehr im Jrrthmnstieferent gibt eine Schilderung der Schicksale der verschiedenen Kolonien, (der Hirsch scheu, der Rothschild'scheu u. s. 10.) der Erfahrungen,; die sie gemacht haben, und der Einnahmen- Tie Phvlloictrt hat in öen letzten Fuhren viel Schaden a gerichtet, es wurden deßhalb ameritanische Reben statt französische ge-

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