Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 14-15 (17.2.1898)
- Date
- 1898-02-17
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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270 errichtet. Dieser Gedanke, er kommt auch an diesem Abend zum beredten, klaren Ausdruck. — Nachdem die d’-ibd (die heiligen Bücher) für den anderen Tag „gestellt" sind, werden sie wieder in die heilige Lade zurückgesetzt und die erste Feier des schönen Jubelfestes ist beendet. Tags darauf wird in den tis tmon (den Lehrhäusern) auch froh gefeiert, die Gelehrten und ihre Schüler, sie jauchzen vor Jubel und — die Frauen? — nun sie begehren nichts für sich, sie gehen ganz in der Freude auf, ihren Mann, der sie ehrt und nährt, der für ihre lieben Kinder redlich strebt glücklich zu missen. Dies ist ihre ganze und einzige Wonne, und an den schönsten Freudenfesten da ist ihre schönste Erholung, für ihren lieben Mann, ihre Kinder beten zu dürfen. Auch am heutigen Feste lesen sie in der rum ru»s (den Erbauungsbüchern der Frauen) von der Heiligkeit der Thora, die heute zu Gutem beendet wird, und sie bitten Gott, er möge ihre Kinder zu guten Jehudim und zur Erfüllung der heiligen Gesetze und Ausübung guter Werke erziehen. Das war ehedem der 2,v ei' (Feiertag) der jüdischen Frau, dies ihr höchstes Glück. So strebte alles, die frommen Gebräuche in Ehren zu halten, und io war das Augenmerk der Eltern stets darauf gerichtet, die herrlichsten Eindrücke auf ihre Kinder einwirken zu lasten, damit sie dereinst in seliger Ruhe eingehen konnten zu den Wohnungen des ewigen Friedens. Ihre ganze Hoffnung war, gottesfürchtige Generationen zu erziehen Und diese sehnsüchtige Hoffnung, sie spricht auch aus dem von den Kindern für ihre verstorbenen Eltern vorgetragenen Kadisch- Gebc-t. Es ist nicht etwa ein Gebet für die Ruhe der Seelen, wofür es irrthümlich von manchen gehalten wird, die seinen Sinn nicht verstehen. Denn, was hilit alles Beten, wenn die Eltern sich nickt verewigt haben durch die Erziehung ihrer Kinder? Das Kadisch ist das schönste Lob und die Heiligung Gottes, in den herrlichsten Worten ausgedrückt; die Bitte um Gottes Frieden und Eintracht mit den Menschen auf Erden. Und wenn ein Kind nach dem Heimgang seiner theuren Eltern dieses spricht, dann bekundet es seine fromme Erziehung, dann bekundet es, daß das einzige Streben der Eltern dahin gegangen, ihre Kinder in ihren Wegen fortwanoeln zu sehen, trotz aller irdischen Verfolgung stets bereit, für Gott und seine heiligen Gebote zum Besten und zum Heile ihrer Mitmenschen alles Irdische zu opfern. Wahrlich solche Lehren bewirken die wahre Glückseligkeit derer, von denen sie ausgegangen sind, das wahre Seelenheil der Vorfahren. So möge denn wieder der alte Geist wahrer Frömmigkeit sich über uns ergießen, möge die Liebe unter einander mehr und immer mehr erweckt und stark werden, und alle die schönen Verheißungen werden in Erfüllung gehen, die die Thora uns zugesichert hat: p'S DVBnB bw „Und es werden hinaufziehen die Retter auf den Berg Zion, zu richten das Gebirg Esaw; und Gott allein wird die Herrschaft führen! An diesem Tage wird der Ewige einzig sein und sein Name einzig." H n f e i 9 e n, den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. CTsie Stelle des CantorS u. & Schächters, bet gleich zeitig Balkare, ypin 7>P2 fein mutz, ist in der hiesigen Gemeinde am I. Juli cr. neu zu besetzen. Gehalr bei freier W.hnuug 1200 Mk. u. Nebeneinnahme cii ca 800 Mk. Der Beweibet muß auch die Berechrigung haben, in riruellen Fragen zu entscheiden u. hebräischen Privatunter-icht zu ertheUen. (1342 Meldungen sind an den Unterzeichneten Vorstand unter Beifügung von Zeugnitz-Ab» schristen zu richten. Reisekosten werden nur dem Gewählten erstarrt. Exin, 15. Februar 1898. Der Synagogenvorstand: L. Seemann. Erste Berliner Likör-Fabrik f HDD yn HDD bw Un er Au'sicht des Rabbinas der Israelitischen Synagogen- Gemeinde (Adaß JiSroel) zu Berlin osierirt ff. Liköre n Spirituosen, «18: Ingwer, Pommeranzen, Kümmel Citronen re. zu billigsten Preisen. Bestellungen bitte an Philipp Slbrahmsohrr, Berlin, Landsbergerstr 15, zu richten. Um allen Anfo derungen zu genügen, wäre es erwünscht, den ev. Bedarf bis zum 1. März er. aufzugcben. <^ür d. hiesige hebräische Schule O wird per 1. April 1898 ein seminaristisch gebildeter Lehrer gesucht- Gehalt 1500 Mk. Bewerber, denen Zeugnisse von st'eng orthodoren Rabbinern zur Seite stehen, wollen ihre Meldungen bis zum 15. März c. einreichen. (1259 Moritz Gottheiner, Borsteher d. hebräischen Schule zu Kempen (Posen). Herrath! Eine Dame, Ende der 20er, aus achtbarer Familie, mit Mk. 10.000 Mitgift wünscht sich zu verheiratheu. Wiitwer nickt ausgeschlossen. 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