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Der Israelit · 1898-02-17 · Heft 14-15 (17.2.1898) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 14-15 (17.2.1898)
Date
1898-02-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXIX, Jahrgang. Erste BÄ. M M 14 5:15 tr» JfenuiU“. Leitende Artikel. ÜDblJi Kamilrl Keil fjaltmi, -Kjf-joj' Verfasser des rpxnc. +J++J+ Von Rabb. Dr. Gustav Löwy, Sürbogard (Ung.) III. (Schluß.) Die große Bescheidenheit unseres Autors zeigt sich schon in der Wahl des Titels zu seinem bekanntesten Werke. Er nannte es bpvnri'Lnv (ein halber Schekel); machazith deßhalb, weil er sich sagte, daß,habe er auch nicht überall das Nichtige getroffen, er sich doch nicht ganz umsonst versucht haben durfte und wenigstens die Hälfte seiner Leitung entferne sich nicht weit vom angestrebten Ziele. „272 -nir rm:? nnx, und noch ein anderer Grund — so schließt er seine Vorrede — ist in meinem Innern verschlossen." Er wollte mit feinem Werke nur der Nachwelt dienen, nicht aber sich selbst eine Denksäule errichten. Er war entschieden dagegen, daß sein Werk seinen Namen trage und begnügte sich damit, daß sein Name in dem Titel seines Werkes blos angedeutet sei. bpv'n dürfte demnach die Abbreviatur seines Namens sein: bbvp bx:üty pepn. Kell, Kehn, Kollin oder Kelin sind dieselbe aber corrumpirte Bezeichnung für seinen Geburtsort in Böhmen: Kolin. Drei Söhne hinterließ er. Ter bereits erwähnte R. Wolf Boskowitz hat sich durch sein Werk *no njfc'en die Unsterblichkeit gesichert. Dies Werk ist eine weitgehende Erläuterung zum npmn t des Maimonives, von welchem jedoch bisher nur ein einziger Theil erschienen ist. Die übrigen, im Manuscripte noch vorhandenen Theile harren der Veröffentlichung. Der zweite Sohn hieß Vn sptr rrrcs, der dritte un'? yttt», diese beiden waren Kaufleute. Der erstgenannte zeichnete sich besonders durch seinen scharfen Geist aus, der zweite durch großen Fleiß und Ausdauer, der dritte durch besondere Frömmigkeit rwiEi Ihr Vater pflegte zu sagen: Besässe ich den Kops meines Wolfs, den Fleiß meines Jokews, die Frömmigkeit meines Juda, dann wäre ich ein schöner rran bvz f — Außer den genannten Werken auf n'u und m: ms^n ist vor Jahren ein Commentar auf n:2^n (Lemberg) erschienen, ferner ein kleiner Theil seines Commentars zu Y' n? (Paks 5646). Außerdem befinden sich noch viele 2'2>nn auf v'v> und eine stattliche Anzahl von Responsen im handschriftlichem Nachlasse in den Händen unserer Familie in Boskowitz. Vielleicht findet sich eine geübte Hand, welche diese Perlen talmudischer Gelehrsamkeit zum Drucke befördert und der Oeffentlichkeit übergibt. In diesen Schriften soll — nach der Aussage von Coryphäen, die darin Einsicht genommen haben — der scharfe Geist unseres Autors noch mehr zur Geltung kommen, als im NA. Rabbi Samuel suchte nicht zu glänzen mit seinen Geistesprodukten und legte auch nur auf sein n"v besondere» Gewicht, weil er glaubte, damit einem tiefgefühlten Bedürfniffe entgegenzukommen er wünschte daher auch nur von diesem Werk, daß es nach seinem Tode veröffentlicht werde. (Bergt. R. Moses Soser, Responsen zum Joreh Deah Nr. h4.) Was ihm „kaufmännische Ehre" galt, welche Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit er im geschäftlichen Verkehr bekundete, davon möge hier zum Schluffe ein kleines Beispiel angeführt werden. Er pflegte di» Brünner Messe zu besuchen, da geschah es, daß einer mit ihm in Unterhandlung stand, um ihm Waare abzukaufen. Inzwischen erfuhr er, daß der Käufer den Umstand, daß er vom Steigen des Preises keine Kenntniß hatte, ausnützen wollte. R. Samuel blieb bei seinem zuerst ausgesprochenen Wort und obgleich er noch keine Angabe erhielt, lieferte er die Waare für den zuerst bestimmten niedrigen Kaufpreis. Von seiner lichtvollen Auffassung der heiligen Lehre, zeugt auch folgende Begebenheit. Am letzten D'HE2 21' seines Lebens erkrankte er so schwer, daß er auf ärztlichen Rath nicht fasten durfte. Viele eilten zum schwer Erkrankten, um sich über sein Befinden zu erkundigen und glaubten, sie würden ihn gewiß traurig antreffen, weil er am 2" essen mußte. Doch welcke Ueberraschung! R. Samuel nahm die ihm gereichte Nahrung mit voller Seelenruhe und heiterer Gemütbsstimmung. Den staunenden und überraschten Besuchern sagte er lächelnd: Was, mein Vorgehen befremdet Euch? Derselbe Gott, der uns befahl, am 2" zu fasten, derselbe Gott gebietet auch: -;K2 -jpeo Yön hüte deine Seele sehr, achte besonders auf deine Gesundheit. Mit dem Essen erfülle ich heute ebenso ein göttliches Gebot, wie sonst mit dem Fasten. Und da ich ein göttliches Gebot erfülle, sollte ich noch traurig fein?! — Zufolge einer letzten Verfügung unseres Autors, sollte von seiner Grabschrift jeder ehrende Titel wegbleiben. Man erzählt, die Nachwelt glaubte, diese Verfügung außeracht lassen zu dürfen und stellte ihm einen Grabstein voll des Lobes, um das sich ja der Verklärte in Wahrheit verdient gemacht hatte, allein nach wenigen Tagen fand man den Stein gesprungen, er

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