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Der Israelit · 1898-02-10 · Heft 12 (10.2.1898) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 12 (10.2.1898)
Date
1898-02-10
Page
– (sequence 18)
Language
German
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230 anschauliches Bild über die Leistungen des Vereins in seinen verschiedenen Zielen. Seit seinem dreijährigen Bestehen hat der Verein eine Gesammteinnahme von M. 6 028,46 zu verzeichnen, der die Gesammtausgaben von M. 2 393,89 gegenüberstehen, so daß gegenwärtig ein Kassenbestand von M. 3 634,57 vorhanden ist. Der Verein hat in der kurzen Zeit seines Bestehens 9 Mitgliedern den Eintritt in eine Pensions-, Wittwen- und Waisenkasse ermöglicht, kranken und leidenden Mitgliedern zur Wiedererlangung der Gesundheit verholfen und namhafte Unterstützungen mehreren nothleidenden Kollegen (darunter ein Nichtmitglied) gewährt. Er hat ferner eine Denkschrift über die soziale Lage des Lehrerstandes herausgegeben und war der erste, der in jüdischen Lehrerkreisen öftere Zusammenkünfte, Bezirkskonferenzen, eingeführt hat. Der Unterzeichnete Schriftführer knüpfte daran die Mahnung, nach den erreichten Resultaten nicht auszuruhen, sondern immer weiter zu streben, namentlich die Bezirkskonferenzen, überhaupt das ideale Gebiet immer noch eindringlicher und nachdrücklicher zu pflegen. Der Rechnungsprüfer pro 97, Dr. He i l b e r g —Euskirchen, erstattete nun seinen Revisionsbericht und beantragte dem Rendanten Entlastung zu ertheilen, wa» auch einstimmig geschah. Auf Antrag Ransenber g—Neuwied beschloß die Versammlung, dem verdienten Rendanten, Bankier W u l f—Köln, den schriftlichen Dank des Vereins mit der Bitte auszusprechen, die Rendantur auch weiter fortführen zu wollen. Die Versammlung ehrte die selbstlose Thatigkeit des Rendanten durch Aufstehen von den Sitzen. Die beiden Revisoren Dr. H e i l b e r g und Cohen—Lechnich wurden für 98 wiedergewählt. Die Ersatzwahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurde auf Antrag Katte—Poppelsdorf bis nach Punkt 6 verschoben. Dieser Punkt 6, Antrag auf Auflösung des Vereins zum Zwecke der Einigung mit dem Essener Verein, war wohl der wichtigste der Tagesordnung. Nach einem kurzen Referate des Vorsitzenden trat man in die Diskussion ein, an welcher sich namentlich die Kollegen M i ch a e l—Werl, S e e l i g—Siegburg, Ransenber g—Neuwied, Cohe n—Rees, Spier —Wesrl, Saloino n—Beuel und Bris ch—Mülheim betheiligten. Bei der darauffolgenden namentlichen Abstimmung wurde der AuflösungSantrag mit 16 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Zwei Kollegen halten sich der Abstimmung enthalten. Hierauf erklärte der Vorsitzende die Demission des Gesammtvorstandes; die Versammlung ertheilte demselben aber ein einstimmiges Vertrauensvortum und ersuchte ihn, eine Wiederwahl anzunehmen. Bei dieser durch Stimmzettel erfolgten Wahl wurden die Kollegen: Goldschmidt, Gut, Sulmann, Brisch, Salomon, Ransenberg und Spier gewählt. Da die beiden letztgenannten Herren die Wahl ablehnten, gingen statt ihrer bei der 2. Wahl Cohen—Rees und Seelig aus der Ume hervor. Nach Bethätigung dieser Wahl trat eine kurze Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen wies Herr Robert Goldschmidt—Bonn darauf hin, daß der D.-J. G.-B. den jüdischen Lehrern beim Eintritt in die Lebensversicherung „Viktoria" zu Berlin insofern Erleichterungen verschaffe, als der Lehrer nur */3 der Kosten, der G. B. das zweite und die Gemeinde das letzte Drittel derselben trage. Mit großem Interesse nahm die Versammlung von dieser segensreichen Einrichtung Kenntniß. Ferner erklärten sich die Anwesenden auf Anregung des Vorsitzenden bereit, an dem statistischen Jahrbuche des G. B. mitzuarbeiten; jedoch wurde allgemein der Wunsch geäußert, den Lehrern möchten die Fragebogen direkt vom G. B. ohne Vermittelung, zugesandt werden und jeder Mitarbeiter möge ein Gratiscxemplar des Jahrbuchs erhalten. Der Vorstand versprach diese Wünsche beim G. B. zu befürworten. Seitens des Lehrerbandes wurde als Thema pro 98 die Frage aufgestellt: „Wie ist die Schule Ihre» Bezirks entstanden, wie hat sie sich entwickelt und was hat sie geleistet?" Die Kollegen Michael— Werl, Saloinon—Beuel, Block—Oberhausen, Goldschmidt und Sulmann—Köln übernahmen freundlichst die Ausarbeitung dieser Frage, um zur Zeit auf den Bezirkskonferenzen und in Vereinsversammlungen darüber zu referiren. Hierauf nahm das Wort zu einer überaus herzlichen Ansprache Herr Rabbiner Dr. Cohn—Bonn, U. a. führte der in Lehrerkreisen so beliebte Redner ans, daß das dreimalige pm, das wir beim Schluffe eines Thorabuches ausberufen nvnbv2 pm nwn pirr px pna ptn auch auf die jüdische Lehrerschaft anzuwenden sei, da auch sie Stärkung in unserem heiligen Gesetze, Stärkung in materieller und sozialer Beziehung erstrebe und zum Theil schon erreicht habe, wenn man den vormendelssohnschen jüdischen Lehrer in Betracht ziehe. Seine Sympathie gelte in eminentem Sinne den nenr, den jüd. Volkswächtern und Volkstrziehern. Bravorufe und Händeklatschen lohnten die gediegenen Ausführungen. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen wurde hierauf auf Antrag des geschäftsführenden Ausschusses beschlossen, als Reisekostenentschädigung 75°/0 der Reisekosten und für die in diesem Jahre nach Berlin zu entsendenden Delegirten 50 M. zu bewilligen. Nunmehr hielt Herr Ransenberg—Neuwied sein Referat: Sitz und Stimme des jüd. Lehrers in der Gemeindevertretung. Der Vortrag, der großen Bei-

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