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Der Israelit · 1898-02-10 · Heft 12 (10.2.1898) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 12 (10.2.1898)
Date
1898-02-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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MLX1X. Jahrgang. Erste Beilage jtt M 12 ües JtonwUf1. Leitender Artikel. ♦□’wdd"! nieiy Eine wissenschaftliche Abhandlung über talmudische Systematik und Namen der bibl. Vögel von I. Gttgenheirn, Rabbiner in Saarunion. X. D^D Targnm: Jermtim(*aleopeticiig. Der Targnm mit Ausnahme einer einzigen Stelle (Klagelied 4, 3) überträgt überall das Wort D'Jfl mit Ti*»'. — Im Talmud Jerus. Kilaim 8, 5, wird diesem Thiere eine Stellung als Vogel zugewiesen. ^ri p,ij?3 fi in ntjy;m nni-i, die uni' und die Straußvögel sind in jeder Hinsicht als Vögel zu beachten. In der Bibel selbst werden aber diesen Thieren trip Brüste beigePgt und dieselben uns alsäugend vorgeftellt. '2 'i 12'x .;iii2 p^i ip wbn d’jh ds Soviel ist immerhin jetzt schon bestimmt, daß der D'Ji ein außergewöhnliches Wesen sein muß, das nach dem Talmud ein Vogel ist und nach der Bibel seine Jungen säugt. Also ein säugender Vogel; ein Thier ungefähr wie die Fledermaus, welche die beiden Eigenschaften das Fliegen und das Säugen in sich vereinigt und dessenungeachtet als Vogel galt. Das einzige Thier, welches hierbei in Erwägung gezogen werden kann, ist der Galeopeticus. Flatter- Maki. Er stimint auch in manchen anderen Punkten mit dem d\ji überein. Früher wurde Galeopeticus mit den Halbaffen vereinigt, dann wieder unter die Fledermäuse gestellt, da er, wie diese im Besitz eines Schwanzes und in dem Besitze einer mit besonder» Muskeln versehenen Flughaut ist. Würde die Fledermaus in ihrer systematischen Stellung noch als Vogel gelten, so würde unzweifelhaft dem Flatter-Maki die gleiche Stellung zugewiesen. Der Midrasch-Rabba zur angeführten Stelle, Klagelied 4, 3 geht ausführlich auf die Beschreibung dieses ThiereS ein: p^x pau p;i ip ixbn pan dj pi'Ji pi:o prx 12 pinn by -prio -pro pe2 inim .pib pb2w ppon pur p'Oi pii' kSi „Auch die twn ziehen ihre Brust hervor; säugen ihre Jungen: Diese Jerudin haben eine A r t Schleier vor ihrem Gesichte ausgebreitet, damit, wenn sie ihre Jungen säugen, sie deren rothe Farbe nicht sehen und sie verzehren könnten." Nebst der Hinweisung, daß der duh ein säugender Thier ist, markirt diese Midraschftelle drei Punkte, die alle bei dem Galeopeticus vorhanden sind. Mit dem Hinwei« auf den Schleier weist er auf eine die Seiten des Halses und de» Körpers mit den Gliedmassen verbindende große Hautfalte, welche ihnen das Fliegen ermöglicht, mit der Angabe der Farbe auf seine rothbraune Farbe und endlich mit dem Hinweis, damit sie ihre Jungen nicht verzehren, auf veren manchmal ungemein große Grausamkeit hin, da sie manchmal sich selbst unter einander verzehren. Nebst diesen angeführten fünf Punkten, 1. seine Stellung als Vogel, 2. daß er Junge säugt, 3. die Haut falte als Schleier, 4. die rothe Farbe, affenartig, 5. dessen Grausamkeit, welche darauf Hinweisen, daß o'Ji mit Galeopeticus identisch ist, stimmen die Gesammtsüllen, wo d\ji in der Bibel vorkömmt mit dieser Ansicht überein. Es giebt keine Stelle in der Bibel, welche nicht auf dieses Thier zu beziehen wäre. Ein besonderer Hinweis verdient die Thatsache, daß in der Bibel d’jji meistens neben dem Strauß genannt wird, so Hiob 30. 29, Michah 1. 8, Jes. 34. 13., 43. 20, Klagel. 4. 3. Das ist vielleicht ein Beweis, daß die Bibel dieses Thier gleich den Straußen als Vogel betrachtet hat. Besonders zu bemerken sei noch, daß in der systematischen Aufstellung der Vögel, der Galeopethicus allein unter den fliegenden Säugethieren die Merkmalbestimmung zuläßt und zwar genau wie die Fledermaus selbst; als Reinheitzeichen hat es die „übrige Zehe". Petaurus, Flugbeutler in Australien; Pteromys, Flughörnchen; Chiroptera, Fledermäuse und Galeopeticus, der Flatter-Maki sind die einzigen fliegenden Mammalia. Beim letzteren liegen die Zitzen in doppelter Zahl (4) an jeder Seite der Brust. Vgl. Anatomie der Wirbelthiere von I. H. Huxley, übersetzt von Dr. F. Hatzel, dessen anatomische Beschreibung des Galeopeticus. Eine Stelle Über ht in Tanchuma wpro D ist ohne Belang. Ebenso die beiden im Talmud vorkommende Stellen, wo der ui' angeführt wird; nur daß er als köö 121 Sanhedrin 59, bezeichnet wird. Ein Zweifel über die Identität von d'jji und Flatter- Maki ist ganz ausgeschlossen.

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