Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1898-02-03 · Heft 10 (3.2.1898) · page 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 10 (3.2.1898)
Date
1898-02-03
Page
– (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448857-2448868--45409-2495669
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

WMWWWWWWWWW MMM >-WWW1 Die Ackerbauschule zu Jaffa in den Jahren 1895—1896. Nur Diejenigen, welche seit Jahren die Berichte der Alliance les* n und darin d-n Fortgang dieser Anstalt verfolgen, können sich ein Bild von dem Entwicklungsgrade, den dieselbe erreicht hat, machen Zn Anfang hatte man Mühe, einige arme Kinder zu gewinnen, die wohl glücklich waren, ein Unterkommen und die Kost gesichert zu halen. jedoch ohne alle Lust für das Ackerbau-Handwerk, die sich vielmehr beeilten, ein Haus zu verlassen, wo inan eine regelmässige und mühsame Aibeit, wie auch strenge Disciplio von ihnen verlan te. Heute zählt die Anstalt 110 Schüler, die nur danach verlangen, zu lernen und zu arbeiten, denen keine Beschäftigung zu trocken erscheint, und die es als ein wahres Glück ansehen, ihre Kräfte und ihre Intelligenz der Bodenkultur weihen zu dürfen. Es herrscht in der Anstalt ein sehr reger Eifer, von dem der Bericht des Herrn Niögo nur eine ungenügende Anschauung gewähren kann. Alle, welche Gelegenheit hatten, die Ackei bauschule zu besichtigen, sind darüber der Bewunderung voll. Arbeitsamkeit. Ordnung und Hingebung an die Sache sind allmählich im Beamtenpersonal und unter den Schülern zur Uebeilieferung geworden, dank der starken und umsichtigen Leitung des Gründers der Schule, des unvergesslichen Herrn Charles Netter sei. And., dank dem wtisen und energischen Regiment des Herrn Hirsch, und schliesslich dank der festen und zugleich väterlichen Verwaltung des jetzigen Direktors. H rr Niego weiss sich bei Allen die nöthige Achtung zu verschaffen, weil er selbst das Beispiel einer anstrengenden Thätigkeit bietet. Nichts ist rührender als die Dankbarkeit und die ehrfurchtsvolle Liebe, die ihm die ehemaligen Schüler bezeugen, welche die Jahre angestrengter Arbeit in „Mik weh JisraeP zu ihren besten zählen. Das Central-Comite erfüllt nur eine Pflicht, indem es Herrn Ni6go an dieser Stelle für die ausgezeichneten Erfolge, die er bei der Leitung der Ackerbauschule erzielt hat, öffentlich seinen Dank ausspricht. Das Centml-Cowite schätzt sich glücklich, an der Spitze der Ackerbauschule zu Jaffa einen Mann von der Tüchtigkeit des Herrn Ni6go zu haben, besonders da diese Anstalt eine bedeutende Vergrößerung erfahren soll. Seit nämlich die Jewish-Colonisation-Association beschlossen hat, fürdeihin ihre Thätigkeit nicht mehr auf die argentinische Republik zu beschränken, hat für die Kolonisation der Juden eine neue Periode begonnen. Abgesehen von den grossartigen Schöpfungen, die Baron Edmund v. Rothschild in Palästina gegründet hat, unterstützt jetzt die Jewish-Colonisation-Association die Ansiedelung neuer Kolonisten, lind zwar derer, die bisher in den bestehenden Kolonien als Landarbeiter oder Hilfsarbeiter gedient haben. Aber die Erfahrung hat nun seit Langem gezeigt, dass die besten Ackerbauer die sind, welche den Ackerbau schon in der Jugend erlernten und seither betrieben haben; die Zöglinge der Ackerbauschule haben also jetzt die Aussicht, später hei der Jewish-Colonisation-Association eine wirksame Unter- Stützung für ihre Ansiedelung zu finden. Diese Garantie hat der Bewegung, welche die Juden I zum Ackerbau treibt, einen neuen Anstoss gei geben. Die Alliance glaubte nun, den grossherzigen Absichten der Jewish-Colonisation-Association am besten zu entsprechen, indem sie zur Unterstützung dieser I Bewegung sofort eine Vergrößerung der Acker-! bauschule zu Jaffa in Angriff nahm. Die; Schülerzahl wird verdoppelt, so dass jetzt in | den Kursen je 40 junge Leute sein werden, i Von den 40 Schülern, die jedes Jahr abgehen werden, sollen einige, und zwar die, welche für die landwirtschaftlichen Studien besonders glücklich veranlagt sind, in Paris untergebracht werden und dort an der landwirtschaftlichen Hochschule Vorlesungen hören, um so ihre technische Ausbildung zu vervollkommnen, und dann VVerkführer in den Anstalten der Alliance oder der Jewish - Co 1 onisation - Association zu werden. Die Anderen, die grosse Mehrzahl, werden als Arbeiter zu den Ansiedlern kommen und dann nach einem Probejahre, in dem sie ihr praktisches Geschick und ihre Tüchtigkeit bewähren sollen, von der Jewish- Colonisation - Association selbst angesiedelt werden. Die Verdoppelung der Schülerzahl macht natürlich neue Einrichtungen und neue Bauten notwendig. Das Central - Comite hat hierfür Anfangs Januar 1897 einen Gesammtkredit von 80,000Francs bewilligt. Zur Deckung dieser bedeutenden Ausgabe hat die Je wis h - Co Ionisation- Association beigetragen. Die Neubauten sollen in dem Bau einer Synagoge für 300 Personen, Schlaf- und Speiseräumen, Klassenzimmern, einem Krankenhause und in Wohnhäusern für das notwendige Ergänzungspersonal bestehen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.