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Der Israelit · 1898-01-24 · Heft 7 (24.1.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 7 (24.1.1898)
Date
1898-01-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIX. Jahrgang. M f. Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Celjmauu in HÄRtu}. Morrlag, den 2 4. $anuax 5658 (1898). gät Bittet Mttvk abonnirt man Sei allen Postanstalten für d^e Monate W kedrnsr nack blärr m auf den „Israelit“. Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSschalter deS Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Expedition -es „Israelit". Leitender Artikel. Nadlil Kemel Keil fjnltmi, ^<**$+ Verfasser des bpvn Tfm. -*<*+c* ^SSon Rabb. Dr. Gustav Löwy, Särbogärd (Ung.) Wenn ein großer, deutscher Dichter und Denker Recht hat, daß ein wahres Meisterstück uns so mit sich erfüllt, daß wir des Urhebers darüber ganz vergessen, gleich wie wir voller Erstaunen an dem breiten, rauschenden Flusse stehen, ohne au eine Quelle im Gebirge zu denken, so dürfen wir diese bedeutnngsvollen Worte ohne jeden Vorbehalt aus das Werk jenes großen Mannes in Israel, jenes Geistesfürsten im Reiche der jüdischen Wissenschaft, jenes sichern und verläßlichen Wegweisers und Führers durch das Labyrinth der Halacha allwenden, dessen Namen wir mit den heiligett Gefühlen der aufrichtigsten Pietät in der Ueberschrist nannten. Wer auf dem ganzen Erdenrunde, der sich nur einigermaßen mit dem Magtzn Abraham beschäftigt hat, kennt nicht auch den trefflichen Commentar bp&n jvxrip? Der Magön Abraham bildet bekanntlich den wichtigsten Commentar zum Schulchan Aruch, Orach Chajim, der aber in einem bündigen Lapidarstyl gehalten, für uns Epigonen zu kurz und eben deßhalb sehr oft ganz unverständlich ist. Selbst der tüchtigste Fachgelehrte fühlt beim „Lernen" des k*b, daß er sich um eine sichere Auskunft umzusehen hat, die ihm das Verständniß dieser oder jen r Stelle erschließe. Rabbi Samuel Kell Halewy übernahm nun die nicht so leichte Aufgabe, beu mv mit einem fortlaufenden Commentar zu versehen und löste sie mit einer unübertroffenen Meisterschaft, die den Beifall und die unbedingte Anerkennung der Fachgelehrten Hervorrufen muß. Der bpvn rrstns ist in einem eleganten, fließenden und anziehenden Styl geschrieben, wo es möglich ist kurz und doch so faßlich. Mit seinen Geistesstrahlen beleuchtet der Verfasser so manche dunkle Stelle, mit seiner Geisteskraft räumt er so manche Schwierigkeit aus dem Wege; mit einen! durchdringenden und distinguirenden Forscherblicke drang er in den tiefen Schacht von apwci r-'v» und legt das so gewonnene Resultat seiner Forschung klar und übersichtlich vor unsere Augen. Voller Bewunderung steht man vor dem Meisterstücke und vergißt darüber den genialen Verfasser; man sieht und genießt die köstlichen Früchte und verliert die Beschaffenheit des Baumes ganz aus dem Auge. Und doch verdient das Leben eines solchen Mannes unsere vollste Aufnlcrksamkeit. Ist es doch lehrreich zu sehen, wie ein solch' bedeutender Mann sein Leben ausfüllte, wie er die Harmonie zwischen Theorie und Praxis herstellte. Und da R. Samuel seine Lebenskraft aus Bibel und Talmud schöpfte, da er so ganz unter dem Einflüsse des Talmud stand, seine ganze Lebensweise nach der „Talmudmoral" einrichtete, so haben wir in der Darstellung seines Lebens ein Beispiel mehr, wie ein Jude aussieht, der an den Brüsten des Talmud erzogen worden ist. Die Liebe und Verehrung, welche den großen Mann bei seinen Lebzeiten umgab, sie wurde ihm treu bewahrt bis über den Tod hinaus. Ein ganzer Sagenkreis hat sich um sein Haupt getvunden, aus denk feine Größe und seltenen Tugenden hervor-

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