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Der Israelit · 1898-01-20 · Heft 6 (20.1.1898) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 6 (20.1.1898)
Date
1898-01-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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20 3««. iss«.] Bgffcgrät 3nihm m M. S. p*». '*.. Orthodoxe «MuderrthumÄ ÜTä mu. mm-x wu*}in* die alten Wischen litten und GkbrSnchk unö Ihr ptfttnollet Inhalt. An ©eenen ans dem altjüdischen Leben geschildert von Simon Frankfurter, Wesel. -.»-.H-.»...».. Unter allen Nationen, die je gelebt haben, giebt es wohl keine, die so mel gelitten, so viel erduldet hat, wie die israelitische. Und die Worte des Pfalmisten: »nja D’unn »an bv 'Di mwa wwe nm „Gar sehr haben sie mich bedrängt seit meiner Jugend, aus meinem Rücken haben Pflüger gepflügt, lang gezogen ihre Furchen" sind leider allzuwahr. Wo man konnte, hat man uns zu jeder Zeit versolgt, gegeißelt und gefoltert. Und alles dies nur aus dem Grunde, weil Neid und Haß pöbelhafter Menschen in dem strebsamen Charakter, in dem wissenschaftlichen ernsten Sinne unserer Glaubensgenossen einen Concurrenten erblickten, mit dem gleichen Schritt zu halten, sie nicht immer imstande waren. Aber so heftig man uns auch angriff, so schmählich man uns auch behandelte, und so sehr man sich auch Mühe gab, uns zu erdrücken, 'b ab d; überwältigen konnten sie uns nicht. Aller Gefahr trotzend, hat das Reis Israel noch immer allen Stürmen widerstanden, es ließ sich wohl knicken, aber nicht ertödten. Was war aber die Hauptursache seiner zähen Festigkeit und mächtigen Widerstandskraft? Wodurch blieb Israel rein und behielt trotz allen Druckes seine Würde, seine Majestät? Wohlan neben der Moralität, die ihm innewohnt, neben dem treuen Festhalten an seiner heiligen von Gott geoffenbarten Lehre, war es das pietätvolle Familienleben, welches uns in aller Roth, bei aller Drangsal hohe, erhabene Freuden gewährt und uns hinreichend entschädigt hat für alle Unbill und jegliches Unrecht, das wir von unseren Widersachern Machdruck verboten.^ zu ertragen hatten. „Tief in unserem Stamme wurzelt die Familie," läßt Gutzkow in seinem Trauerspiel „Uriel Akosta" den alten Rabbi ben Akiba sagen. Ja, tief in unserem Stamme, da wurzelt die Pietät. Wenn der Vater und die Söhne auch Tag für Tag sich dem Härtesten aussetzen mußten, den größten Mühen und unsäglichen Strapazen, um das Brod, den nöthigen Lebensunterhalt für die Ihrigen herbeizuschaffen, das Glück, welches der Abend ihnen brachte, die Nächte ihnen gewährten dadurch, daß sie ihren Geist erquicken konnten durch Vertiefung in die ewig großen und erhabenen Werke unserer Weisen, es ersetzte ihnen alles, ja, es erhob sie über alle anderen, die in Reichthum und Macht schwelgten und in ihren Prunkgemächern ein sorgenloses Leben verbrachten. Es stolzirte der Geist in dem engen Kämmerchen und fühlte sich erhaben über alle jene Herren dieser vergänglichen Welt. Und wenn gar der Sabbat kam, der hehre Tag, auf deffen Verherrlichung man die ganze Woche bedacht gewesen, o, dann war der Vater ein Fürst in seinem Hause, ein König in seinem, wenn auch irdisch kleinen, aber geistig unermeßlichen Bereiche. Von diesem Hochgefühle hat leider ein großer Theil unserer heutigen ^Glaubensgenossen kaum mehr eine Ahnung, es klingt ihnen alles dies, trotzdem jene Zeit noch gar nicht so undenklich fern zurückliegt, fast wie eine Sage^aus grauer Vergangenheit. Aber, wird man* fragen, ist denn unser Charakter ein so ganz anderer geworden? Haben wir uns denn so sehr geändert? '.'.tJst denn

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