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Der Israelit · 1898-01-13 · Heft 4 (13.1.1898) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 4 (13.1.1898)
Date
1898-01-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Firma hat sich ein antisemitischer Kaufmann etablirt, der jetzt gegen die Juden furchtbar loszieht. Die Jesuiten haben den hiesigen Pfarrer als ihren Stellvertreter zurückgelaffen, der fortwährend von der Kanzel gegen die Juden predigt. Der Antisemitismus hat sich in kurzer Zeit so eingewurzelt, daß den jüdischen Kindern sogar der Besuch der Schute, welche ausschließlich von jüdischem Gelde gebaut wurde, erschwert wird, denn die Kinder werden nicht nur beschimpft, sondern auch geprügelt. Ist denn keine einflußreiche Person in Wien, welche die Herren Gutmann auf diese Zustände aufmerksam macht? ** Budapest. Einen schönen Beweis religiöser Toleranz hat der Cultus- und Unterrichtsminifter gegeben. Rabbiner Dr. Bernhard Heller widmete sich nach Absolvirung seines Rabbiner-Examens am hiesigen Nabbinerseminar dem Lehrfache, wurde an einem hiesigen Obergymnasium zum Hilfslehrer ernannt und ließ sich als solcher vom Schreiben und Unterrichten am Samstag dispensiren. Infolge einer Meldung des Anstaltdirectors, die gegen diese „Disciplinlosigkeit" Protest erhob, wurde Dr. Heller seitens des Cultus- und Unterrichtsministeriums bedeutet, daß er nur in dem Falle zum ordentlichen Professor ernannt werde, wenn er auch am Samstag und an jüdischen Feiertagen zu unterrichten und zu schreiben bereit sei. Als Dr. Heller in unerschütterlicher Gesinnungstreue erklärte, auf diese Bedingung nicht eingehen zu können, übersandte ihm der Cultusminister das Grnennungsdecret noch an demselben Tage. Frankreich. Paris, 11. Januar. Esterhazy wurde einstimmig freigesprochen. Derselbe verließ in Civilkleivung gegen neun Uhr das Gefängniß. Die Straße war mit Menschen gefüllt. Als Esterhazy erschien, wurde er von allen Seiten umdrängt und Hunderte griffen nach seiner Hand. Dabei wurden die Rufe ausgestoßen: Respekt vor dem Märtyrer! Hut ab! Hoch die Armee! Nieder mit den Juden! Tod den Juden! Esterhazy zog durch die Straßen, von einer lärmenden Volksmenge gefolgt, die fortwährend Drohrufe gegen die Juden ausstieß. Schließlich kam die Polizei, sperrte die Straße ab, veranlaßte Esterhazy, einen Wagen zu besteigen und verhinderte die Volksmenge, ihm nachzulausen. Letzte Nachrichte». Mainz, 12. Jan. Wir haben den Verlust einelangjährigen, treuen Mitarbeiters zu beklagen. Herr Instituts-Direktor Heinrich Berger bi hier ist gestern Abend im noch jugendlichen Alter von zweiundvierzig Jkchren plötzlich verschieden. Unsere geehrten Leser werden mit uns vvu Trauer erfüllt sein darüber, daß die Hand, die so herrliche zu Herz und Gemüth sprechende Erzählungen zu schreiben verstand, für immer erlahmt ist. Herr Berger war auch anderweitig vielfach literarisch thätig. So erschien erst jüngst in der Brandeis'schen Bibliothek ein umfangreicher Roman aus seiner Feder, der den Titel „Sittah" führt. Zu unserer Freude besitzen wir noch einige kleinere Erzählungen des talentvollen Schriftstellers, die demnächst in diesen Blättern zum Abdruck kommen sollen. Möge der Allgütige die trauernde Gattin mit ihren noch unmündigen Kindern trösten. Dem Heimgegangenen Collegcn aber, rufen wir ein herzliches Lebewohl zu rrnitsn. Mainz, 13. Jan. Nachdem bereits der größte Theil der Auflage unseres Blattes im Drucke fertig gestellt war, erhalten wir die traurige Nachricht, daß Herr Dr Heinrich He ine mann—Frankfurt a. M., der Inhaber des in weiten Kreisen rühmlichst bekannten Tochter-Instituts, heute Nacht plötzlich verschieden ist. Die Beerdigung findet morgen, Freitag, 10 Uhr, statt. In der nächsten Nummer werden wir das Leben des theuren Entschlafenen s. G. w. ausführlich zu würdigen versuchen. Köln, 12. Januar. (Orgelfrag e.) Die amtliche Bekanntmachung der soeben beendeten Repräsentantenwahl der dritten Klaffe ergab folgendes Resultat: Von 1710 drittklaffigen Wählern haben 464 gewählt und zwar sind abgegeben worden: Für die Ordnungspartei: (Ohne Reformen.) Stimmen. Simon Frank 299 Moses Gottschalk 300 Dr. Mannheim 282 Jacob Strauß 291; Siegfried Simon 293 Stellvertreter. Für die Einführung einer Orgel: Stimmen Dr. Auerbach 165 Oberlehrer Herrmanns 164 Rechtsanwalt Kallmann 166 Blumen au (i. F. Lobbenau u. Blumenau) 162 Rosenberg (Rosenberg u. Herz) 161. Briefkaste« der Redaetiou. M W. in B.: 1t. Oktober 1868 — Sonntag, 25. Tischri 5629. RherritSr 8. Juli 1865 — 25. Tamus 5645. Die Sidra des Knaben ist 'ZDQ1 5>DO. I. R. «: 25. Ador Schein 5643 3. April 1883. Falls der Vorabend des 25. Ador Scheni gemeint ist, so wäre der 2. April das Datum. 9t. G in B: 17. Mai 1885 — 3. Sivan 5645. Briefkaste» der Expedition. - * 1 ' &. »♦, Zwet-xÜikea; M. Y.17, MD, r M, tzLsuffend^ erhalten. . ‘

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