Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 4 (13.1.1898)
- Date
- 1898-01-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXIX* Jahrgang. Erste Beilage j» M 4 des Israelit". Leitender Artikel. Eine wiffenfchaftliche Abhandlung über talmudische Systematik und Namen der bibl. Vögel von I. Gugenheirn, Rabbiner in Saarunion. VIII. C'BTnrv Vögel, welche beim Ausnehmen der Rahrnnihre Füße und Krallen benutzen. Im Anschluß an die Behandlung des novt Merkmals will ich eine Zusammenstellung der Vögel geben, welche wegen ihrer Eigenschaft als D'irm nach Bibel lind Talmud als unrein zu betrachten sind. Durch diese Aufstellung wird es dem Leser möglich werden die Besprechung der drei anderen Charakterzeichen nrit mehr Interesse zu verfolgen. Es wird sich auch jetzt schon lohnen, einen Blick auf die Naturgeschichte, das Wesen, das Leben und die Haltung der weiter bezeichneten Vögel zu werfen. Unzweifelhaft wird jeder anerkennen müssen, daß die Zusammenstellung der unreinen Vögel in der Thora in hohem Maße bewundernswerth ist. F a st alle, biblisch als unrein angeführten Vögel haben ungenießbares Fleisch. Nur durch die Feststellung dieser Thatsache, Ungenießbarkeit des Fleisches unreiner Vögel, ohne dringende Roth, erhält die Mischna, nsnttns rannt Keton sij? nin:s'c nrra 1_n ,xeon ~'v rhin “jmnn : a rs pcpiyn dj, eine sach- und verstandesgemäße Erklärung. Vgl. vavi np7n t zu den betreffenden Stellen. Bei der nun folgenden Zusammenstellung der o*D-in werde ich in erster Reihe diejenigen Vögel anführen, welche in Gemäßheit der Anordnung ihrer Merkmale der talmudischen Systematik entsprechend, mit den biblischen Vögeln identisch sind. In weiterer Folge werde ich erst diejenigen Vögel zusammenstellen, welche, obgleich sie auch bott sind, doch in Gemäßheit der Anordnung ihrer übrigen Merkmale in die Kategorie der 24 unreinen Vögel, rnew tb nicht eingereiht werden können. Bei Aufstellung der Vogelgruppen werde ich mich soviel als möglich an Hans Gadors System im neuesten Bronn anschließen. Mit Ausnahme der Oiconiinae, bei welcher Gruppe seine Anordnung wegen Nichtübereinstimmung der betreffenden zur Auflösung im Verlauf der Arbeit gelangen wird, sind seine Anordnungen die richtigsten und die zweckmäßigsten. Auch seine Namen werdenbeibehälten nebst dem Merk-Verhältniß im Bronn. I. ü’DTn — Bögel. welche außer durch Eiustotzeu ihrer Krallen oder Benutzung ihrer Füße bei der Nahrungsaufnahme auch durch Anordnung ihrer übrigen Merkmale den biblischen Bögeln entsprechen. I.—IV. Falconiiformes, die Tagrauboögel. — Diese Gruppe ist nach talmudischer, auf die Bibel bezugnehmender Angabe in sechs Ordnungen zu vertheilen. Bemerkt sei hixrbei, daß durch eine Classification dieser Vögel, wie der Tal. mud uns ein Muster darbietet, wohl die Naturgemäßeste Einthcilung dieser Vögel ermöglicht würde. Bis jetzt ist überhaupt keine richtige Eintheilung dieser Vogel-Classe erzielt worden. Ich habe ein Register von etwa 1'/, Duzend verschiedener Classificationen der Raubvögel vor mir, doch sind es wenige, die den gehegten Erwartungen entsprechen. VII—VIII. 8t6770nspoä6s mit ihren sechs Familien: 1. Phaetontidae, die Tropikvögel; 2. Sulidae, die Tölpel; 3. Pdalaoroeoraoidae, die Scharben; 4. Fregatidae, die Fregattenvögel; 5. Pelecanidae, die Pelicane; 6. Plotidas, der Schlangenhals, zusammen als zwei Gruppen in der Bibel angeführt. IX. Ardeiuae, Reihervögel: Ardea, Reiher; Botaurus, Rohrdrommel und Vycticorax, Nach reiher. Hierzu noch Balaeaieepg, Schuhschnabel und Lvopus, der Schattenvogel. X. Barinae, die Möven incl. Bdinodops, Scheerenschnabel. XI. Striginae, die Eulen. XII. Caprimulgidae, die Ziegen-Melker. XIII. Coraciinae, die Racken, jedenfalls mit Aleedmae, die Eisvögel, beide sind höchst nahe verwandt. XIV. Bucerinae, feie Nashornvögel mit Umpinae, Wiedehopfe und Jrrisor, Spotlhopf. Die beiden Vogelarten wurden von Fürbringer auf's engste verbunden. So löst sich das talmudische Räthsel niDD mntt' riD’DH (in den Variae lectiones von Rabbinowitz finden sich die Lesarten mnt7 und *) EO) auf's einfachste. (Gelöst durch Bucero.) Ebenso die Erzählung vom Schamir wird zur vorzüglichsten Vogelbestimmung auf den Nashornvogel bezogen Man hatte also zur talmudischen Zeit die Verwandtschaft zwischen Nashornvögel und Widehopf gekannt. — Später mehr darüber. XV. Von den bis jetzt verschobenen Cicouiinae: Mycleria L., der Sattelstorch, Leptotilus, der Kropfstorch, auch Ilaralm genannt. Au»8tomu8, der Klaffschnabel, doch nicht 6ioonia, der Storch selbst, bei ihm kommt ,nD"n nicht vor. Der übrige Theil dieser storchartigen Vögel ist wobl theils mit Geiern, theils mit den Jbisen zu verbinden. Statt dieser Gruppe hätten wir also als Gruppe XV. Ibidinae, die Ibisse mit einigen der storchenartigen Vögel zu verbinden. Zn wiefern D*Vi bei feen Ibissen selbst vorkommt, konnte ich bisher als Thatsache durch keine Beschreibung genau feststellen. Doch geht cs unzweifelhaft hervor, sowohl aus der Form ihrer Nägel, als auch aus der Art ihrer Lebensweise. Ebenso ließen sich ein Theil der übrigen Merkmale weder bei Ibis nach bei einem Theil der ftorchartigen hiermit zu vereinigenden Vögel genau feststellen. Irgend eine Mittheilung über diese Vogelgruppe findet sich weder im Talmud noch in der Bibel; e8 ist nur die Bestimmung der Merkmale und die Angabe, daß die Zahl der unreinen Vögel 24 ist, was zur Aufnahme dieser Gruppe veranlaßte. Doch wird Ibis sowohl vom Samaritaner als auch von der Septuaginta angeführt.! XVI. 6!ürc>ptera, die Fledermaus. XVII. Oorviinae. Die Rabenvögel nebst Lanins, der Würger. XVIII—XX. Vögel, die nicht D"nn sind, giebt cs drei,