Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1898-01-10 · Heft 3 (10.1.1898) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 3 (10.1.1898)
Date
1898-01-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2448857-2448861--45238-2495491
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

52 in Umlauf gesetzt, daß die Juden Panama zn Grunde gerichtet haben, das ein rein katholisches und feudales Unternehmen war; dem Chauvinismus uitb Deutschem haß kam man durch das andere Märchen vom Verrathe Dreyfus entgegen, der der französischen Volkseinbildungskraft zwar in erster Reihe als Jude, daneben aber auch, wie jeder elsässische Jude, als Deutscher erscheint, und der Unzufriedenheit mit dem Bestehenden wird als Grund der schlechten Lage eine erfundene abenteuerliche Allgewalt der Juden in der Regierung und Verwaltung bezeichnet. Dieser neue Boulangismus wird planmäßig genährt und gepflegt. Die „Vossische Zeitung" meint, daß seine Leiter, die heute noch in der Kulisse stehen, die Klerikalen seien. Er sei ein Theil eines Ungeheuern Planes, Frankreich wieder zum auserwählten Werkzeug der römischen Kirche zu machen. Dieser Plan sei umfassend und von langer Hand vorbereitet. Die politischen Führer der Kirche in Frankreich drängen seit 1871 alle ihnen ergebenen Familien, ihre Söhne den Offizierberuf wählen zu lassen. Heute nach 26 Jahren sind das Kriegsministerium, der große Generalstab, zwei Drittel des Offizierkorps der Reiterei, reichlich die Hälfte desjenigen der übrigen Waffen Jesuitenzöglinge und ergebene Diener der Kirche. Wenn das Offizierkorps die Truppe in der Hand hat, so kann man sagen, daß das Heer klerikal ist und die Kirche gegebenenfalls auf es rechnen darf. In die Verwaltung dringen ähnliche Elemente immer mehr ein, und die neue Politik des Papstes bezweckt offen, auch die Regierung in die Hände der Bekehrten, das heißt der Klerikalen, zu bringen. Palästina. ** Jerusalem Die Absetzung des früheren Gouverneurs wurde durch den Chacham Baschi dieser Stadt bewirkt. Als nämlich Ibrahim Pascha kürzlich die Rechte der Juden bei dem Streit um das Begräbniß der im Missionsspital gestorbenen Jüdin so gröblich versetzte, wandte sich der Chacham Baschi von Jerusalem telegraphisch an den Chacham Baschi in Konstantinopel, und deffen Intervention bewirkte die sofortige Abberufung Jbraim Paschas. Ganz gegen türkische Gewohnheit wurde er telegraphisch abberufen mit dem Befehl, noch an demselben Tage die Stadt zu verlaffen. Vermischtes Skotscharr. (Hohes Alter.) Bor einigen Tagen starb hier Herr Joseph Steinberg im 109. Lebensjahre. Er wurde im Jahre 1788, also unter der Regierung des Kaisers Joseph II. geboren, hat demnach die RegierungSzeit von fünf österreichischen Monarchen durchlebt. Herr Steinbcrg war Oekanoin und hat sein langes Leben hindurch viele Stra vazen mitgemacht. Er erfreute sich bis in die letzte .Seit großer Rüstigkeit, und sein Interesse für die Landmirthschast war ein so lebhaftes, daß er noch im Vorjahre ans die Felder seines Sohnes ging, um den größten Theil des Tages die Arbeiten zu beaufsichtigen Vor zwei Jahren tonnte man den wackeren Greis noch tüchtig ans kn in Felde und in der Scheune Mitarbeiten iehen. .'kurz vor seinem Tode fühlte er sich selbst den Puls und legte mit den Worten: „Herite geht mein Puls sehr schwach", seiu müdes Haupt zur ewigen Ruhe nieder Eine große Zahl von Leidtragenden gab Herrn Steinberg das letzte Geleite: er wurde ans denr indischen Friedhofe begraben Petersburg. Das Ministerinin der Volksanikläiung in Rußland erklärte, daß Frauen mosaischer .ttonfessio» nicht die Würde eines Melamed (Lehrer), die zur Eröffnung eines Eheder (jüdischen Schule) berechtigt, eitbeilt werden kann, da dies- Würde ausschließlich Personen männlichen Geschlechts znsteht. Briefkasten der (Expedition Ignatz u in G. r fl 1. , Asak Hirsch in W.: fl 1..'»>>, D. in E.: Mk. K).—, Beträge dankend empfangen. Briefkasten der Redaetion. 21. G r Jsr. Gemeindebnnd, Berlin W. f>, Sigisstr. r>. B., Hauptlehrer in M: 1) Ja. 2 27. Februar 18^ö— 12 Adar 561.7. Der Knabe bringt den Wochenabfchnitt NZn zur Verlesung. Für den folgenden Theil ist die ^edaetion nicht verantwortlich. Uebertretuug einer Handels und Schutzmarke. Zweifellos sind die meisten unserer verehrten Leser mit dem Worte: „Mondamin" als der Bezeichnung für Brown u. Polson's vorzüglichem Maisprodnct bcfaimt geworden, welches so köstliche Kindernahrnng liefert, bez. Flannnrvs, Milchspeisen, Sandtorten :c. herznstellen ermöglicht. Auf die Erfolge dieser Firma neidisch, haben Andere versucht, das Mondamin, auch den Rainen derselben nachznahmen, aber mit faum nennenswerthcm Erfolge, da Brown u. Polson's mehr beim vierzigjährige Eisahrung in der Herstellung dieses Artikels sie befähigt, den letzteren in so hervorragender Güte zu bereiten, daß derselbe als weltberühmt und bis zur Zeit unerreichbar dasteht. Die Benennung „Mondamin" ist als solche eingetragene Schlitz- und Handelsinarke der Firma Brown u. Polson und allgemein als deren ausschließliches Eigenthum anerkannt worden: Brown u Polson sind daher^ berechtigt, bündig vor irgend welcher Uebertretuug dieser iLchutzinarke zu warnen. Erst kürzlich ist eine Firma, welche das Wort „Mondamin" gebrauchte, mit dem Hinweise darauf, daß es Brown u. Polson's eingetragene Schlitzmarke ist, verwarnt und ohne daß gerichtliche Hilfe dagegen in Betracht kam. zum Aufgeben dieser Wort-Bezeichnung, sowie zur Vernichtung sämmtlichcr Klebschi der und Zierschildchen, welche diese» Rainen tragen, genöthigt worden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.