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Der Israelit · 1898-01-10 · Heft 3 (10.1.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 3 (10.1.1898)
Date
1898-01-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIX. Jahrgang. Jg s Ein Der Israelit Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. ITe^mcut« in Btain}. Montag, den 10. Januar 5658 (1898), Leitender Artikel. Einheit und Einheiten. Von Rabbiner Dr. M. Jung, Ung. Brod. ll'v'N?>'2NX2 X2p' 2PX flX D21? nTSXl lBBXrt nnxi "t'm nnx nBnx pi» prm pn1? ncx np^non bv firsK mx rran ra bxie» y2b t» vhy avoi nnx p? “[S np cnx p sw no r6:x:6 D2axy ypnn nnx mux bx^e»' nw?: sto 2pjp ys iveen urnpn ,121 pxn nnx aanx rmh mnx ^x iVvLN empn nnn fojm pruo 'ne» fxso xairon iax ms . 02'2X tone» bx ^x iyee> -!vx pp n a2'2x buiv' x'b nenc nwi3 N22 „Versamrnelt Euch, damit ich Euch verkünde, was Euch geschehen wird am Ende der Tage." Hierzu bemerkt der Midrasch: Jacob gab seinen Söhnen den Befehl der Trennung, indem er sprach: Seid Alle eine Versammlung; ist das nicht was geschrieben steht: Und Du Menschensohn, nimm Dir ein Holz und schreibe darauf u. s. w. Ferner heißt es: Israel werde ein Bund, bereitet Euch vor für die Erlösung u. s. w. Zum richtigen Verständnisse dieser Midraschstelle ist es nöthig, daß wir uns die Zeit vergegenwärtigen, in welcher der Prophet Jecheskel den Auftrag erhalten hat, welchen der Midrasch anführt. Israel lebte in der babylonischen Gefangenschaft. Schon an den Strömen Babels vergossen ste Thränen der Reue, als sie sich Jerusalems erinnerten, das infolge ihrer Sünden zerstört wurde. Sie sahen e» jetzt selbst ein, daß ste selber an ihrem Unglück schuld waren. Die Propheten Hallen ste genug gewarnt und die Folgen ihres Abfalles von Gott in düstern Farben geschildert, allein ihre Worte verhallten wirkungslos. Jetzt mußten sie den Kelch der Leiden bis zur Neige leeren. Das Bewußtsein ihrer eigenen Schuld ließ ste ihr nationale» Mißgeschick doppelt stark empfinden. "nx»n ^22 v'bv 2 n td nnpS n. „Sie empfing aus Gotteshand Zwiefaches für alle ihre Sünden." Wie natürlich ist es nun, daß Viele zur eigenen Beruhigung die Schuld an dem großen Unglücke, welches das Volk getroffen, von ihren Schultern abwälzen wollten. Die Juden, welche du»ch Nebukadnezar au» dem Reiche Judäa nach Babylon geführt wurden, hatten in diesem Lande bereits Israeliten vorgefunden. Es waren dies diejenigen, welche der assyrische König Salmauaffer aus dem Reiche Israel nach Assyrien gebracht hatte, welche» Reich später vom babylonischen König erobert wurde. Die Juden au» dem Reiche Judäa schlossen sich in Babylon den Israeliten aus dem Reiche Israel an. Die Juden au» dem Reiche Israel, welche durch falsche Propheten irregeführt, Götzen angebetet und mit ihren Brüdern im Reiche Judäa, wo das Heiligthum und die Propheten den Mittelpunkt des Lebens bildeten, in stetem Kampfe gelebt haben, befreundeten sich jetzt mit diesen. Die einstigen Feinde wurden in Feindesland innige Freunde. Unter diesem israelitisch-jüdischen Volke bildete sich aber mit der Zeit eine sogenannte „friedlich gesinnte und gemäßigte Partei", die die Ansicht vertrat, daß da» nationale Unglück nicht die natürliche Folge der Sündhaftigkeit de» Volkes war, sondern de» scharfen Gegensätze» zwischen den Parteien, de» Zwiespalts, der zur Theilung de» Reiche» geführt hat. Durch innere Kämpfe geschwächt, so meinte man, war es den Feinden leicht, die beiden Theilreiche zu besiegen. An sich filbst geschlagenen Wunden sei der jüdische Staat verblutet. Das Volk wäre aber daran nicht schuld, sondern einzig und allein die frommen Propheten, die durch ihre heftigen Rede» gegen das götzendienerische Reich Israel, die zwischen den beiden Reichen bestehende Kluft erweitert haben, anstatt, daß sie ihre ganze moralische Kraft für die herzustellende Eintracht eingesetzt hätten. Mußten sie auch als Propheten Gottes den Götzencult, welchen man im Reiche Israel schwunghaft betrieben, verdammen, so hätten sie dennoch im Interesse der Erhaltung des

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