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Der Israelit · 1898-01-06 · Heft 2 (6.1.1898) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 2 (6.1.1898)
Date
1898-01-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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2$ daß unsere Jünglinge sich gewöhnen, nach der Arbeit des Tages ihre Freude und Erholung in der Lektüre eines guten Buches, im Anhören eines belehrenden Vortrages und im Besuche des Beth-hamidrasch zu finden. Es fanden in Beth ha-midrasch folgende regelmäßige Vorträge statt: Dr. Wessel über den Wochenabschnitt, Rabbiner Dr. Cohn: Chinuch und Schulchan Aruch, Psalmen und Geschichte, Haftorah, Mischnah, Menauras-Hamoaur; Herr sluä. M. Trebitsch: Maaseh Owaus. Außer diesen regelmäßigen Borträgen haben folgende Herren in unserem Beth-ha-midrasch geistreiche und anregende, mit großem Beifall aufgenommene Vorträge gehalten: die Herren DrDr. Löwenstein —Mosbach, Ehrman n—Baden, W o l f—Colmar, Schaffe r—Baltimore, Bond i—Hagenau. Von den Aktiv-Mitgliedern hielt Herr I. Tobianski einen Vortrag über das Thema: „Was verdankt das Judenthum Reuchlin?" Was die Mitglieder des Vereins anbetrifft, so zerfallen sie bekanntlich in Aktiv- und Passivmilglieder. Die Zahl der letzteren ist von 12 im Jahre 1896 auf 29 im laufenden Jahre gestiegen. Wir hoffen, daß allmälich die Zahl derjenigen noch wachsen wird, die uns durch Geldbeiträge unterstützen. Hat doch das „Lernen" immer im Judenthum als das Höchste und Wichtigste gegolten und wird doch ein besonderer Lohn denen verheißen, die, wenn sie nicht selbst lernen können, wenigstens andere unterstützen, so daß sie Gelegenheit zur Erlangung von Kenntniffen in unserer heiligen Thora finden. Muß es doch selbst diejenigen, die nicht auf unserm Standpunkt stehen, erfreuen, daß in unserer materiellen Zeit in unserm Verein sich eine Stätte findet, welche die idealen Güter hochhält und die Jugend zur Sittenreinheit und Gottesfurcht zu erziehen sucht. Zwar ist der Stand unserer Kaffe ein günstiger; doch reichen unsere regelmäßigen Einnahmen noch immer nicht einmal zur Bestreitung der nöthigen Ausgaben und verdanken wir die finanziell gute Situation nur der freundlichen Sammelthätigkeit des Herrn Rabbiner Dr. Cohn, sowie dem Umstande, daß alle Vorträge unentgeltlich abgehalten wurden. Unser Baarvermögen beträgt Fr. 1549. 70. Einen besonderen Dank verdient an dieser Stelle Herr Baron W. von Rothschild in Frankfurt a. M. Wohl wissen wir, daß noch nicht alle unsere Mitglieder auf der Höhe stehen', die uns als Ziel vorschwebt, daß noch nicht alle den vielsagenden Namen „Schomre Thora", das heißt Hüter der Thora, verdienen, aber wir hoffen, daß gutes Beispiel und Belehrung es allmählig dahin bringen werden, daß alle unsere Mitglieder im vollsten Sinne des Wortes „Schomre Thora" werden. Die segensreiche Thätigkeit des Vereins illustrirt vor allem ein Beispiel. Ein junger Mann war durch ungeeigneten Umgang ganz dem.!Judenihum entfremde! worden und hatte bereits den Entschluß gefaßt, das Judenthum aufzugeben und einen andern Glauben anzunehmen. Durch uniern Verein ist er dem Judenthum wieder gewonnen worden. Ganz allmählich änderten sich seine Anschauungen und in den letzten Wochen mar er der eifrigste tägliche Besucher des Beth-ha-Midrasch. Er verläßt jetzt unsere Stadt, wird aber, so hoffen wir, auch in der Fremde das, was er nun aus eigener xUeberzeugungß als richtig erkannt hat, festhalten. Die Geselligkeit zu pflegen, halten wir für überaus nothwendig. Wir haben daher das Purimfest in heiterem Beisammensein gefeiert und Anfangs Juli einen gemeinsamen Ausflug nach dem „Bürgenstock" unternommen, der den Theilnehmern wegen seines angenehmen Verlaufs stets in der Erinnerung bleiben wird. — In Folge eines Beschlusses fließen die Bußen in die Vergnügungskaffe des Vereins. Wir schließen mit dein herzlichsten Dank an unsere theuren Lehrer und Führer, sowie an alle Freunde und Gönner unseres Vereins. Der Vorstand besteht aus den Herren: Charles Nordmann, Joseph Greilsamer, Berthold Segall und Marcel Nueff. Vermischtes -ch Rheine Am 0. Januar begeht Herr L. Bau m, Lehrer der israelitischen Gemeinde, sein 25 jähriges Amtsjubiläum. Aus diesem Anlasse findet Abends im Hotel Schnitze Hierselbst ein Festessen statt, an dem etwa 60 Personen Theil nehmen. Wien 5- Januar. Einer Blättermeldung zufolge empfing der Ministerpräsident Baron Gautsch heute eine Deputation der Prager israelitischen Cultusgemeinde. Dieselbe schilderte die Lage der Deutschen in Prag und erbat sich die Unterstützung der anläßlich der letzten Excesse geschädigten Israeliten durch eine staatliche Entschädigung. Zuriickgesetzte Stoffe im Ausverkauf. G Mtr. soliden Stoff.zum Kleid für M. 1.80 Pfg. 6 ,, Frühjahr-u. 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