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Der Israelit · 1911-12-14 · Heft 50 (14.12.1911) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 50 (14.12.1911)
Date
1911-12-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette S. No.'50. ,Ver Ssraait." 14. DezemVer 1811. verfühnlich, ohre irgendwelchen reformierenden Bestretungsn auch nur die geringsten Zug« stanbnisie einzu räumln. Für sein Urteil war nebltt seiner auf dem altüberlieferten Judentum beruhend«« Urke«zrugung. neben der Hochachtung vor den Hamburger einzig und allein aurschlaggrbend die Ansicht des 2^1, nicht zu reden von “UYTl nein auch in allen Angelegenheiten der G«memde. W.e selten einer übte er 2'l22N 112'2 Er respektierte in dem amtierenden Rabbiner oieAurorttär mserer heiligen Thora. Mit dem Weh der Familie um d«n teuren Gatten und den lieber den Vater, der noch am Freitag abcnv im Kreise der Seinen froh geweilt hatte, bereinigt sich nun der Schmerz der Gemeinde. Tränen, die seine Liebe, seine helfende Hand einst getrocknet hatte, sie brechen jetzt unaufhaltsam wieder hervor als Tränen der Tankbarkett und der Verehrung. Ben nah und fern eilten Verwandte, Freunde und Verehrer herbei, um dem Heimgegangenen den letzten Tribut ihrer Verehrung und Tantbarkelt zu zollen. Und als der Oberrabbtner an der Bahre in ebenso herzlichen wte erschütlerr den Worten dessen Leben teleuchtete, da sah n an ergraute Männer laut schluchzen. Auf dem Begräbnisplatze ergriffen noch das Wort die Herren Rabbiner Dr. Nobel aus Frankfurt a. M. und Dr. Car leb ach aus Lübeck ms Freunde deS Verstorbenen. Wegen der vorgerückten Zeit mußten wettere vorgemerkte Redner leider auf das Wort Herz'chten. Lein Andenken wird in Israel als V2, als ein hvchr gendeS Wahrzeichen wahrhaft jüdischer Levens anschauung und et elften Menschentums nimmer verlöschen jTDiuri *■ Mosbach, 12. Dez. Das 25jährige Amtsjublläum des Herrn Beztrksrabbtaer Dr. Löwenstein wurde lehren Sonntag unter Beteiligung der Gemeinden des Bezirkes und der Behörden in wahrhast erhebender Weise grjeiert. E«n ausführlicher Bericht über die Ftstiichkeitrn ging uns leider zu spät zu uno kann daher erst ln nächster Nummer, erscheinen. Straßburg, 11. Dez. Einen schwerere Verlust hat die Straßburger Iudenheit erlitten; Jose p h L e v y , der Mitinhaber der Firma David Le v y G Frere ist vergangener« Donnerstag plötzlich einein Herzschlage erlegen. In einem Alter von nrrr 56 Jahren, mitten aus einem Leben voller Arbeit Uttd voller Erfolge, ist er ohne Krankheit, ohne Leiden, ohne Vorahnung, von glücklichen Hoffirnngerr und Plänen erfüllt, nncr- WüVti'tabgernfen tvorben, zu in Leid feiner schwer geprüften l>>attiit lutb ferner Kiirder, zum Schmerz seiner zahlreichen Verwandten, Freunde, Verehrer rrnd Mitarbeiter, zur Not jener vielen Armen und Kranken, denen, er ein treuer fürsorglicher Gatte linb Water, Führer und Berater, Helfer und Retter roar. In der Nähe von Wiesbaden, in Bierstadt, feiner Heimat, an bereu Wohl und Fortschritt er jeder Feit innigen Anteil nahm, geboren, mütterlicherseits aber auf eine Familie unseres Landes znrnckgehend, kam er an der Seite seines Bruders, des nachmaligen Begründers der „Straßburger Israelitischen Religionsgesellschiltft", des Herrn David Levy, stach ^traßbnrg. Im Anfang der siebziger Jahre begründete er mit feinem Bruder die mechanische Kleidersabrik „David Levy G Frere", die in schnellein A««sschwnng, dank der rastlosen, zielbewußten Tätigkeit ihrer Leiter z«l etnet* der angesehensten Firmen der deutschen Arbeiterkonfektion gediehen ist. Im Jahre 1895 begründete er als ein Tochtergeschäft der Firma die Wäfckefabrik „Gebrüder Levy Straßbnrg", die bald zur Selbständigkeit heranreifte. Eine treue aasopferungsvolle Lebensgefährtin fand er in seiner Gattin Frau Elise, geb. Prag auS Frankfurt, die in 21 jähriger glücklicher &ijc liebevoll ihm zur Seite stand, fein Heim zu einem gemütlichen, gastfreien Hause machte, und die ihn n«i,t 3 blühenden Kindern, einer Tochter und zwei Söhnen, beschenk«.?. An« jüdischen Leben unserer Stadt nahm er intensiven Anteil. Zunächst stand er seinen« Bruder bei der Begründung seines Lebenslverks, der ^„Israelitischen Religivnsgesellschaft" Straßbnrg, getreulich bei und «rahm an ihrem Wachstum lebhaften Anteil. Besonderes warmes Interesse wandte er dem Religionsunterrichte zu und feit langen Jahren war er Vorsteher der 2chultom«nission dieser Gemeinde. Unser? heilige Lehre war sein L?bensele«ne«kt; er, der selbst ein trefflicher Kenner des jüdischen Schrifttums ivar, schuf im „Kinm Emnnoh-Berein", dem angesehensten Straßburger Verein, der daS Thoralernen auf seine Fahne geschrieben hat und dessen längfährige Präsident er war, dem min eine bleibende Pflegestätte in ««nserer Stadt. Schließlich war er Sch-öpser uub Leiter des „Israelitischen Vereins für Ferienkolonien", der es sich zum Fiel gesetzt hat, armen jüdischen Kindern während der Sonrnkerjtrint b.i liebevoller Pflege in Badeorten, Höhenluftkuren und Wafferknren zu verschaffen. In den wenigen Jahren des Bestehens dieses Vereins wurde diese Wohltat alljährlich etwa 50 armen kranken Kindern zikteil. In einer großen Fahl von weiteren Bereinsvorständt'l«, Verwaltungen, Kommissionen, war er Mitglied. llelnrall ivar er geschätzt wegen seines scharfen klaren Blicks, der ihn befähigte, in Fragen des praktisch?«« Lebens fickvre Entscheidungen und zweckmäßige Anregungen z«« geben. Und nicht nur in den Organisationen war seitl Rat gesucht, gar Manch«'«', der in eigenen Angelegenheiten seiner bedurfte, wandte sich an ihn um Ratbilfe - ivie auch nicht vergeblich um T a t h i l s e. Aber diese, seine große, vvn einem klaren Verstand geleitete Wohltätigkeit, sie war für ihn nichts anderes als die Ausüb«u«g einer der heiliger« Miztvaus. Joseph Le«h war ein wahrhafter 'Hli1’ Früh und spät lvohnte er den« Gottesdienste bei und «nur e.'mr der regelmäßigsten Besucher der Synagoge. Wie er keinen Gottesdienst, kein Lernen, keine Beerdigung versäumte, von der er Kenntnis erhielt, so eiferte er, die heiligen Mizivaus zu erfüllen, als einer der Besten uub Edelsten seines Volkes. Und aucbi anderen wollte er das Glück verständnisvolles Ausübung jüdischer Pflichten zuteil werden lassen. In der letzten Zeit trug er sich mit dem (hedankcn eine große Organisation der Konserbativsiihlenden unseres Landes zu schaffen, zur Ansktärnng und zun« Beweis, das; wahres Judentum vor den« Getriebe modernen Lebens sich nicht zu scheuen braucht, wie e r es in seinem Leben als herrliches Beispiel gezeigt hat. Uub treffend schloß Herr Rabbiner Bnttenwieser, an diese vornehmste Seite seines Wesens seine Tauerrede an, der er den Midrasch pb Dl? ’motp fillCO ynm vnj zugrunde legte. Im öffentlichen Leben stand er, in gesetzestreuer und gesetzesfremder Gesellschaft galt sein Rat, hörte man seinen Ruf.— aber stets getreu der Thora in Bekenntnis wie in der Tat. Ihn«, der die heilige Lehre in einem heiligen Leben zum Siege führte, geschah im Tode die hohe Ehre, das; Herr Rabbiner Buttenwieser ihn mit dem Chower-Titet anszeichnete — den er dem Verblichenen in wenigen Wochen anläßlich der Hochzeit seiner Tochter verleihen wollte. An 1000 Personen, die in einem Inge, wie ihn Ltrnßbnrg nur feiten zu sehen bekommt, dem Wagen folgten, erwiesen ihn« die letzte Ehre. Einige der Verbände, die ih«n Da««k schulden und seine,« Verlust schwer empfinden, ließen ihn« durch ihre Vorstände ehrende Worte des Gedenkens Nachrufen. So der „Israelitische Verein für Ferienkolonien" Straßbnrg, durch .Herrn Oberrabbiner Ury, die „Societe de Seconrs Mntnelle" durch Herrn Weill- Kinsbonrg: der „Kinin Einnnoh-Verein" und die Schnlkommission der „Israelitischen Religionsgescllschaft" durch Herrn Dr. n«ed. Ferdinand Ha«lsn«ann, die „Unitas-Loge" durch.Herrn Prof. Dr. «ued. Rob. Dreyfnß, z«m« Schluß die Angestellte«« und die Arbeiter seines Geschästshanses durch den Herrn Oberbuchhalter Wilhelm Büttner. Joseph Lev«; hat uns verlassen, er ist nicht mehr, aber sein Geist lebt fort: fort in seinen unvergänglichen Werken, fort in uns, die er «nit seinen« Geist? erfüllte und die gleich, ihm beherzigen wollen: Im Leben stehen, kätnpsen u\«b Erfolge erringen, aber stets in« Leben die Lehre beherzigen, treue wahrhafte Jehudlm zu sein. nmnS *"DT Uminskaknder. Jüdische Jrairerrvereinigurrg e. B. Infolge deS Chanukahsestcs fallen d«e Woche die Borbage aus. Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebens' anschauung '2L Jlbrfr Mittwoch, den 20, Dezember, abends 83/4 Uhr im großen Saale der Loge zum Adler, Seilerstraße: Cbanukahfeier. Festcorkrag: Herr Leo Munk aus Köln. Gäste tDamenlund Herren) willkommen. Verein Mekor Cvajim. (Beretnslokal Lange-! straße 18.) Freitag, den 15. Dezbr., abends nach Schluß j der Synagoge im Hörfaale Friedberger Anlage Nr. 6: f Mikro-Bortrag des Herrn Josef Bamberger. Abends ff,9 Uhr präcis im Bereinslokale: Zwanglose Zusammenkunft. Chanukahfeier. Gäste willkommen. Vas Lvanuirad-Liedl. Die Mutte« war zur ewigen Heimat eingegangen. Wohin der ,Vater schon vor fangen, bangen Jahren ihr vormisgeeilt. — Die Aenglnn beette da das Kind «nit seilten kleinen Händchen n««d begann zu weinen: „Ich bin so jung und zart und noch so klein Und steh in dieser großen, fremden Welt allein!" Da gings zur Sonne, hin: „Ach führe «nich, Du lieber, schöner Sonnenschein, ich bitte Dich!" „Wie kann ich denn Dein Führer sein?" Sprach draus die Sonne nnb hüllt sich ein In eine groß? graue Wolke. „Die arnic Sonne! - sprach das Kind, Die 'Rächt «««acht sia ain End noch blind!" Da gehts zur Nacht und ihre«« Sternlein: „Wollt Ihr nicht «»eine Führer sein, Und Euer schöner bleicher König, Wie ich Euch gern Hab!, liebt «««ich auch ein wenig!" „Wir wollten gern. Dl« liebes Kind; Doch —" lind schon kam der Wind; Ringsum tvards finster. Das Kind fing an zu frieren ilikd mußte, Mo«kd und Sterne könnten'S and}1 nicht .führen. So gings zur Wolke; diese trieb der Wind. „So führe du «««ich, St«rrnr!" Doch gar geschwind War dieser rauhe, derbe Brausetvetter fort; und ihn In suchen half nicht viel. Er tvnßt ja selber nicht tvohin. So koiiilten Sonne, Mond nikd Sterne, Tag «md Naclk, Nicht Wvlk mrb Stnriik rrnd Wetter, Fertersuracht Den« Kinde Führer sein. Ein jedes fand z««r Tillilde selber seinen Herrn Dem es gehorch«»« inustte; übel oder gern. Da kan« das Ki«rd zum Chanitkkah-Licht und bat herzinniglich: „Du glänzt so schiöll und bist so klein wie ich; Sieh «vie ich friere; — und zwei Tränchen glitte«; von de«n bürsten Bäckchen — ach führe mich; ich will nie vor« Dir lassen!" Da sprach das Ehanukknh-Licht: „Ich bin zwar klein Uub IN es; mich nicht mit Sturm und Sonnenschein: Doch Hab ich viel gesehen. Und tv««s die Welt getrieben, Ich bi«« ztveitansend Jahre jung geblieben. .«kein Sturm, fein Wetter, keiner Ivrnglnt Brennen . Hat mir mein kleines Licht verlösche,« können: ^Nvcl? nicht eiuniai mir nehmen meine Freud an« Leben. Ich bei«,ge L«lst «n«d Glück. Koinn« Kind, ich will auch ' Dir sie geben!" llnd das Ehannkkah-Licht hat Wort gehalten. Wo Not und bange Stunden, Düstre Itveisel sich itls Herzo schlichen, da hat es treulich immer sich auch eingesirnde««. Und Jahre tcutnen schwer und leicht dahin, Das Kind bewahrte seinen lichten, treuen Sinn. Es ward zun« Jüngling, tvard zum Mann; urid immer Lenchtet's ihm int Herzen wie zauberlichter Schimmer. Es wußte keiner tvie es kam; doch hati' er was in« . Blick, Daß überall, wo er war, war Liebe, L««st und Glück. Schon längst bcga»«n es silbern bom Haupte ihin zu wallen. Und immer blickt' er freundlich, beglückt, glückbringend allen. — Da wars einmal «««« W«««ter; der Tag wollt grab ‘ vergehn; llnd an dem Stilbenfenstcr sah man adjit Lrchtleiü » stehn. Papeterie Oppenheim Frankfurt am Main Börsenplatz 1 Ecke Schillerstr. Tel. I 2005 empfiehlt 6egr. 1864. ===als Spezialität: :i^-= Geburtsanzeigen Sochorkarten Brismilokarten Bar mizwoh karten Visitkarten Yerlobungskarten Trauungskarten Hochzeitsk&rten Dankkarten von der billigsten bis zur vornehmsten Ausstattung bei zivilen Preisen. Bei zeitiger Bestellung Innerhalb £ Stunden»

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