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Der Israelit · 1911-12-07 · Heft 49 (7.12.1911) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 49 (7.12.1911)
Date
1911-12-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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«0.«. rinige r das chten. Syvereinde >ßert. leder- Mikikfurt schule auch Klksiikum eines Nur okale, effach Herr d fich t der den aber tzung Hand rmae- :r in :tigen daß "griff : edle einen agoge mtnrechtwar vor Die mmer giert. , bis Rosch «den. lendet 'agenoses nach chjahr )erzue eine h über track lchweis on den ergläuch versuchen, ciO Geenloien krupel- :en für setzen rbtgkett diesen auflcbt, | Wiener die fich tot uno Staates he Abrkifchen vorden seiner lachten wieder em die rer das - wegen ix war zitternd zufällig streifte, so daß der blöde Bursche entsetzt Reißaus nahm und nach Hause eilte. Hier lag et nun tatsächlich einige Zeit krank. Natürlich erhielt nun bas Märchen von dem „Medtztnalmord" neue Nahrung, so baß dte Apotheke boykottiert und beinahe auch ruiniert wurde. Als die Sache vom Gericht aufgeklärt wurde, erschien im „Grazer Bolksblatt" eine Notiz, in welcher dte Halluctnatton des Bauernjungen im Apothekerla en nochmals aufaetischt und die Frage gestellt wurde, wieso fich bei dem Bu schen nach seinem Besuche Erbrechen und Durchfall etnstellen konnten . . . Und ihrer sieben Torfbürgerwetster aus der Umgegend forderten den unglücklichen Apotheker auf, fich zu verantworten, weil man sonst an einer anderen Meinung festhalten fönrel" Breslarr, 67. Nov. Der „Verein zur Förderung der Interessen der Shnagogengemeinde Breslau" hielt eine öffentliche Versammlung ab, mit der Tagesordnung: „Soll unser Friedhof zu einer Srätte des Unfriedens werden?" Ueber 6C0 Personen waren der Einladung gefolgt. Der Vorsitzende des Vereins, Justizrat Hirschberg, führte aus: Der Vorstand der Breslauer Synagvgengemeinde habe beschttssen, an dte prinzipielle Regelung der Frage der Beisetzung christlicher Ehefrauen jüdischer Männer auf den konfrsfionrll jüdischen Friedhöfen heranzurrrten. Beranloffuna gab der inzwischen auch zur Ausiührung gelangte Wunsch einer solchen Frau, dte der Gemeinde eine große Summe zur Errichtung eines jüdischen Krankenhauses, entsprechend dem Willen ihres ihr im Tode voran gegangen n Ehemannes, vermacht hat. Dicsm Etn^elfall will Redner — we l bereits erledigt — nicht Weiler ln dte E örterung ziehen und bittet auch die nachfolgenden DtSkufstonsredner um das gleiche. Die Verrammlung solle aber rorbeugend Wirken, -atz die prinzipielle Regelung nicht in der Wtfie einer generellen Erlaubnis erfolge. In der Diskussion bemerkte Justtzrat Dr. Kempner, daß ja für solche Zwecke, wie sie der Gemetndevorstanö im Auge habe, die interkonfessionellen Kornmunalfrtedhöfe da seien, und daß dte anderen Glaubensgemeinschaften diese falsche Toleranz nicht kennen, was unl-r anderem durch Verlesung eines Briefes eines lutherischen Pfarrers belegt wird. Sämtliche 10 Diskussionsredner sprachen sich m demseiven Sinne aus. Schließlich wurde gegen nur wenige Stlmmen fo'gende Resolution angenommen: „Dte Zulassung der Versetzung ntchtjüdischer Personen auf den jüdischen Friedhöfen ist geeignet, das Empfinden einer großen Zahl von Gemeinoemttzlrebern aufs tiefste zu verletzen. Wir find der Memung, daß der konsefirvnelle Charakter der jüdischen Friedhöfe bewahrt bleiben muß und daß demnach eine prinzipielle Regelung der vorliegenden Frage nur dahin eriolgen kann, daß dte Beisetzung n chtMischer Eyesranrn aus den jüdischen Friebhöfn für unzulässig erklärt wrrd." Hannnover, 30. Nvvbr. In der letzten Nacht wurde in dre h estge Synagoge etngeörochenund der Opferstock beraubt. Von den Tätern fehlt bisher jede L pur. Dnrmftadt, 18. Nov. Die Zählung der Bevölkerung Hessens nach der Konfession aus Grund der Vo.kezählung vom 1. Dezember 1910 ist, wie dte „Darmst. Zettg." mitteilt, nunmehr von öei Grobherzogl. Zentralstelle für dte Landesst atlstik abgeschlossen. Es wurden ermttteu 848010 Evangelische, 3v7 549 Romfich- Katholijche und 24 063 Juden. In den letztn fünf Jahren haben die Eoangeit>chrn um 3,0 Proz., dte Römisch- Katyolis een um 7 P^oz. zugenommeu. D^e Juden dagegen haben um 2,6 Proz. abgenommen Memmingen, 9. Nov. Eine' wette, beschwerliche Reise sollte em hier seit ewiger Zeit im städtischen.Krankenhaus untergrdrachrer 88 Jahre aiter russischer Jude zwangsweise anrretrn. Der Alte ist gävzlrch ohne Mittel und trank. Nach Artikel 39 und 44 des Hemratgesetzes sollte nun dec Alte aus der Stadt Memmingen und demKönigreich Badern nusgewtesenwerden. Zu seinem Transport in die Heimat sind aber 2 Personen Mlt einer Tragbahre nach dem Gutachten des Arztes er,ord ruch. Auf ein Gesuch des Herrn Dtstrtktsrabbtners Dr. Mayer tn Regensburg erging nun vom kgl. StamSjntntsterium folgende Verfügung: „Im Einverständnis mir dem K. Staatsmtntsterlum der Finanzen wurde die K. Regierung von Schwaben und Neuvmg veranlaßt, mir dem Drstrtltsrabbtnate Regensburg in Verhandlungen etnzutreten ünd von dem Vollzug der Ausweisung abzusehen, wenn binnen angemeffener Frist dte Unterbringung deS Mannes in ein israelitisches Krankenhaus erfolgt oder die Bezahlung der Krankenhauskosten stchergestellt ist." Vom genannten Herrn Dtstnktsrabdinn ist NUN eine Sammlung zir diesem Zwecke veranstaltet worden. . Posen, 29. Nov. Wegen der anhaltenden Teuerung beschlog der hiesige jüdische Armen verein, an die Armen Brot und Kartoffeln zu möglichst niedrigen Preisen avzugeben. Uereinswesen* Hamborn, 27. Ncv. Der „Verein für jüdische Geschichte undLtteratur" dahiereröffnete am 31. Oktober 1911 sein zweites BrreinSjahr und rrchret tn einem Aufrufe an feine Mitglieder dte Btlte, wie bisher die Bestrebungen deS Vereins auch in diesem Jahre zu unterstützen. Das Programm umfaßt eine große Reihe von Borträgen über verschiedene Themen aus allen Gebieten deS jüdischen und allgemeinen WtssmS. Herr Rabbiner Dr. Brader- Rrckltnghausa« sprach im November über „Die Psalmen in der Weltliteratur". Herr Lehrer Ucko hat die Leitung etneS RezitarionSadends übernommen. Bon auswärtigen Rednern feien noch erwähnt: Herr Zahnarzt Ehrmann-Werden („Alte Antwort auf moderne Fragen), Herr L. Perl m u t t e r-Frankfurt a. M. (Shakesfpeares „Shhlock" und Lessings „Nalhait" al« Juden) und Herr Rabbiner Dr. Wolf-Cöln (Erziehungsfragen in der Bibel"). Attpich, 14. Nodbr. Unser Bereinsleben ist mit dem Herbste rege erwacht.' Den Anfang machte der Monteftore-Berein durch Erössauvg der Lesehalle am Freitagabend und Herr Lehrer Wolfs hält allsabbatlich Vorträge, die fich großer Beliebtheit erfreuen, ebenso gut besucht ist der Misch najoth-Schtur. Außerdem findet regelmäßig ein Gemoro-Schtur statt, der wte jetzt auch in anderen Gemetnpen unseres Bezirkes, einem wetten Kreise dte Möglichkeit zum intensiven Talmudstudium bietet. Jul du, 26. Nov. Bet vollbesetz rm Saale hielt am vergangenen Mittwoch Herr Dr. S Bühr-Prenzlau im „Jüdisch-literarischen Frauen - Verein" einen Bortrag über „Die Ausgrabungen in Palästina". Der Redner schilderte die Ergebnisse der Ausgrabungen des Prosesior Sellin in sehr anschaulicher Weise und erntete reichen Beifall. Filehue, 29. Nov. Am Sonntag, 26. November, sprach Herr Rabbiner I. No b e l hierfelbst tm„Ltteraturveretn" über die „Ewigkeitswerte der B t b e l". Dem eigentlichen Thema schickte der Redner einen warmempfundenen Nachruf auf dm verewigten Dr. Husch Hi desheimer voraus und ließ auS Anlaß des ersten JahrzeitStages das Bild dieser hervorragenden Persönlichkeit und th.er mannigfachen Verdienste aufS neue in den Herzen der Zuhörer lebendig werden. Personalien. Ka^towitz, 1. Dezbr. Ein sckünes Fest vereinte uns vergangenen Sonmag in der Wohnung deS Herrn Lcop. Altmann, woselbst wir zu einem "ILON ""JDn eingeladen waren, welches dte Kinder deS Herrn Altmann anläßlich seines 70. Geburtstages schreiben lirtzm. Das ISO wurde nach einer Ansprache des Schwiegersohnes fernggefchriebm, hierauf nach feierlichen mfipn m ein herrliches Zelt gebracht, das umgeben von Blumen in herrlichem elektrischen Licht erstrahlte. Rach emem Frühstücke, das der Herr Jubilar zu Ehrm des Tages gav und bet welchem verschiedene anwesende Rabbiner herrliche Toaste hielten, trennten fich dte zahlreichen Gäste, denen das echt jüdische Fest noch lange >m Gedächtnis bleiben wird. p Am darauffolgenden Dienstag begmg Herr Altmann seinen 70. Geburtstag. Deputationen sämtlicher Vereine waren erschienen, um den Jubilar durch Ueberreichung kostbarer Adressen und Blumenarrangements zu fttetlU Oie KUHp iTÜri/ deren Vorsitzender Herr A. rst, ernannte ihn 'zum »yrenmttglied. Seitens deS Magistrats erschienen der 1. Bürgermeister, Herr Pohlmann, und Bürgermeister Neugebauer mit e>ntgen Sladträren, seitens der Stadtverordneten Herr Sradtverordnetenvorfteher G r ü n f e l d , die den Jubilar in sehr schönen An prachm jeter en. Münftereifel, 29. Nov. Am Dienstag, den 21. November feierte das Ehepaar GottschalkHerz und Frau (Auguste geb. Kotzmann) das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Zehn Kinder, Schlot gersvbne und Schwiegertöchter, Enkel und Geschwister des Jubelpaares waren eigens zur Feier herbetgeettt. Das idylltsche Städtchen hatte ein'fenrtugltcheS Gewand ungelegt. Dte Spitzen der Behörden und Getsttichkett übervrachten ihre Glückwünsche. Zwei Gesangvereine sangen abwechselnd oer Feier deS Tages ent,prechmde Lreder. Rach dem .-IN2Q'Gottesdienste hielt Her Lehrer B o ß in der festlich oekorurlen Synagoge eine zu Herzm gehende Ansprache an das Jubelpaar, wobei dte vom 4ft»tfer .gesandte Ehejubtläumsmeoatlle überreicht wurde. Die Shnagogenememoe als auch der Frauenveretn, dessen Vorsteherin jictu Herz schon 25 Jahre ist, ehrte das rüsttge Paar durch besondere Gescheckte. Möge dm Gefeierten em hellerer, vergnügter Lebensabend defchteben fein. Gzenicze, 22. Nuvbr. Heute wurde Herr Jakob Kaufmann unter ungewöhwich großer Tettnahme zu Grabe getragen. Der Verblichene entstammte einer altehrwürdigen Familie, und war der Schwager des allbekannten Rabbmers tn Böfing. Sr war ein NVO.V'R- Das LelchenbegängntS gestattete sich auch zu eure». uubergewöhnltchen Kundgebung der allgemeinen Trauer. Am Grave sprachen Herr Rabbiner Joses Broda, Mava, und Herr Radviner Marmor stetn-Szentc;e kurze, aber ttesempsundme AdschtehSworte. Arnheim (Holland), 24. Nov. Dienstag, öeu IS swN waren SS Jahre verflösse«, seit unser hochgeschätzler Herr Oberrabbiner L. Wagenaar seinerabbtnische Funktion begonnen hat. Seit etn«n B-erteljahrhundert pellt er feine vorneffttche und unermüdliche Kraft tn dm Dienst des othoooxm Judentums tn Holland.' Oderraddiner Wagmaar veptzt nicht nur ein reiches jüdisches Wissm/ fonoern ist auch ein ttefer Dmter, wevvn die Falle seiner Gersteserzeugnisse, die viele Gebiete des jüdifchm und allgemeine« Wissens berühr«, rühmendes ZeugutS ab legen. Sein Wirken itt bem Bierleljahrhunderr skwes H1er,ems war getragen von rfXHI HkTOP fHU“)' Ulster dm zahlreichen Grammntm fandm fich beim Herm Oberrabbiner auch der Stadtcat Var^ Nissen, der bürgermetster, Baron van Hemftraat und unzählige Gäste ein- Um -2 Uhr mittags versammelten fich dte Gemeindemttglieder tn der Synagoge, wo ein besonderer feierlicher Gottesdienst stattfand. Sprecdraal. dm Geehrte Redaktion! * Die Vorkommnisse in Bamberg veranlassen Einsender dieser Zeilen zu folgender Anfrage: Müssen die in Bamberg dte Synagoge besuchen, tn welcher Damm- und gemischter Chor etngeführt ist? Wenn ja, beziehen dennoch dte Bamberger Orthodoxen, tnebesondere dos Hotel Goldschmtdt, ihr Fleisch aus Bamberg? Die Beantwortung dieser Frage wäre im Interesse des reismden Publikums und deS Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser in Hamburg dringend geboten. Ein orthodoxer Reisender. Briefkasten. A. G. nt G. Da ein gesetzestreuer Rabbiner am Platze anwesend ist, so tuen Sie gut, Ihre Frage diesem zu unterbretten. Ei» Abotm««t. Die Notiz gehört in den Reklame teil, über dm wir zur Zeit noch nicht verfügen. L. H. i» C. Besten Dank für Ihre Mitteilung. Das Gedicht wird demnächst erscheinen. K. 8. in Br. Der Roman „Merelatka" ist im Verladendes „Israelit", G. m. 0. H., Frankfurt a M., erschieam. T. in M. Wir hoffen, mit Beginn des kommmben Jahres Jhrm Wünschen Rechnung tragen zu können. vereinskaienäer. Mon- Jüdtfche Krauenvereiniguug e. B. tag, den 11. Dezember, adcnüS 8a/t Uhr im BeretnSiokale des Kaufmännischen Vereins, Langest r a ß e 2 6, II.: Herr Prof. Dr. I. H B o n d i: AuSgewühlte Kapitel auS der jüdsschen Geschichte. Mittwoch, dm 13. Dez, abmdS 8*/4 Uhr im alten Hörsaale Schützenstr. 12: Bortrag der Frau Abele Meyer: „Ueber Jugenbgerichtshilfe". Gäste (Damen) willkommen. Verein Mekor Lhasi«. lBeretnslokal Ldngestraße 18.) Freitag, dm 8. Dezbr., abmdS nach Schuch der Synagoge im Hörsaale Friedberger Anlage Nr. 5: Mikro-Bortrag des Herrn Golde. AbmdS ll*9 Uhr, im Vereinslokale: Zwanglose Zusammenkunft. Gäste willkommm. Samstag, 9. Dezbr., mittags 12 Uhr im Hörsaale der Synagoge Friedberger Anlage: Professor A. Wehl: Vorlesung aus Sefer Schemuel. Sonntag, dm 10. Dezbr., abends 6 Uhr im Vereintlokale: Vorlesung des Herrn Dr. Joseph Breuer «MS „Sefer Jtrmijohu". < Bereinig««- zur Pflege jüdischer Lebensauschauuug 'ijj Donnerstag, 14. Dezember, abends 88/4 Uhr im Vereinslokale Langestr. 18: Herr M. G o l d st e t n: „Midraschbetrachtungen". r Als schönstes u. praktisches ChaiHika - Geschenk empfehle Elegante Briefpapiere in Cassetten mit Buchstaben and Monogrammpragangea. ’■ ynnith Inhaber: Bernhard Rablnstein Frankfurt a. M. □ J Börsenplatz 1 (Ecke SchiJlerstraße) Telefon Amt I Kn. 2005. mmrnM üiii 6418

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