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Der Israelit · 1911-11-09 · Heft 45 (9.11.1911) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 45 (9.11.1911)
Date
1911-11-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Wert und die Bedeutung der verschiedenen Arbeiten ist natürlich recht ungleichmäßig. Von größeren wissenschaftlichen Arbeiten heben wir insbesondere die gründliche Auseinander- Mg Dr. Hoffmanns mit Wiener: ie Ueberlteferung der Väter und die Speisegesetze" hervor, die, obgleich schon früher in der „Mutschen Presse" erschienen, es doch reichlich verdient, auf diese Weise in Buchform festgehalten zu werden. Eine ebenfalls sehr wertvolle erweiterte Wiedergabe einer Artikelserie im „Israelit" ist Dr. Wohlgemuths religionsphtlosophische Arbeit über „Das Verdienst der Väter" HD# W2T (von prinzipieller Bedeutung seine Ausführungen gegen Sch echt er), von hervorragendem historischem Interesse der Briefwechsel zwischen Israel Hildesheimer und Rabbi HirschKalischer und die tnteress ante Darstellung der ersten Verhandlungen Hildesheimers mit der Berliner Beth-ha-midrasch-Gesellschast in den Jahren 1867—1869. Bon den halachischen Arbeiten sei die geistvolle Studie Dr. Biberfeld s-Berkin über den Begriff und die b ib lisch e Grundlage der Bestimmungen Hber nXplD hervorgehoben; über das subtile und strittige Gebiet der ttr"rP2 ni2}n handelt in gewohnter gründlicher Weise Dr. L e r n e r - Altona. Eine Reihe kleinerer Arbeiten und Anmerkungen philosophischen, exegetischen und halachischen Charakters haben Professor Barth, Dr. Cahn-Fulda, Julius Hirsch Dr. Kahn-Wiesbaden u. a. m. geliefert. Freudige Genugtuung werden dem Jubilar die wissenschaftlichen Arbeiten seiner fünf Söhne bereitet haben, die den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft des Judentums angehören. Das Buch wird einen dauernden Wert behalten. Einen neuen Beitrag zu der von jüdischer Seite noch nicht lange in Angriff genommenen Realienkunde des Talmuds liefert Dr. Salomonski in seiner Schrift „Gemüsebau und Gewächse in Palästina zur Zeit der Mi sch nah". (Berlin 1911. Poppelauer.) Im gleichen Verlag liegt von Dr. Ch. Heller das erste Heft einer>Reihe von Untersuchungen über die Pesch ttta vor. Der Verfasser wünscht weniger, die bereits oft vorgenommene objektive Vergleichung zwischen Peschitta- und masoretischem Texte durchzuführen, als vielmehr den Nachweis zu bringen, daß die Peschitta durchaus unter dem Einfluß der talmudischen Jnterpretationsmethode stehe. Die Abweichungen zwischen Massora und Peschttta-Text find daher nach dem Verfasser keine zufälligen, sondern vielmehr gewollte und überall von dem zugrunde liegenden Interpretations-Prinzip bedingt. Mehr von ästhetischen und philosophischen Gesichtspunkten als vom Standpunkte der Bibelwissenschaft geht das soeben bei Hod der L Stoughton, London erschienene Werk von Buchanan Blake: „Th6 Book of Ijob and the Problem of Suftering“ aus. Der philosophischen Betrachtung des Problems des Leidens gehen poetische Uebersetzungen der dem Verfasser am wichtigsten erscheinenden Stellen des Hiobbuches voran. Zum Schluffe nimmt der Verfasser von feinem christlichen Standpunkte aus zum Hiob- Probleme Stellung. Professor Dr. Schloedl in Wien hat nach langjährigen Studien über die hebräische Metrik soeben eine Psalmenübersetzung mit kurzem wissenschaftliche Kommentar herausgegeben. <Graz, Verlagsbuchhandlung Styria.) Ueber die schwierigen metrischen Fragen, die der Verfasser als gelöst anfieht, wird ein Einverständnis wohl nicht so rasch erzielt werden. Schloedl steht auf positivem Boden und macht manche beachtenswerte Bemerkung gegenüber der modernen Kritik. Insbesondere wendet er sich mit kräftigen Worten gegen die Manie, ohne jeden sachlichen Anlaß, die in der Ueberschrift angegebene Autorschaft der einzelnen Psalmen anzuzweifeln. Martin Buber hat seine „Drei Reden über das Judentum", die im „Israelit" bereits behandelt sind, nunmehr in Buchform bei Ruetten L Lüning in Frankfurt erscheinen lassen. Als Symptom für den unklaren Drang nach religiöser Erneuerung und die atheistische Grundstimmung, die damit in national-jüdischen Kreisen leider sehr wohl vereinbar ist, sind Bubers Phantasien immerhin von Bedeutung.^ Aus den letzten Heften von Branns Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentu ms sei auf eine schöne nachgelassene Arbeit von David Rau über die „Ethik Saadjas" hingewtesen, sowie auf den besonders in Frankfurt interessierenden Aufsatz von Krakauer „Die Namen der Frankfurter Juden". Recht seltsam mutet die Arbeit Leszynskys „Das Laubhüttenfest Chanuka" an, dessen radikale und wenig pietätvolle Hypothesenjagd (Warum sollen bei der Chanuka- Feter „heidnische Gebräuche" mttgespielt haben? Was ist an der „Ceremonie" des D'Bn lein* MH eres" als am ganzen Tempeldienst und an minn 72?) ganz nebenher nicht einmal vor der Vermutung zurückschreckt, daß vielleicht auch das Sukkothfest der Bibel im Anfang das „Fest der Zweige" gewesen sei und sich erst später durch ein „naheliegendes Mißverständnis" in ein „Fest der Hütten" verwandelt habe. Weiter auf diese Hypothesen einzugehen, die in religiöser Hinsicht offenbar jenseits von Gut und Böse stehen wollen, ist hier nicht der Ort. Aptowitzer sucht das Vorhandensein eines Sammelwerkes, das die Quelle der zahlreichen, heute nicht aufzufindeuden Jeruschalmi-Zitate in der mittelalterlichen Literatur bildet, nachzuweisei'. Freimanns Zeitschrift für Hebräische Bibliographie bringt in ihren Nummern 3 und 4 neben der gewohnten sorgfältigen und reichhaltigen Literatur-Uebersicht eine Arbeit von Porges, die einen bereits veröffentlichten Brief Leon Modenas über einen ftv auf Uriel Akosta bezieht, die Fortsetzung von Freimanns Verzeichnis der hebräischen Pergamentdrucke, sowie eine sehr interessante amerikanische Arbeit über eine bisher nicht beschriebene Hagada aus der Genisa. Dort gehen u. a. dem Kiddusch am 7"!v-Abend eine Reihe von eigentümlich formulierten ntra voran. Zum Schlüsse seien noch zwei in neuer Auflage erschienene Bücher erwähnt, auf die vielleicht gelegentlich zurückzukommen sein wird: Ruppins reichhaltiges Werk: „Die Juden der Gegenwart" und die kleine Broschüre von Dr. Max Besser: „Die Juden in der modernen Rassentheorie (beides beim Jüdischen Verlage, G. m. b. H. in Cöln). Beide Werke find inhaltlich durch die große Arbeit Zollschans inzwischen überholt, wenn auch Ruppin nach der positiven Seite, d. h. durch eine sehr klare und objektive Würdigung der wirtschaftlichen und nationalpolitischen Aussichten des Zionismus mehr als Zollschan bietet. Ächrrscha«. DmnK -ivn rranoa '* pbn lon-nan« 's irnnm v'v) tim .ritten nrrprn ^12 ypisstamaK um n^iaiv»-(np pia '11K2K2VVQ. (Zu beziehen durch den Herausgeber : Rabbiner Ch. M. Landau in Zawier c t e, Ruff. Polen. Bon diesem Werk liegt uns bereits die zweite Auflage vor. eine bei rem halachischen Schriften nicht häufige Erscheinung, die schon äußerlich für die Gediegenheit des Ganzen spricht. Für diejenigen, die den Verfasser gekannt oder auch nur von seinem Ruf vernommen baben, ist die Aufnahme, die seine hinterlaffenen Schriften finden, etwas selbstverständliches. Er war einer der Größten unter den Großen, der sowohl durch seine seltene Thorakunde als durch die Lauterkeit seines Charakters und seiner tiefgründigen Gottesfurcht weit über die Grenzen seines räumlichen Wirkungskreises berühmt. war. fa Nr zählte nicht zu den Chasstdtm, aber auch diese wie ih------- Gegner zollten der Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und sein 1» |< .. " ' ~ ‘ ttfi «f ® ganzen Persött tchkett uneingeschränkte Anerkennung Verehrung. Bon hervorragenden westvreußischen Rabies,«' nern, die den „Techenower Rabbi" wiederholt aufsuchte iUlÄ erzählte mir einer geradezu Wunderbares über die gan —^ Lebensführung dieses großen Mannes, wie er trotz kbrpr licher Schmerzen und Leiden dem Smdium der Thvi und dem Gebet oblag, wclche Menschenliebe und Woh f tätigkeit er entfaltete, wie alle Welt zu ihm strömt. ,J Juden und Nichtjuden, um seinen, Rat und sein Geb 1)0t*ei zu erbitten. Als dieser reiche Geistesquell vor nun \ Jahren rerfiegte, erhofften feine zahlreichen Schüler ur Verehrer in der literarischen Hinterlassenschaft di Meisters einen Ersatz für das nun verstummte lebend,; - - Wort zu erhalten. fZZZ Eine Veröffentlichung dieser hinterlaffenen Schriste war jedoch mit ganz ungewöhnlichen Schwierigkeilen ve knüpft, deren Ueberwtndung den deS Vaters würdige stattf Söhnen nicht gelungen war. In den letzten Jahrzehnte Beka seines 86jährigen Lebens hat der Verblichene überhaup nichts mehr niedergeschrieben. Was sich von chm vorfant stammt nur aus seiner Jugendzeit und war in so kurze fragmentarischen Sätzen enthalten, daß ein wörtliche Abdruck Lessen, was augenscheinlich nur zur eigen: Orientierung mit wenigen Strichen skizziert war, ein« gröberen Kreis kaum verständlich gewesen wäre. Au, war vieles durch die Länge der Zeit unleserlich geword« nn Nichtsdestoweniger unterzog sich der Enkel und Schüle Don d s Verfassers der großen Arbeit, den literarischen Nachla des Großvaters zu sichten, zu ordnen, und wo es nöti > war, durch eingestreute Zusätze zu ergänzen. Has vor uno liegende Werk ist die Frucht dieser Arbeit. Auch von dei ] Söhnen des Verfassers und von dem Herausgeber selbf, find einzelne Partien mit dem Ganzen verwoben, die sü den Kenner wahrhafte Perlen meisterhafter HSsung de schwier gsten Talmudprobleme bedeuten. Die Gegenstände der Behandlung schließen die Mög lichkeit aus, auch nur eine einzige Probe aus diese«,» reichen Schatz in den Rahmen dieser Besprechung einzu fügen. Um fo angelegentlicher sei auf das Werk selb verwiesen, das kein Kenner l hne reiche Belehrung stu di ren wird. I. 'll HWp 7>V bmV' rb:ür Bon Rabbiner I Faywelsohn in Beisagola, Rußland, Gouv Kowno. (Zu beziehen durch den Berfaffer.) Der Verfasser dieses Kommentars auf bte Thora ij beit Leftrn des „Israelit" t bereits durch sein an diese Stelle besprochenes Werk bekannt. De Komment .r ist ganz in dem Geiste gehalten, der auä jenes Werk des Verfassers auszeichnet. Er enthält abei außer seinem agadtsch-homilettschen Teil noch Exkurse ii das Gebiet ber Hakacha im Anschluß an die drei Mizwos welche das erste Buch der Thora enthält. n’HS/ jTini und nttfjn TJ- Das Buch erscheint zur rechter Zelt, in welcher das JTEft02 JD zur öffentlichen Ber lesung gelangt und wird von Rabbinern und Predigen mit lebhafter Befriedigung begrüßt werden. ES enthäl! nicht nur geistvolle und zutreffende Bemerkungen zu dem Wortlaut des '0/ sondern es streut auch allenthalben Aussprüche der Weisen in Talmud und Midrasch in reicher Fülle ein. die hier im Hinblick auf das tägliche Leben in moderner, überaus anregender Weise verwertet werden. Die Leser werden mit uns dem Erscheinen der Fort setzung dieses Werkes zur Erklärung der übrigen Büchcr der Thora mit Interesse entgegensehen. I. Sra von mg oft i rkai Ho 1 all. Z«m Klima Palast,nas. Bon Dr. Felix Exne in Wien. Leipzig, HinrichS 191». Separataudruck aus der Zeitschrift des deutschen Palästinavereins. 60 Pfg. j . Seit lVs Jahrzehnten hat der genannte Verein an der Erforschung des Klimas Palästinas gearbeitet undWD hierfür eine Anzahl meteorologische Stationen gegründet^— und mit Instrumenten auSgeslatt t.. Die hauptsächlich von Kersten und Blankenhorn, zwei verdienstvollen Palästinaforschern, geleiteten Arbeiten haben eine Fülle von Zahlenmaterial q>.liefert, k>as bisher nur in Jahrbüchern und dergl. zerstreut veröffentlicht worden ist, nun aber von Exner zu einer Monographie geordnet und mit Schlußfolgerungen versehen worden ist. Es fehlte ja bisher nicht an zahlreichen Einzelarbeiten, über gewisse Telle des Landes, ja selbst an Monograph en über das Klima des ganzen Landes (die bekannteste ist die von Zumofen, in der der Nachweis der fortschreitenden Austrocknung Syriens und Palästinas versucht wird), aber selbst die letztere Arbeit verfügte nnr über die Beobachtungen von 4 Stationen. Selbstredend find auch die von Exner bearbeite-en, über 5 Jahre sich erstreckenden Angaben noch lehr unvollkommen und stellen nur den Anfang einer systematischen Meteorologie des heiligen Landes bar. Daß diese Forschungen energisch weiterbetrteben werden müssen, sieht jeder Laie beute ein. Denn er weiß die Bedeutung dieser Studien, sei es auch nur nach der praktischen Seite hin, zu schätzen. Diese Bedeutung wächst noch in etnem Lande, das hauptsächlich von der Landwirtschaft lebt, und in dem das Gedeihen der Frucht wie die Gesundheit der Bewohner in weit höherem Maße als in unseren Breiten von den wechselnden Wind, und Regenverhältnisscn abhägig ist. Das Schriftchen hat folgende Kapitel: Einleitung, Temperaturverhäitnisse, Nteoerschlagsverhältniffe (mit Karte), Fuchriakeit der Luft, Bevölkung, Windverhältnisse, Luftdruck (mit Karte), Tabellen. Sd.

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