Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 44 (2.11.1911)
- Date
- 1911-11-02
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Der JSrarttt. «tr 20. Bk. 46 derer Stelle Vorkommen, so hat das eben feinen Grund darin, daß damals nicht wie heute Namen züm großen Teil sinnlos waren, sondern,. es waren, wie gesagt, mit der Namensnennung ganz bestimmte Gedanken verbunden. So können nach verschiedenen Eigenschaften und von verschiedenen Lebensauffassungen aus, nach verschiedener Tendenz der Erzählung rc. verschiedene Namen gewählt sein. Wir erinnern nur an die sieben Namen Jithros, ohne daß damit in entferntestem auf Quellenverschiedenheit, Schreibfehler rc. geschloffen werden könnte. Als ob die derbste Kritik die Identität Abram-Abraham, Jakob- Israel, Esau-Edom leugnen könnte. Das vorliegende Kapitel gliedert sich nun in mehrere Telle. Es umfassen v. 1—8 die Familie Esaus im ersten und zweiten Geschlecht, „ 9—14 die Familie im 3. Geschlecht, „ 15—19 die Familie in ihrer politischen Bedeutung, „ 20—30 in Parenthese die Seirfürsten, „ 31—39 Königtum m Edom, „ 40—43 Rückkehr zur Fürstenregierung. Die Verse 20—30 > dürften wohl Paranthese sein und die Vorgeschichte des Landes geben. Denn die Sohne Seir scheinen doch nicht ganz identisch mit den Söhnen Esaus zu sein. V. 8 sagt ja, Esau wohnte in Seir; aber identifiziert wird nur Esau und Edom, nicht Esau und Seir. So auch B. 9 ohk ltry ro-pn auf dem Berg Seir, wo also früher — andere, Seir nämlich, gewohnt haben. Auch in V. 1, V. 19 und zum Schluß in V. 43 haben wir die Gleichstellung Esau-Edom. Die verschiedensten Hinweise an den verschiedensten Stellen lassen klar erkennen, daß unter den Söhnen Seir keineswegs die Söhne Esaus zu verstehen sind. Von den Söhnen Seir ist B. 19 als „Bewohnern des Landes" die Rede. An V. 19 schließt sich V. 31 an und versetzt uns in die Zeit, da das Fürstentum zum Königtum in Esau-Edom emporgeblüht war. Die Bemerkung yyo '28*? fordert durchaus nicht die Voraussetzung, daß bereits ein Königtum in Israel existierte, als diese Worte niedergeschrieben wurden, auch denkt Rascht gar nicht daran, dies sagen zu wollen, wie Jbn Esra ihm vorwirft. Daß aber Moses mit „König" gemeint sein soll, ist gewiß nicht anzunehmen. Der Ausdruck 170 “pD ist doch kein Ausdruck, der sich auf das wirkliche Vorhandensein eines Königtums bezieht, sondern mehr auf den Begriff des Königtums ) „etwa bevor man an die Einrichtung eines Königtums dachte" oder „bevor es einen König gab." Es ist ein völlig neutraler Ausdruck. Ist doch in der Thora ein Königtum vorgesehen! Und da kann sehr wohl am Sinai ca. 250 Jahre nach dem Ereignis, das hier erzählt wird und .im Augenblick, in dem Israel im Begriffe steht, selbst in sein Land zu gelangen, für welches die monarchische Verfassung g. F. geplant ist, darauf Bezug genommen werden und zugleich dem Gedanken Ausdruck verliehen sein, den Hirsch z. St. daran anknüpft. Was Rascht sagt, ist nichts anderes, als daß das Königtum während der Zeit der 8 ersten Könige in Israel ick Edom unterbrochen war. Sehen wir uns aber dieses Königtum in Edom-Esau an, dann erkennen wir darin außer bei pn 7))2 V. 38 einen fortwährenden Bürgerkrieg der mit einander um den Vorzug ringenden Städte, ähnlich wie in Griechenland bald Athen, bald Sparta und bald Theben die Führerschaft zufiel. Es fehlt die einheitliche Zusammenfassung. Es fehlt überhaupt die Dynastie. Keinem Kronträger folgt der Sohn. Die Königswürde ist persönlich. Dabei leidet das Jntereffe des Landesdas Einzelintereffe der Stadt, die das Staatsoberhaupt hervorbringt, wird gefördert, und der König ist von seinen Wählern anhängig und ihnen verpflichtet. Leider fehlt uns das lebendige Sprachempfinden, das uns wie bei den genannten Fürsten, so bei den Königen und Städten aus dem Namen den Charakter erschließen läßt. Es scheint sich das Prinzip fortwährend zu ändern, je nachdem die vorherrschende Stadt kriegerisch mX2 oder friedlich gesinnt, eine Handelsstadt man warn und mr 'v u. s. w. ist. Nur pn 7)12 der „Volksgünstling" scheint wegen persönlicher Vorzüge an die Spitze der Staatsleitung berufen worden zu sein. Auch Frauen haben am Ende dieses edomitischen Königtums Einfluß gewonnenumsonst sind nicht, Pompadour gleich, die Frau und Schwiegermutter des nn genannt, durch deren Geld 2N7 'ö ns das gesunkene Ansehen der Krone wieder aufgerichtet werden sollte. Aber es war für immer vorbei. Das Königtum geht unter und das Fürstentum wird wieder geltend gemacht. Sie vereinigen sich nicht mehr zu einem Bundesstaat, sondern bleiben Staatenbund. In dieser Kleinstaaterei hat jeder Ort und jeder Stamm seinen Fürsten. Während aber oben 15—19 bei *)17N der Personennamen stand, sind hier zu *]17K die Stammesnamen oder Ortsnamen gesetzt. Mit dem Niedergang des Königtums hatte die Person als solche Ansehen und Einfluß verloren. Um die persönliche Macht nicht mehr wieder erstarken zu lassen, wird der Titel geändert. Es ist darum ausdrücklich V. 43 gesagt, daß diese Fürsten oni2Pv7 nach ihren „Wohnsitzen", Fürstentümern, nicht nach dem Namen ihrer Person betitelt wurden öder, wie V. 40 besagt, und Rascht z. St. bemerkt, sie sind vnnLVv7 genannt. Da die Familien aber in einer „Grafschaft" zusammenwohnten mehr Dnop»?. Das vnivV2 bezieht sich nicht auf die Personen, sonst müßte es an erster Stelle stehendann hätten wir die Stufenfolge, Person, Familie, Ortschaft. So heißt es aber nicht, sondern Famile — Ortschaft mit Namen- Das anDtto bezieht sich auf vnvpvy. Schließlich erhalten wir aus diesem Kapitel noch eine Aufklärung über den Anfang des Kapitels 32. B. 6 gibt nämlich den Grund an, weshalb Esau Kanaan verließ, lediglich, um Jakob Platz zu machen, ohne daß er zunächst wußte, wohin er seine Schritte lenken sollte. Er zog weg, um ein Land ausfindig zu machen 7K und kam auf diesem Eroberungszuge nach Seir, wo er sich (B. 8) niederließ. Esau befand sich auf dem Wege dorthin, als Jakob heimwärts zog. Er bog nur vom Wege ab und ging Jakob auf dessen Benachrichtigung hin entgegen. Die Formen har Esau zu wahren verstanden. Nach der Begründung seines Wegzuges in 36,6 können wir in der freundlichen Einladung an Jakob mit ihm zu ziehen (33,12) nichts anderes, als eine nicht ernst zu nehmende Höflichkeit erblicken, über deren Wesen Jakob ja auch nicht einen Augenblick im Zweifel ist. Esau verabschiedet sich daher auch noch am selben Tage, um 'DVT? auf seinen Weg nach Seir (von dem er eben abgewichen war, um Jakobs Höflichkeit zu erwidern) zurückzukehren. Damit ist auf die einfachste Weise erklärt, wieso Esau 400Mann bei sich hatte. Die feindliche Absicht spricht nur aus dem Umstand, daß er dieselben nicht einfach unterwegs rasten ließ, bis er von der Begegnung mit seinem Bruder, wobei das Säbelraffeln sehr überflüssig war, zurückgekehrt wäre. Nachrichten. Hessenkirchep, 8. Nov. Die ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins zurWahrung der religiösen Interessen des Judentums in Westfalen (e. V.) findet Mittwoch den 22. November (Buß- und Bettag) nachm. 3 Uhr, zu Dortmund im „Gewerbeverein" neben dem Stadttheater statt. Nebst dem Bericht des Herrn Rabbiners, des Borstandes und der Kaffenverwaltung wird in einem Vortrag des Herrn Rabbiners ein Thema von allseittgem Jnter- 16 November Hftl esse zurBehandlurkg gelangen- „Me Lage der Kleingemeinden in Westfalen". Wir hoffen mit Bestimmtheit auf eine zahlreiche Beteiligung unserer Einzelmitglieder und der offiziellen Vertreter der unser« Verein an. gehörenden Gemeinden, zumal dieselben nach § & der Satzung ihre Stimme in der Versammlung geltend machen können. ßöt«, 10. November. In der am 5. November abgehaltenen Borstandssttzung des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands (E- V.) wurde beschlossen, die ordentliche Mitglieder-^ Versammlung (§ 8 der Satzung) für das Kalenderjahr 1911 am 7. Januar 1912 in Cöln» Hotel Goldener Stern, nachmittags 3 Uhr stattfinden zu lassen. Besondere Einladungen hierzu werden noch ergehen. (§ 10 der Satzung.) Exegetische «iscellett. 1.10,5 heißt es bei den iaphetitischen Völkern: UtfSS V'N Dn^nso D'ian "rrirna) rPaa •Oman onnauab 2:. 20. Bei den chamitischen Stämmen steht: -am:» onatsPS DnnstPö1? B. 31. Bei den Semiten schließlich: •dh’ij1? onanto arw h nnna«»*? Denken wir z. B. an die von Japhet abstammenden Griechen, wie sie, in einzelne Stämme geteilt, ihre getrennten Wohnsitze innehatten, zumal auf den sogenannten Kleinasiatischen Inseln, dann sehen wir'die Ausdrucksweise bei den Japhetiten, die' nicht psj zerstreut, aber unter einander getrennt waren, begründet. Sie waren zunächst B'ian "x, die Inselbewohner der unter sich geeinten, von andern getrennten Völker: darum VT7Ö2- Sie fühlten sich anfangs nur als die Kolonisten des Mutterlandes, aber allmählich hat 0n2T"lK2 der Umstand, daß sie in getrennten Ländern lebten, sie unter einander entfremdet utpSS V'8, sodaß sie schließlich zur Verschiedenheit der Sprachen durch Dialektbildungen gelangten und dadurch sich als besondere Familien mit Famil en-- patriottsmus und Familienhatz unter ihrem im Großen zwar von andern Völkern abgeschlossenen Volke fühlten. Die Chamiten dagegen lebten wie die Semiten zusammen auf dem Konr nent und als sie allmählich sich verbreiteten, zu ÜJinSIPöS zu größeren Stämmen heranwuchsen, und zur eigenen Erhaltung sich von einander trennen mußten, önjtpbP wurden sie dazu geführt, vom Geistesleben ihrer Gemeinschaft decentralisiert, die Weite.rentwickelung ihrer Sprache nach Familünaniage mehr oder weniger zu fördern in den Ländern, die sie nun getrennt bewohnten. Bei den Chamiten, die kein großes Geistesleben pflegten, keine groß n Literaturen in ihren Sprachen geschaffen haben, blieb Meter Unterschied ein äußerlicher,' eine ^Dialektverschiedenheit: sie begriffen sich alle om22 als eine unter einander zusammengehörige, von allen andern abgeschlossene Bölkermasse. Dagegen bei den Semiten diente die Sprache zur höchsten pflege des höchsten Menschengutes und bei der Berschiedcnheit der Erzeugnisse in dieser Sprache wurden die ursprünglich zusammengehörigen Stämme zu ganz verschikdenen, auch gegenseitig völlig getrennten Völkern BIYW Für den Sttpe«-ierrfon-s des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands (E. V.) gingen ein: * Fräulein Kra-Cöln 2 M., Lehrer Silbermann-Jülich 2 M., Moses Löwenstein-Commern 10 M., Gottfried Löwenstein Cöln 5 M., Heinrich Goldschmidt-Cleve 10 M., Julius Schönbach Cöln anläßlich der Beschneidung seines Söhnchens 10 M., M. L. Munk-Cöln 2 M., Hermann Kahn-Cöln anläßlich der Beschneidung seines Söhnchens 10 M., Nathan Kahn-Cöln anläßlich der Beschneidung seines Söhnchens 10 M., Tierarzt Herz-Flamersheim 20 M., Synagogenspenden 6 M., Lehrer Hähnlein-Schwäb. Hall, anläßlich der Vermählung seiner Tochter mit Herrn Viktor Falkenstein-Hochneuktrch 20 M., Nathan Kahn-Cöln 10 M. Für die Kaffe des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands (E. V.) spendeten F. Müller-Düsseldorf 2 M., S- Cohn-Mülherm-Ruhr 200 M.